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  • Abteilung 5
    09.11.2015
    111-Arten-Korb – Aktionsplan „Biologische Vielfalt“ (Kreis Esslingen)

    Artenschutzmaßnahme für den Neuntöter:  Die Firma Walther Schoenenberger Pflanzensaftwerk aus Magstadt, die Jugendhilfeeinrichtung Ziegelhütte,  der Verein für Naherholung im Bereich Schwäbische Alb des Landkreises Esslingen e. V., das Naturschutzzentrum Schopflocher Alb und das Regierungspräsidium Stuttgart setzen eine Artenschutzmaßnahme für den Neuntöter im Gewann Schafbuckel auf Gemarkung Bissingen-Ochsenwang um

    Die Firma Walther Schoenenberger Pflanzensaftwerk aus Magstadt, die Jugendhilfeeinrichtung Ziegelhütte,  der Verein für Naherholung im Bereich Schwäbische Alb des Landkreises Esslingen e. V., das Naturschutzzentrum Schopflocher Alb und das Regierungspräsidium Stuttgart ein Ziel gesetzt: Gemeinsam setzen Sie sich im Vogelschutzgebiet „Mittlere Schwäbische Alb“ aktiv für den Neuntöter ein und bringen seinen Lebensraum im Gewann Schafbuckel auf Gemarkung Bissingen-Ochsenwang auf Vordermann.

    Mit tatkräftiger Unterstützung der Jugendlichen der Ziegelhütte wurden am heutigen Montag überalterte Sträucher und hochgewachsene Bäume im Gewann Schafbuckel auf Gemarkung Bissingen-Ochsenwang „auf den Stock gesetzt“, also etwa 20 bis 30 Zentimeter über dem Boden abgesägt, Gehölzschnitt zusammengetragen und gehäckselt. Diese Pflegeaktion im Rahmen des 111-Artenkorb verbessert die Lebensraumbedingungen für den bedrohten Neuntöter.

    Hecken bereichern das Landschaftsbild und sind Lebensraum für viele Pflanzen und Tierarten. Durch den Rückschnitt eines Heckenabschnitts werden die Sträucher zu neuen Austrieben angeregt und so verjüngt. Auch wird ein Vordringen der Hecke in die angrenzenden wertvollen Wiesenflächen verhindert.

    Der Neuntöter benötigt als Lebens- und Nahrungsraum vor allem dornenreiche Hecken und Gebüschgruppen.

    Das Unternehmen Schoenenberger übernimmt seit sechs Jahren im Rahmen des Aktionsplans Biologische Vielfalt des Landes Baden-Württemberg eine Patenschaft für den Neuntöter. Unterstützt wird die Pflegemaßnahme auch von den Naturschützern im Regierungspräsidium Stuttgart, als obere Naturschutzbehörde im Land Baden-Württemberg, dem Naturschutzzentrum Schopfloch und dem Naherholungsverein des Landkreises Esslingen.

    Vertreter des Regierungspräsidiums Stuttgart und des Naturschutzzentrums erläuterten vor Ort die spannende Lebensweise des Neuntöters und lobten die Firma Schoenenberger,  die Jugendlichen der Ziegelhütte  sowie alle Helfer für ihr vorbildliches Engagement: „Die Natur braucht starke, beständige Partner. Durch Ihre Patenschaft zeigen Sie, dass Sie Verantwortung übernehmen. Ihr vorbildliches Engagement motiviert hoffentlich auch viele andere, sich für die Erhaltung von Natur und Landschaft einzusetzen.“

