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  • Abteilung 2
    15.06.2015
    Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart
    Arbeitskreis Heimatpflege zeichnet ehrenamtliches Engagement aus

    Regierungspräsident Johannes Schmalzl und der Vorsitzende des Arbeitskreises Heimatpflege, Gunter Dlabal, haben am heutigen Montagabend, 15. Juni, im Reinhold-Maier-Saal der Barbara-Künkelin-Halle in Schorndorf gemeinsam die Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart an Personen verliehen, die sich in besonderer Weise um die Heimatpflege verdient gemacht haben.

    „Nur wer die eigene Kultur und Tradition pflegt, ist hinreichend gefestigt, um sich auch dem Fremden zu öffnen“, so der Regierungspräsident. „Sie alle, die wir heute auszeichnen, leisten einen Beitrag zur Festigung unserer Gesellschaft, die auf dieser Basis ihre mehr denn je benötigte integrative Kraft entfalten kann.“

    In diesem Jahr zeichnet der Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart e.V. zum wiederholten Mal Personen aus, die sich auf lokaler oder regionaler Ebene auf vielfältige Weise in der Heimatpflege besonders engagiert haben. „Es ist mir sehr wichtig, auch diejenigen, die wir heute nicht auszeichnen können, zu ermutigen, mit ihrem guten Wirken fortzufahren“, so Schmalzl.

    Die in diesem Jahr verliehene Auszeichnung erhielten Frau Sonja Mailänder (Stuttgart-Möhringen), Frau Tanja Waidmann (Zwiefalten), Herr Roland Buggle (Schorndorf‘), Herr Heinz Baumgärtner (Massenbachhausen), Herr Horst Baumgärtner (Massenbachhausen).


    Informationen zu den Preisträgern

     

    Sonja Mailänder

    Frau Mailänder kann als "Heimatforscherin" des Stadtteils Möhringen bezeichnet werden. Angefangen hat ihr heimatkundliches Engagement mit dem Fund von Steinquadern in einem privaten Vorgarten, die ganz offensichtlich zu einer steinernen Ruhebank (Gruhe) gehört haben. Sie beließ es dabei nicht mit einem Hinweis an die Stadtteilverwaltung oder das Denkmalamt, sondern hat aktiv die Wiederherstellung der Gruhe durch einen Fachmann und die Aufstellung an einem öffentlich zugänglichen Platz in unmittelbarer Nähe zum Fundort (Märzenbaustraße) betrieben.

    Frau Mailänder hat im Lauf der letzten Jahre für einen Verlag mehrere Kalender mit historischen Bildern und Texten aus Möhringen zusammengestellt; auch ein Buch "Möhringen, Blick in die Vergangenheit" ist auf diese Weise unter ehrenamtlicher maßgeblicher Beteiligung von Frau Mailänder entstanden.

    Als beispielhaftes Engagement sei auch die Rettung eines gut erhaltenen historischen landwirtschaftlichen Fahrzeugs beim Abbruch eines landwirtschaftlichen Gebäudes zu nennen. Auch hier ist es Frau Mailänders Initiative zu verdanken, dass das Fahrzeug ins Deutsche Landwirtschaftsmuseum nach Stuttgart-Hohenheim gebracht werden konnte.

    Derzeit ist Frau Mailänder mit einer kartographischen Aufnahme von Standorten ehemaliger Gruhen auf den Fildern befasst. Eine Publikation ist beabsichtigt, wie Frau Mailänder bei nahezu allen ihren Aktivitäten auf eine sachbezogene öffentlichkeitswirksame Ausstrahlung Wert legt und Mitbürger/innen ermuntert, die Augen auf heimatkundliche Besonderheiten zu richten.

    Frau Mailänder hat für ihr ehrenamtliches Engagement im Bereich der Heimatpflege die Auszeichnung mit der Ehrennadel verdient. 

    Tanja Waidmann

    Frau Tanja Waidmann macht sich seit vielen Jahren in der Arbeit des Schwäbischen Albvereins verdient.

    Schon in ihrer frühesten Jugend begann sie aktiv für den Schwäbischen Albverein tätig zu werden. Angefangen hat sie im Jahr 1994 als Jugendleiterin der Ortsgruppe Gundelfingen, was sie bis 2005 ausgeführt hat.

