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  • Abteilung 1
    13.05.2015
    Der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Regierungspräsidiums Stuttgart sprengt eine 8,8 cm Panzergranate
    In einem Waldstück bei Graben-Neudorf wurde ein deutsche 8,8 cm Panzergranate aus dem 2. Weltkrieg gefunden
     Foto der Granate

    ​Die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdiensts Baden-Württemberg im Regierungspräsidium Stuttgart (KMBD) haben vor Ort festgestellt, dass eine Transportfähigkeit nicht mehr gegeben war, da der empfindliche Sprengkörper bereits vorgeschädigt und dadurch der Sicherungszustand des Zünders nicht mehr erkennbar war. Ein Transport und eine gezielte Vernichtung beim der Liegenschaft des KMBD in Stuttgart kam daher nicht in Betracht.

    Die Mitarbeiter des KMBD führten daher eine Sprengung der Granate durch. Zu diesem Zweck musste eine in der Nähe verlaufende Bahnlinie von 12.18 Uhr bis 12.33 Uhr gesperrt werden. Zudem mussten durch Polizeikräfte mehrere Waldwege gesperrt werden.

    Die Sprengung wurde ohne Schädigung von Personen oder Sachen erfolgreich durchgeführt, so dass bereits um 12.25 Uhr die Bahnlinie wieder frei gegeben werden konnte.


    Generell werden aufgrund der derzeit regen Bautätigkeiten verstärkt Kampfmittel gefunden. Allein im Jahr 2014 wurden 25 nicht detonierte Bomben mit mindestens 50 Kilogramm Gesamtgewicht (2010: 13; 2011: 20; 2012: 17; 2013: 19) gefunden und vom Kampfmittelbeseitigungsdienst entschärft.

    Hintergrundinformationen:

    Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Munition der verschiedensten Kaliber, Patronen, Granaten und Panzerfäuste in aller Eile vor dem Zugriff der nachrückenden alliierten Truppen beseitigt. Die Munition wurde in Depots oder auf Sammelplätzen – vielfach nur lose aufgehäuft – gesprengt, in Bombentrichtern vergraben, auf dem Grund von Gewässern versenkt oder einfach planlos weggeworfen. Bei Sprengversuchen war dabei der größte Teil der gefährlichen Munition ohne zu detonieren in weitem Umkreis um die Sprengstelle verstreut oder im Sprengtrichter von der Druckwelle in die Erde gepresst worden.
    Hinzukommen Bomben, die über den Industriezentren Baden-Württembergs wie Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe, Heilbronn, Friedrichshafen und Ulm abgeworfen wurden, aber nicht detoniert sind.
    All diese Kampfmittel stellten – und stellen bis heute – eine erhebliche Gefährdung für die Bevölkerung dar. Wann immer Blindgänger gemeldet  werden oder Bauvorhaben auf Geländen anstehen, die über die Luftbildauswertung als besonders gefährdet für diese Altlast gelten, kommt der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) zum Einsatz.
    Der KMBD ist eine landesweite Aufgabe des Regierungspräsidiums Stuttgart. Das dortige Referat 16 ist zuständig für alle Regierungsbezirke in Baden-Württemberg. Zurzeit sind 33 Mitarbeiter beim KMBD beschäftigt ¬– drunter acht Feuerwerker, vier Munitionsvorarbeitern, zehn Munitionsfacharbeiter und sechs Luftbildauswerter. Die Leitung hat derzeit Ralf Vendel.
    Leider blieben die Sprengkommandos von schweren Unfällen mit Munition nicht verschont. So wurden seit Kriegsende bei den oftmals lebensgefährlichen Arbeiten 13 Mitarbeiter tödlich verletzt. Für das Jahr 2014 sind keine Unfälle beim KMBD zu verzeichnen.

​​Pressestelle

Ruppmannstr. 21
70565 Stuttgart
Telefon 0711 904-10002
Telefax 0711 7846940


Katja Lumpp
Pressesprecherin
EMail pressestelle@rps.bwl.de

Matthias Kreuzinger

Pressereferent
EMail pressestelle@
rps.bwl.de

Désirée Bodesheim
Pressereferentin
EMail pressestelle@rps.bwl.de