    Die Projekte im Rahmen des 111-Artenkorbes haben zwei Ziele: Sie helfen, Lebensräume bestimmter Pflanzen- und Tierarten durch konkrete Maßnahmen zu sichern – und sie machen die Öffentlichkeit auf die Bedeutung der biologischen Vielfalt aufmerksam. Ziel ist es das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen und weitere Partner aus allen Gruppen der Gesellschaft für den Erhalt der Artenvielfalt zu gewinnen. Die heutige Aktion soll Beispiel gebend sein und andere motivieren, sich ebenfalls im Rahmen des Aktionsplanes des Landes zu engagieren. Schulen, Verbände und Unternehmen sind aufgerufen und eingeladen, dem Beispiel zu folgen. „Uns war es wichtig ein Zeichen zu setzen und unseren Beitrag zum Artenschutz zu leisten“, so Dr. Thilo Haßler, Wissenschaftlicher Leiter bei der Firma Schoenenberger. „Aus diesem Grund haben wir die Patenschaft für den Neuntöter übernommen und stellen seit sechs Jahren kontinuierlich einen Geldbetrag zur Verfügung. Mit wechselnden Akteuren können wir uns so jedes Jahr im Regierungsbezirk Stuttgart gemeinsam für den Erhalt der Artenvielfalt einsetzen und viel bewegen.“

    Wenn eine Firma, ein Verein oder auch eine Gruppe Engagierter eine Patenschaft im Rahmen des 111-Artenkorbs übernehmen möchte, freuen sich die Naturschützer des Regierungspräsidiums Stuttgart über eine Rückmeldung. Ansprechpartnerin ist Bettina Marx, 0711-904-15616, EMail bettina.marx@rps.bwl.de

    Hintergrundinformationen

    Aktionsplan Biologische Vielfalt und 111-Artenkorb des Landes Baden-Württemberg

    Der Aktionsplan Biologische Vielfalt der Landesregierung hat zum Ziel, die Vielfalt der heimischen Tier- und Pflanzenarten zu erhalten beziehungsweise zu verbessern. Er umfasst mehrere Bausteine, ein zentraler Bestandteil ist der 111-Artenkorb. Darin wurden 111 Tier- und Pflanzenarten ausgewählt, für die Baden-Württemberg eine besondere Verantwortung trägt.

    Ein Ziel der Landesregierung ist, im Rahmen des Aktionsplans konkrete Maßnahmen zur Förderung dieser Arten umzusetzen. Ein weiteres, nicht minder wichtiges Ziel ist, das Thema „Schutz der Biologischen Vielfalt“ in die Öffentlichkeit zu tragen und viele Gruppen der Bevölkerung zum Mitmachen zu gewinnen. Verwaltungen, Gemeinden, Schulen, Vereine, Wirtschaftsunternehmen und Bürgergruppen sind aufgefordert, konkrete Maßnahmen für diese ausgewählten Arten und ihre Lebensräume umzusetzen.

    Informationen zum Aktionsplan Biologische Vielfalt im Internet unter

    www.aktionsplan-biologische-vielfalt.de

     

    Informationen zu Schoenenberger Pflanzensaftwerk, Magstadt

    Die Firma Schoenenberger produziert seit mehr als 85 Jahren naturreine Heilpflanzensäfte, die als freiverkäufliche pflanzliche Arzneimittel in Apotheken, Reformhäusern und ausgewählten Naturkostgeschäften erhältlich sind.

    Die Presssäfte werden aus frischen Pflanzen ohne Zusatz von Zucker, Alkohol oder Konservierungsstoffen hergestellt. Das Programm umfasst mehr als 30 Pflanzensäfte, die zur Vorbeugung, Linderung und Behandlung verschiedener Beschwerden eingesetzt werden.

    www.schoenenberger.com

     

    Jugendhilfeeinrichtung Ziegelhütte

    Leben, lernen, arbeiten - alles unter einem Dach

    Die Ziegelhütte Ochsenwang ist eine Einrichtung für Erziehungshilfe, die auf der Grundlage der anthroposophischen Menschenkunde Jugendlichen, Eltern und pädagogisch Tätigen Hilfestellungen bietet.

