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  • Abteilung 5
    07.10.2015
    Viele Helferinnen und Helfer beteiligten sich auch in diesem Jahr an der Pflegeaktion auf der Heide im Naturschutzgebiet Heulerberg bei Vaihingen/Enz-Riet (Kreis Ludwigsburg)
    Gemeinschaftsprojekt der Grundschule Riet, der Stadt Vaihingen/Enz, des Regierungspräsidiums Stuttgart und der gemeinnützigen Theo-Lorch-Werkstätten

    ​Zum dritten Mal findet im Naturschutzgebiet „Heulerberg“ eine gemeinsame Pfle-geaktion der Grundschule Riet, Bürgerinnen und Bürger aus Riet, der Stadt Vai-hingen/Enz und des Regierungspräsidiums Stuttgart statt. Auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der gemeinnützigen Theo-Lorch-Werkstätten aus Bietigheim pa-cken kräftig mit an. Durch die zahlreichen alten Kiefern – insbesondere am Rand der Heide – samen sich jedes Jahr viele kleine Kiefern auf der Fläche aus. Auch wenn in diesem Jahr aufgrund der Trockenheit ein Teil der Sämlinge abgestorben ist, sind wieder viele Helferinnen und Helfer nötig, um die verbliebenen jungen Pflänzchen auszureißen. Eine wichtige Aufgabe, da die Kiefernsämlinge weder von den Schafen gefressen werden, noch durch die maschinelle Mahd dauerhaft beseitigt werden können.

    Diese Pflegeaktion ist absolut vorbildlich, zeigt sie doch zwei Dinge: Wenn sich Menschen für ein gemeinsames Ziel zusammen tun, können sie Dinge erreichen, die der Einzelne alleine nie schaffen würde und ein solcher Pflegeinsatz kann Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Lebensumstände zusammenbringen. Oberbürgermeister Gerd Maisch und die Rieter Ortsvorsteherin Nicole Müller begrüßten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Als kleines Dankeschön für ihre Hilfe versorgte die Stadt Vaihingen den Pflegetrupp mit frischen Laugenbrezeln.

    Es war ein buntes Treiben auf der Heide, und alle Beteiligte waren eifrig dabei. So kann sich das Ergebnis sehen lassen. Die lichtbedürftigen Pflanzen der Heide werden es im nächsten Jahr mit einer reichen Blüte danken. Und ganz nebenbei erfahren die Kinder und Rieter Bürgerinnen und Bürger auch etwas über die Besonderheiten der Pflanzen- und Tierwelt des Heulerbergs.

    Im dicht besiedelten Landkreis Ludwigsburg zählen Heiden zu den Naturkostbar-keiten. Dies gilt ganz besonders für den am östlichen Abhang des Strudelbachta-les gelegenen Heulerberg bei Riet. Lange war der Heulerberg durch die Bewei-dung geprägt worden, bevor er bis in die 1940er Jahre als Steinbruch genutzt wurde. Noch Anfang der 1980er Jahre lagen konkrete Pläne vor, auf dem Gelände eine Ferienhaussiedlung zu errichten. Das ehemalige Steinbruchgelände konnte schließlich von der Stadt Vaihingen/Enz mit 50 Prozent Landeszuschuss der Naturschutzverwaltung erworben werden. 1982 wurde der Heulerberg mit einer Fläche von 5,6 ha als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

    Heute ist der Heulerberg wertvoller Lebensraum für viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten wie zum Beispiel den Deutsche Enzian oder die Ästige Graslilie. Die schöne parkartige Landschaft mit einzelnen Baum- und Gebüschgruppen lockt auch viele Erholungssuchende an.

    Ohne Pflege würde sich das Landschaftsbild wandeln, die Flächen würden verbuschen und sich schließlich zu Wald entwickeln. Wertvolle Lebensräume für lichthungrige Pflanzen- und Tierarten würden verloren gehen. Daher wird die Heide regelmäßig mit Schafen beweidet, Teilflächen werden gemäht. Immer wieder müssen auch Gehölze entfernt werden. Seit vielen Jahren beauftragt daher die Stadt Vaihingen einen Landwirt zur maschinellen Pflege der Heide. Die Stadt erhält hierfür jährlich einen Zuschuss des Landes aus Mitteln des Naturschutzhaushaltes. Die Stadt  und die Naturschutzverwaltung des Landes Baden-Württemberg kümmern sich gemeinsam um die Pflege des Naturschutzgebietes.

    HINTERGRUNDINFORMATIONEN

    Aktionsplan Biologische Vielfalt des Landes Baden Württemberg
    Der Aktionsplan Biologische Vielfalt der Landesregierung hat zum Ziel, die Vielfalt der heimischen Tier- und Pflanzenarten zu erhalten beziehungsweise zu verbessern. Er umfasst mehrere Bausteine, ein zentraler Bestandteil ist der 111-Artenkorb. Darin wurden 111 Tier- und Pflanzenarten ausgewählt, für die Baden-Württemberg eine besondere Verantwortung trägt.
    Ein Ziel der Landesregierung ist, im Rahmen des Aktionsplans konkrete Maßnahmen zur Förderung dieser Arten umzusetzen. Ein weiteres, nicht minder wichtiges Ziel ist, das Thema „Schutz der Biologischen Vielfalt“ in die Öffentlichkeit zu tragen und viele Gruppen der Bevölkerung zum Mitmachen zu gewinnen. Verwaltungen, Gemeinden, Schulen, Vereine, Wirtschaftsunternehmen und Bürgergruppen sind aufgefordert, konkrete Maßnahmen für diese ausgewählten Arten und ihre Lebensräume umzusetzen.
    Im Regierungsbezirk Stuttgart beteiligen sich an rund 40 laufenden und abgeschlos-senen Artenschutzprojekten ca. 80 verschiedene Projektpartner - darunter auch zahl-reiche Schulen und Unternehmen wie Kärcher aus Winnenden, WELEDA aus Schwäbisch Gmünd, Zeiss aus Oberkochen und STIHL aus Waiblingen.
    Informationen zum Aktionsplan Biologische Vielfalt im Internet unter www.aktionsplan-biologische-vielfalt.de

    Theo-Lorch-Werkstätten
    Die Theo-Lorch-Werkstätten sind eine gemeinnützige GmbH. Sie unterhält über 750 Arbeits- und Betreuungsplätze für Menschen mit Behinderungen. Alleiniger Gesell-schafter ist der Verein „Arbeit und berufliche Bildung für benachteiligte Menschen Ludwigsburg e.V.“ Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der „Gartenwerkstatt" über-nehmen – wie jetzt am Heulerberg – Aufträge zur Pflege von Grünanlagen oder zur Landschaftspflege.

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