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  • Abteilung 2
    19.04.2016
    Regierungspräsident Johannes Schmalzl überreicht gemeinsam mit LKA-Präsident Ralf Michelfelder Bundesverdienstkreuz an Leitenden Kriminaldirektor a.D. Dr. Johann Podolsky
    Schmalzl: „Anerkennung seiner herausragenden Verdienste um die bundesweite Einführung und erfolgreiche Umsetzung der Einziehung kriminellen Vermögens – wichtige Stärkung des Rechtsstaates und des Opferschutzes!“

    Bundespräsident Joachim Gauck hat am 19. Dezember 2015 dem Leitenden Kriminaldirektor a.D. Dr. Johann Podolsky aus Sindelfingen das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Der bis 2012 im LKA Baden-Württemberg tätige Dr. Podolsky hat sich um die „Vermögensabschöpfung“ deutschlandweit verdient gemacht. Im Auftrag von Ministerpräsident Winfried Kretschmann überreichte Regierungspräsident Johannes Schmalzl heute diese hohe Auszeichnung gemeinsam mit LKA-Präsident Ralf Michelfelder im Beisein von Abgeordneten und Vertretern von Justiz und Polizei.

    Schmalzl betonte dabei: „Es ist ganz maßgeblich seiner Initiative und seinem persönlichen Einsatz zu verdanken, dass in Deutschland die sogenannte Vermögensabschöpfung mittlerweile zum Standard strafrechtlicher Ermittlungen und gerichtlicher Sanktionspraxis in Fällen gewinnträchtiger Kriminalität geworden ist und außerordentlich erfolgreich praktiziert wird. Als Leiter eines Teams von Mitarbeitern im LKA BW hat er die Idee der Verfahrensintegrierten Finanzermittlung mit dem Ziel der Gewinnabschöpfung entwickelt, hierzu eine Reihe taktischer und rechtlicher Anwendungshilfen entworfen und die Ausbildung zum polizeilichen Finanzermittler konzipiert und umgesetzt. Hieraus hat sich in kurzer Zeit ein von Polizei und Justiz gemeinsam getragenes Vorhaben mit dem Ziel entwickelt, schon im laufenden strafrechtlichen Ermittlungsverfahren die Grundlagen zu schaffen, um Straftäter nicht nur ihrer verdienten Strafe zuzuführen, sondern dafür Sorge zu tragen, dass ihnen ihr kriminell erwirtschaftetes Vermögen ebenfalls entzogen wird. Was sich wie eine Selbstverständlichkeit anhört, war leider jahrzehntelang nicht die Regel. Der Schlüssel zum Erfolg liegt hierbei darin, bei den Ermittlungen zur Straftat nicht nur die verletzten Rechtsnormen im Auge zu haben und diese Straftatenbegehung beweisfest zu untermauern, sondern parallel die Finanzströme der Kriminellen zu durchleuchten und illegal erwirtschaftetes Vermögen zu identifizieren.  Dr. Podolsky hatte maßgeblichen Anteil daran, dass sich aus dem Pilotprojekt ein bundesweit geteilter und gemeinsam fortentwickelter Standard mit Vorbildfunktion auch auf die Nachbarstaaten entwickelte. Hierfür hat er an zahlreichen Fortbildungsveranstaltungen von Polizei und Justiz, so z.B. an der Deutschen Richterakademie und beim Bundeskriminalamt, aber auch im benachbarten Ausland mitgewirkt. Diese bundesweite Wiederbelebung der zuvor brachliegenden Vermögensabschöpfung, die Weiterentwicklung dieser Maßnahme sowie die Lehrtätigkeit gingen weit über seine beruflichen Verpflichtungen hinaus, zumal er insbesondere die Vorbereitung seiner Lehrtätigkeit stets in seiner Freizeit vorgenommen hat. Sein berufliches Engagement kann insoweit als herausragend bezeichnet werden“, lobte der Regierungspräsident.

    LKA-Präsident Ralf Michelfelder betonte: „Es freut mich ganz besonders, dass Dr. Johann Podolsky mit der heutigen Auszeichnung in die Reihe der polizeilicher Pioniere eingehen wird. Er hat mit seiner Pionierarbeit die Vermögensabschöpfung fest in der Polizei und bei der Justiz verankert.“ Michelfelder nutzte darüber hinaus die Gelegenheit zu betonen, dass es nun gelte, nicht bei dem Erreichten stehen zu bleiben, sondern erkannte Defizite der Vermögensabschöpfung durch eine Optimierung der Rechtslage zu beheben. So sei es an der Zeit, die Einziehung von Vermögen unklarer Herkunft zu vereinfachen und die Opferentschädigung zu erleichtern. 

    Neben dem materiellen Ertrag wird mit der Vermögensabschöpfung vor allem auch der Rechtsstaat gestärkt und öffentlich deutlich gemacht, dass sich Straftaten und Ordnungswidrigkeiten nicht lohnen dürfen. Das von Dr. Podolsky entwickelte Konzept ist daher eine der bedeutendsten Neuerungen der polizeilichen und justiziellen Ermittlungsarbeit, die ohne Zweifel aufs Engste mit seiner Person und seinem Namen verknüpft ist. Seine überaus erfolgreiche berufliche Laufbahn im Polizeidienst Baden-Württembergs begann der 1952 im Kreis Sigmaringen geborene und in Sindelfingen wohnhafte Dr. Johann Podolsky 1969 im mittleren Polizeivollzugsdienst; 1979 wurde er zum LKA BW abgeordnet. Berufsbegleitend erwarb er die Fachhochschulreife und erwarb im Anschluss die Befähigung  für den gehobenen Polizeivollzugsdienst. Nach einigen Jahren Berufspraxis studierte er ab 1988 in Tübingen und Stuttgart Jura und trat nach dem 2. juristischen Staatsexamen 1992 beim LKA erneut in den Polizeivollzugsdienst ein. Nach seiner Promotion im Jahr 1995 an der Universität Tübingen war er anschließend beim LKA in verschiedenen Positionen u. a. als Dezernatsleiter „Vermögensabschöpfung“ und Leiter der Abteilung „Einsatzunterstützung“ bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand im Jahr 2012 tätig.

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