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  • Abteilung 5
    22.07.2016
    Ökologische Verbesserung der Tauber in Tauberbischofsheim - Mehr Raum für die Tauber: Ziel ist die Verbesserung der ökologischen Vielfalt
    Ab Ende Juli werden auf einer Länge von rund 900m 60.000 m3 Erde bewegt – Land investiert rund 1 Million Euro - Zeitliche Einschränkung der Freizeitnutzung an der Tauber

    ​Europäische Vorschriften (Europäische Wasserrahmenrichtlinie - WRRL) haben sich zum Ziel gesetzt, für die Oberflächengewässer einen guten ökologischen Zustand zu erreichen. Im Gebiet von Tauberbischofsheim weist die Tauber im begradigten Abschnitt zwischen Dittigheim und Impfingen diesbezüglich große Mängel auf.  Das Land Baden-Württemberg, vertreten durch das Regierungspräsidium Stuttgart, beabsichtigt daher, zunächst den nördlichen Teil der begradigten Tauber wieder in einen naturnäheren Zustand  zu versetzen. Dies soll etwa durch Aufweitungen und teilweise Verlegung des Flussbettes geschehen. Maßnahmen wie die Schaffung von Flachwasserbereichen, das Anlegen von Kiesbänken und Kiesinseln oder der Erstellung von Eisvogelwänden sollen vielfältige Lebensräume für Flora und Fauna schaffen. Das Land Baden-Württemberg investiert rund 1 Million Euro.

    Der Bereich der Baumaßnahme beginnt in etwa auf Höhe der Kläranlage und endet ca. 900m flussab. Ufergehölze und Obstbäume wurden im erforderlichen Umfang bereits im Februar gerodet, die Verlegung von vorhandenen Leitungen im Kreuzungsbereich der Tauber steht noch aus. Auch der gewässerbegleitende Radweg wird im Zuge der Maßnahme verlegt werden müssen.

    Bei der Neugestaltung des Flussbettes fallen große Abtragsmengen Erde an. Ein Teil davon wird für die geplanten Dämme zum Hochwasserschutz für Tauberbischofsheim verwendet und soll daher in der näheren Umgebung zwischengelagert werden. Der Oberboden ist für den Auftrag auf landwirtschaftliche Flächen mit minderer Bodenqualität geeignet und soll, soweit er nicht wieder angedeckt wird, dafür verwendet werden.

    Gehölzpflanzungen sind nur in eingeschränktem Umfang entlang der Mittelwasserlinie geplant und dabei mit Schwerpunkt an den Prallufern. Außerhalb des Flussbettes sind nur Einzelgehölzpflanzungen und in geringem Maß Initialpflanzungen geplant. Der weitere Gehölzaufwuchs soll durch die natürliche Sukzession erfolgen und dann durch Pflegemaßnahmen reguliert werden.

    An zwei Stellen sind Freiflächen mit Blick auf die renaturierten Flussabschnitte eingeplant. Diese sollen für die Naherholung mit Sitzgelegenheiten ausgestattet werden.

    Offizieller Baubeginn ist Ende Juli 2016. Die Arbeiten werden durch die im Wasserbau erfahrene Firma Zehe GmbH aus Burkardroth, welche den Zuschlag für die ausgeschriebenen Arbeiten erhielt, ausgeführt. Im Frühjahr 2017 sollen die Arbeiten beendet sein, Nachbesserungen durch Veränderungen als Folge hoher Wasserstände sind im Laufe des Jahres 2017 jedoch eventuell noch erforderlich.

    Die Baumaßnahmen mit direktem Eingriff in das Gewässer werden im Zeitraum des hoffentlich geringsten jährlichen Wasserabflusses im Spätsommer und Frühherbst und damit außerhalb der Fischlaichzeit liegen. Außerdem wird die Hauptzeit der Vogelbrut zu Ende sein und auch die Biberaufzucht wird nicht beeinträchtigt. Die Belastung für die Tierwelt soll damit minimiert werden. Alle Arbeiten im Uferbereich und im Flussbett dürfen nur mit Maschinen und Geräten, die für Arbeiten am und im Wasser zugelassen sind, ausgeführt werden.

    Während der Schulferien im Sommer 2016 muss zumindest zeitweise die Radwegverbindung zwischen Tauberbischofsheim und Impfingen gesperrt werden. Diese wird entsprechend beschildert. Die Zufahrt zu den nicht von der Baumaßnahme direkt betroffenen Wiesen und Äckern bleibt bestehen.

    Die Freizeitnutzung ist während der gesamten Bauzeit rechts der Tauber eingeschränkt. Für Kanu- und Bootfahrer ist die Tauber im betroffenen Abschnitt zeitweise nicht befahrbar. Die Bootsverleiher in der Umgebung wurden darüber bereits informiert. Das Regierungspräsidium Stuttgart bittet in der Bürgerschaft um Verständnis für Beeinträchtigungen durch die Baumaßnahme. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird sich jedoch ein deutlich erhöhter Freizeitwert durch die neue Struktur- und Artenvielfalt ergeben.

​​Pressestelle

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Katja Lumpp
Pressesprecherin
EMail pressestelle@rps.bwl.de

Matthias Kreuzinger

Pressereferent
EMail pressestelle@
rps.bwl.de

Désirée Bodesheim
Pressereferentin
EMail pressestelle@rps.bwl.de