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  • Abteilung 1
    26.06.2015
    Bombenfund in Heilbronn
    Der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Regierungspräsidiums Stuttgart hat heute, Freitag, 26. Juni, erfolgreich eine britische Fliegerbombe MC 1.000 lb. entschärft
     Bombenentschärfung in Heilbronn

    Heute, Freitag, 26. Juni, wurde in Heilbronn auf dem Bundesgartenschaugelände der Experimenta in der Kranenstraße im Rahmen von Bauarbeiten eine Fliegerbombe gefunden. Die Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes des Regierungspräsidiums Stuttgart rückten aus und entschärften gegen 12.30 Uhr die britische Fliegerbombe MC 1.000 lb., die rund 500 Kilogramm schwer ist.

    Zuvor waren im Radius von rund 150 Metern Evakuierungsmaßnahmen durchgeführt worden. Die Absperrung konnte bereits gegen 13.00 Uhr wieder aufgehoben werden.

    Regierungsvizepräsident Dr. Christian Schneider zeigte sich nach der erfolgreichen Entschärfung erleichtert: „Großes Lob an alle Beteiligten, die im Interesse der Gemeinschaft einen gefährlichen Job leisten. Trotz aller handwerklichen Fähigkeiten bleibt nach wie vor ein Restrisiko bestehen, welches es zu meistern gilt. Meinen herzlichsten Dank für dieses auch 70 Jahre nach Kriegsende wichtige und notwendige Engagement.“

    Aufgrund der derzeit regen Bautätigkeit werden verstärkt Kampfmittel gefunden. Allein im Jahr 2014 wurden 25 nicht detonierte Bomben mit mindestens 50 Kilogramm Gesamtgewicht (2010: 13; 2011: 20; 2012: 17; 2013: 19) gefunden und vom Kampfmittelbeseitigungsdienst entschärft.

    Hintergrundinformation:

    Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Munition der verschiedensten Kaliber, Patronen, Granaten und Panzerfäuste in aller Eile vor dem Zugriff der nachrückenden alliierten Truppen beseitigt. Die Munition wurde in Depots oder auf Sammelplätzen – vielfach nur lose aufgehäuft – gesprengt, in Bombentrichtern vergraben, auf dem Grund von Gewässern versenkt oder einfach planlos weggeworfen. Bei Sprengversuchen war dabei der größte Teil der gefährlichen Munition ohne zu detonieren in weitem Umkreis um die Sprengstelle verstreut oder im Sprengtrichter von der Druckwelle in die Erde gepresst worden.

    Hinzukommen Bomben, die über den Industriezentren Baden-Württembergs wie Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe, Heilbronn, Friedrichshafen und Ulm abgeworfen wurden, aber nicht detoniert sind.

    All diese Kampfmittel stellten – und stellen bis heute – eine erhebliche Gefährdung für die Bevölkerung dar. Wann immer Blindgänger gemeldet  werden oder Bauvorhaben auf Geländen anstehen, die über die Luftbildauswertung als besonders gefährdet für diese Altlast gelten, kommt der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) zum Einsatz.

    Der KMBD ist eine landesweite Aufgabe des Regierungspräsidiums Stuttgart. Das dortige Referat 16 ist zuständig für alle Regierungsbezirke in Baden-Württemberg. Zurzeit sind 33 Mitarbeiter beim KMBD beschäftigt ­– drunter acht Feuerwerker, vier Munitionsvorarbeitern, zehn Munitionsfacharbeiter und sechs Luftbildauswerter. Die Leitung hat derzeit Ralf Vendel.

    Leider blieben die Sprengkommandos von schweren Unfällen mit Munition nicht verschont. So wurden seit Kriegsende bei den oftmals lebensgefährlichen Arbeiten 13 Mitarbeiter tödlich verletzt. Für das Jahr 2014 sind keine Unfälle beim KMBD zu verzeichnen.






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