    Die Einrichtung liegt am Rande der Schwäbischen Alb zwischen Stuttgart und Ulm und ist eine Teileinrichtung des Trägervereins Michaelshof-Ziegelhütte e.V. Jährlich werden bis zu vierzig Jugendliche und junge Erwachsene ab vierzehn Jahren in Schule, Werkstätten, Wohngruppen und Wohngemeinschaften auf anthroposophischer Grundlage betreut und gefördert.

    http://www.jugendhilfe-ziegelhuette.de/

     

    Hecken - Bedeutung, Nutzung und Pflege

    Vielerorts gehören Hecken zum charakteristischen Bild der Landschaft. Durch ihren mehrschichtigen Aufbau mit einer Kraut, Strauch und Baumschicht bieten sie zahlreichen Pflanzen- und Tierarten Lebens- und Nahrungsraum.

    Um Hecken mit ihren charakteristischen Pflanzen und Tieren und ihren zahlreichen Funktionen langfristig zu erhalten, müssen sie von Zeit zu Zeit verjüngt werden. Denn ungepflegte, überalterte Hecken werden von unten her kahl: Bäume gewinnen die Oberhand, die Struktur und Artenzusammensetzung der Hecke verändert sich. Früchte tragende Sträucher wie Schlehe oder Weißdorn werden verdrängt und gehen dadurch zahlreichen Insekten und Vögeln als Nahrungsquellen verloren.

    Schon immer wurde aus den Hecken regelmäßig Brennholz gewonnen. Durch diese Nutzung wurden die Hecken gleichzeitig verjüngt. Durch die Herstellung und Nutzung von Hackschnitzeln aus dem Rückschnitt von Hecken geht heute die Nutzung und Pflege von Hecken wieder mehr Hand in Hand. Wichtig dabei: ein Rückschnitt der Feldhecken darf nur von Oktober bis Februar erfolgen. Bei der Pflege von Hecken spricht man vom „Auf den Stock setzen“. Dabei werden jeweils in Abschnitten alle Sträucher in der Hecke 20 bis 40 Zentimeter über dem Boden abgesägt. Immer wieder ist zu beobachten, dass Hecken nicht mehr diese sachgemäße Pflege erhalten sondern lediglich durch einen sogenannten Flankenschnitt in Form gebracht werden. Einer Überalterung der Hecke kann damit nicht entgegen gewirkt werden. Die Hecke verliert dadurch für viele Heckenbewohner ihre Attraktivität. Zweifellos stellt auch eine fachmännische Heckenpflege zunächst einen Eingriff in den Lebensraum Hecke dar. Unterbleibt diese aber, geht die Hecke langfristig verloren.

     

    Informationen zum Neuntöter

    www.naturschutz.landbw.de/servlet/is/67883/

     

    Naturschutzzentrum Schopfloch

    Das Naturschutzzentrum Schopflocher Alb wurde im Juli 1996 eröffnet. Das Land Baden-Württemberg und der Landkreis Esslingen sind gemeinsam Träger des Naturschutzzentrums, das als Stiftung des bürgerlichen Rechts betrieben wird und als gemeinnützige Einrichtung anerkannt ist.

    Zweck der Stiftung ist die Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege sowie der Betrieb des Naturschutzzentrums.

    Das Naturschutzzentrum versteht sich als regionale Einrichtung für die Umweltbildung. Ziel der breit angelegten Öffentlichkeitsarbeit ist es, die Bevölkerung über Naturschutz und Ökologie zu informieren und für die Belange des Naturschutzes zu sensibilisieren. Zudem ist das Naturschutzzentrum eines von mehreren Informationszentren im Netzwerk des Biosphärengebiets Schwäbische Alb und Infostelle des GeoParks Schwäbische Alb.

    Die drei in der unmittelbaren Umgebung liegenden Naturschutzgebiete „Randecker Maar“, „Schopflocher Moor“ und „Oberes Lenninger Tal mit Seitentälern“ werden durch das Naturschutzzentrum betreut.

     

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