    Von 1998-2012 war sie Gaujugendwartin im Donau-Bussen-Gau und brachte die Gaujugend mit innovativen Ideen voran.

    1994 - zeitgleich mit ihrem Einstieg als Jugendleiterin der Ortsgruppe - begann ihre „Karriere“ beim Gesamtverein. Zuerst als Delegierte bei der Schwäbischen Albvereinsjugend; wurde sie schon 1996 in den Jugendbeirat gewählt. Von 1994-2005 war sie zunächst als Teamerin, später als Freizeitleiterin der Schwäbischen Albvereinsjugend bei 2-wöchigen Freizeiten auf der Burg Derneck für 14-17jährige tätig. Neue Ideen wie der von der Deutschen Wanderjugend ausgezeichnete Powerwalk und das Online-Tagebuch wurden von ihr entwickelt und entworfen. Bereits im Jahr 1998, mit gerade 20 Jahren, wurde sie als Beisitzerin in den Hauptausschuss des Schwäbischen Albvereins gewählt.

    Von 2004-2010 übernahm sie die Aufgabe der stv. Hauptjugendwartin bei der Schwäbischen Albvereinsjugend und brachte viele neue Ideen direkt vor, so dass diese schnellstmöglich umgesetzt wurden.

    Frau Waidmann fungierte während ihrer ganzen Amtszeit bei der Jugend als Bindemitglied zum Hauptverein. Ihr war und ist der Kontakt und die Zusammenarbeit zwischen Jugend und dem Gesamtverein sehr wichtig.

    Seit 2012 ist Frau Waidmann Vorstandsmitglied des Gesamtvereines. Sie trägt dazu bei, den Verein weiter voranzubringen und unterstützt den Verein ehrenamtlich wo sie nur kann, weshalb sie mit der Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege ausgezeichnet wird.

    Roland Buggle

    Roland Buggle engagiert sich seit über 30 Jahren ehrenamtlich im Bereich der Pflege der schwäbischen Mundart, zunächst als Mitglied in der Mundartgesellschaft Württemberg e.V., seit 1998 im Verein schwäbische mund.art e.V.. Seither lieferte er für die Publikationsorgane "mund.art-INFO" und für die monatlich erscheinende Vereinsseite in der Zeitschrift "Schönes Schwaben" zahlreiche sachkundige Beiträge. In seiner Eigenschaft als langjähriger Redakteur dieser Vereinsseite (bis 2014) war es ihm ein besonderes Anliegen, ältere und oft in Vergessenheit geratene schwäbische Mundartautoren in Erinnerung zu rufen. Über das Schwäbische hinaus galt dabei sein Interesse besonders auch den wichtigen fränkischsprachigen Dichtern aus dem Hohenlohischen.

    Seit vielen Jahren gehört er dem Vorstand des Vereins schwäbische mund.art als Beisitzer an. In früheren Jahren hat er im Raum Schorndorf Mundartveranstaltungen organisiert und bringt bis heute bei Vorträgen seine bisher noch unveröffentlichten Gedichte und sein immenses Wissen über den schwäbischen Dialekt in die Öffentlichkeit.

    2007 hat Herr Buggle an der Notgrabung im Welzheimer Westkastell teilgenommen woraus spektakuläre Funde aus dem ehemaligen Westkastell geborgen werden konnten. 2008 Erforschung des Schorndorfer Stadtbachs; 2008-2010 Projekt Kleindenkmalerfassung - in diesem Rahmen Präsentation von Grenzsteinen im technischen Rathaus Schorndorf. 2008 wurde Roland Buggle als ehrenamtlicher Beauftragter in der archäologischen Denkmalpflege vom Regierungspräsidium Stuttgart bestellt. Hauptaufgabe ist es, Aufträge der Denkmalschutzbehörden zu übernehmen, in erster Linie vom Landesdenkmalamt. Als ehrenamtlich Beauftragter kann er Aufgaben übernehmen, die die öffentliche Hand nur schwerlich wahrnehmen kann, z.B. regelmäßige Feldbegehungen, Zuarbeit im Archiv, Beobachtungen bei Baumaßnahmen, Ansprechpartner für Bürger bei zufälligen Funden sowie deren ordnungsgemäße Dokumentation und Weiterleitung. In Italien hat er an Ausgrabungen teilgenommen.

    Dieser herausragende Einsatz wird nun mit der Auszeichnung der Ehrennadel gewürdigt.

