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  • Abteilung 5
    08.05.2018
    Unterwegs in Naturschutzgebieten – Zum Start der Wandersaison veröffentlicht das Regierungspräsidium neue Faltblätter für das NSG Spielburg und für die Weidewälder bei Waldenburg
    Regierungspräsident Wolfgang Reimer: „Wir möchten Interesse wecken, Wissen vertiefen und für Naturschutzbelange sensibilisieren.“

    ​Das Regierungspräsidium Stuttgart hat kürzlich zwei neue Faltblätter zum Naturschutzgebiet Spielburg im Landkreis Göppingen und zu den Weidewäldern bei Waldenburg im Hohenlohekreis veröffentlicht. „In diesen Gebieten haben wir für die zahlreichen Besucher schon vor einigen Jahren Informationstafeln aufgestellt“, lässt Regierungspräsident Wolfgang Reimer wissen. „Wir wollen darüber hinaus, dass sich die Besucher auch zu Hause, vor oder nach einem Besuch der Naturschutzgebiete informieren können. Damit wollen wir Interesse wecken, Wissen vertiefen und für Naturschutzbelange sensibilisieren, damit sich auch die nach uns Kommenden an der einmaligen Landschaft dieser Naturschutzgebiete freuen können.“

    1,5 % der Fläche des Regierungsbezirks Stuttgart sind Naturschutzgebiet. Diese gut 250 Gebiete sind die Kronjuwelen des Bezirks und wichtiger, wenn nicht letzter Rückzugsort für eine vielfältige Lebensgemeinschaft zahlreicher Tiere und Pflanzen. Hier genießt die Natur per Verordnung Vorrang und die Flächennutzung erfolgt angepasst an die Schutzbelange. Häufig orientiert sie sich an tradierten Nutzungsarten, die unsere einmalige Kulturlandschaft formten. Gegenwart und Vergangenheit erschließen sich hier dem interessierten Betrachter. Unsere Naturschutzgebiete sind wichtiger Ort für Naturerfahrung und Wissensvermittlung. Das Regierungspräsidium unterstützt mit Ausstellungen, Schautafeln und mittlerweile rund 80 unterschiedlichen Faltblättern und Broschüren. Künftig soll die Wissensvermittlung darüber hinaus vermehrt über Naturschutz-Apps verfolgt werden.
    Immer mehr Erholungssuchende wissen die Attraktivität der Naturschutzgebiete zu schätzen. „Das freut uns sehr“, so Reimer, „allerdings ist der Besucherdruck zum Teil enorm und bleibt nicht ohne Spuren. Nur wenn sich alle an die vorgesehenen Maßnahmen der Besucherlenkung halten, können unsere Schätze weiterhin glänzen.“ In den meisten Naturschutzgebieten ist es ohnehin verboten, die ausgewiesenen oder befestigten Wege zu verlassen. Hunde müssen angeleint und der Müll zu Hause entsorgt werden.

    So auch im Naturschutzgebiet Spielburg, dessen Besonderheiten und Wegeführung eines der beiden neuen Faltblätter beschreibt und illustriert. Das Gebiet liegt unterhalb des Hohenstaufens, einem der bekannten drei Kaiserberge und wird von Erholungsuchenden stark genutzt. Leider verursachen hier querfeldeinfahrende Radfahrer mittlerweile irreversible Schäden an der Vegetation. Frei laufende Hunde vertreiben oder verletzen regelmäßig Schafe, brütende Vögel oder nach Nahrung suchende Wildtiere. Das ist für das nur 31 ha große Naturschutzgebiet im Göppinger Stadtteil Hohenstaufen, das 1994 vom Regierungspräsidium Stuttgart ausgewiesen wurde, besonders schlimm. Denn nur hier konnte sich im Albvorland durch eine geologische Besonderheit eine kleine Alb-Heidelandschaft mit Kalkfelsen und Kalkmagerrasen bilden. Viele besonders geschützte Tier- und Pflanzenarten, die man ansonsten in dieser Dichte erst wieder in den Schutzgebieten auf der Alb findet, leben auf der Spielburg-Scholle gleichsam in einer Enklave. Sie können nicht einfach ausweichen und sind anders als etwa Querfeldeinfahrer auf das Naturschutzgebiet angewiesen.

    Ein weiteres Faltblatt ist den Weidewäldern bei Waldenburg im südlichen Hohenlohekreis gewidmet. Die lichten, parkähnlichen Wälder, Überbleibsel historischer Nutzungsformen, finden sich in drei bereits 1939 und 1969 ausgewiesenen Naturschutzgebieten: „Obere Weide“, „Entlesboden“ und „Viehweide auf Gemarkung Michelbach“. Die Gebiete liegen im Norden des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald und sind gern besuchte Ausflugsziele. Mehrere Tafeln geben vor Ort Hintergrundwissen zum einmaligen, nostalgisch anmutenden Landschaftsbild der Weidewälder, der seltenen Pflanzen- und Tierwelt sowie den neuen Pflegekonzepten, insbesondere der Waldweide. In den letzten Jahren wuchs das öffentliche Interesse an den Waldweide-Naturschutzgebieten stetig. Mehrfach wurde die dort wieder praktizierte Waldweide in Presse, Funk und Fernsehen vorgestellt. Sie wird - wenn möglich - weiter ausgebaut. Das neue Faltblatt soll Interessierten einen Überblick über die Besonderheiten dieser Weidewälder und der aktuellen Entwicklung bei der Pflege geben. Es kann zur Vor- oder Nachbereitung eines Besuchs der Schutzgebiete dienen und enthält einen Radwandervorschlag, der auch in die außergewöhnlich gelegene Stadt Waldenburg und zu weiteren Sehenswürdigkeiten führt.

    Die Faltblätter sind beim Regierungspräsidium Stuttgart, über den Webshop der LUBW und in den Rathäusern in Göppingen, Waldenburg und Öhringen sowie bei den Landratsämtern kostenlos erhältlich. Die digitale Version der Faltblätter kann unter folgendem Link heruntergeladen und eingesehen werden: https://rp.baden-wuerttemberg.de/rps/Abt5/Naturschutzgebiete/Seiten/Flyer-Naturschutzgebiete.aspx

    Anlage:   
    Faltblatt NSG Spielburg (PDF, 1,2 MB)
    Faltblatt Weidewälder bei Waldenburg (PDF, 2,7 MB)

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