    Heinz Baumgärtner

    Massenbachhausen ist eine Gemeinde mit den meisten Bildstöcken, Wegkreuzen, Pietás und Sühnekreuzen.

    Die Pflege dieser Kleindenkmale bedarf erheblichen zeitlichen und finanziellen Aufwands. Herr Baumgärtner übernahm den Vorsitz des Fördervereins im Jahre 2002.

    Innerhalb von 10 Jahren konnte Heinz Baumgärtner 116 Mitglieder gewinnen. Der große persönliche Einsatz des Herrn Baumgärtner wird von den Mitgliedern und unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern sehr geschätzt.

    Ein großer Vertrauensbeweis wurde ihm immer wieder durch seine einstimmigen Wiederwahlen zuteil.

    Der Verein hat sich in erster Linie zum Ziel gesetzt, die in Massenbachhausen zahlreich vorhandenen Wegekreuze zu sanieren, um diese dauerhaft erhalten zu können. Es sind Zeugen einer vergangenen Zeit mit viel Liebe errichtet, die viele Jahre, ja zum Teil Jahrhunderte, überlebt haben.

    Der Förderverein DENK-MAL hat eine Denkmaltour herausgebracht, die sich großer Beliebtheit erfreut. Zahlreiche Tagestouristen kommen nach Massenbachhausen, um mehr über die Wegekreuze zu erfahren.

    Der Erhalt bzw. Restaurierung dieser Raritäten ist dem Verein in einer hervorragenden Art und Weise gelungen, was zum großen Teil auf den persönlichen Einsatz des ersten Vorsitzenden Heinz Baumgärtner zurückzuführen ist.

    Auch mit über 80 Jahren führt Herr Baumgärtner noch dieses Amt als 1. Vorsitzender, das er mit sehr viel "Herzblut" ausfüllt.

    Diese Verdienste werden heute mit der Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege ausgezeichnet.

    Horst Baumgärtner

    Es begann mit den Worten von Horst Baumgärtner:

    "Daran kann es nicht scheitern. Ich werde umsonst arbeiten und Freunde und Handwerker finden, die Gleiches tun!"

    Er hat Wort gehalten und das Unglaubliche geschafft – die Restaurierung des „Firminushauses“. Viele, wenn nicht gar alle Handwerker am Ort, konnten von ihm mobilisiert werden, um das Gebäude in ihren Gewerken für ein „Vergelt´s Gott“ zu sanieren.

    Schweißtreibende Vorarbeiten hat er zusammen mit einigen Freunden in Angriff genommen und jedes Wochenende arbeiteten 5-8 Freiwillige. Man war erstaunt, wie sich das Gebäude so nach und nach zu dem entwickelte, was es heute ist: eine Gedenk- und Pilgerstätte mit 2 Gästezimmern und einer Galerie, in der zwischenzeitlich auch Trauungen vorgenommen werden und regelmäßig Lesungen und Ausstellungen stattfinden.

    Dass es dabei manche bauliche Zwischenstände gab, bei denen das „Hände-über-dem-Kopf-zusammenschlagen“ das Naheliegendste gewesen wäre, versteht sich von selbst. Doch mit der Unterstützung von Horst Baumgärtner und seinen Helfern entstand ein Denkmal mit dem Namen: „Denkmal ein Denkmal“.

    Auch über die Zeit der Sanierung des „Firminushauses“ hinaus hat sich Horst Baumgärtner bereit erklärt, anfallende Wartungsarbeiten und Instandsetzungsmaßnahmen durchzuführen und zu begleiten.

    Das Zitat von Wilhelm von Humboldt "Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft!" trifft auf Horst Baumgärtner in besonderem Maße zu. Denn neben seinem aktiven Einsatz bei der Sanierung und neben seinem aktiven Einsatz beim Eintreiben von Spendengeldern engagiert sich der für die Ehrung Vorgeschlagene auch beim örtlichen Förderverein DENK-MAL. Dieser Verein kümmert sich um die Sanierung und Erhaltung der zahlreichen Wegekreuze auf unserer Gemarkung. Seit der Vereinsgründung im Jahre 2002 gehört Horst Baumgärtner dem Vorstand in der Funktion als Beisitzer an.

    Als Anerkennung erhält heute Herr Horst Baumgärtner die Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege.

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