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  • Abteilung 3
    12.02.2020
    67. Württembergische Weinbautagung
    Zwei Jahre Trockenheit – geht uns das Wasser aus?

    Bereits zum 67. Mal fand heute die vom Regierungspräsidium Stuttgart und der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau (LVWO) Weinsberg gemeinsam veranstaltete Württembergische Weinbautagung in Weinsberg (Landkreis Heilbronn) statt. Mit über 11.000 Hektar in Württemberg ist der Weinbau ein bedeutender Wirtschaftsfaktor innerhalb der Landwirtschaft.

    Themen und Vorträge auf der 67. Württembergischen Weinbautagung

    Bernhard Ritz, Referatsleiter für Pflanzliche und Tierische Erzeugung am Regierungspräsidium Stuttgart, begrüßte das Fachpublikum und gab einen Überblick über das vergangene Weinjahr in Württemberg. Die Ertragsprognose musste nach unten angepasst werden, sodass mit rund 9,5 Millionen Hektoliter ein Minus von 15 Prozent zum Vorjahr, jedoch lediglich fünf Prozent zum langjährigen Mittel von 93 Hektoliter pro Hektar, produziert wurde.

    Nach einem Grußwort des Weinsberger Bürgermeisters Stefan Thoma sprach Ministerialdirigent Dr. Konrad Rühl vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz über die Entwicklungen in der Weinbaupolitik. Die große Frage nach den Veränderungen in der Branche können nur in konstruktiven Gesprächen beantwortet werden. Hier wird auch weiterhin zusammen mit der Praxis und deren Verbänden an Lösungen gearbeitet. Neben den allgemeinen Veränderungen im Landwirtschafts- und Naturschutzrecht steht die Weinbranche auch vor der Anpassung und Vereinfachung des Weinbezeichnungsrechts.

    Prof. Dr. Joachim Müller, Leiter des Fachgebiets Agrartechnik in den Tropen und Subtropen am Institut für Agrartechnik der Universität Hohenheim stellte die Bedeutung der Ressource Wasser auf unserem blauen Planeten in seinem Vortrag „Wasser – eine Ressource unter Stress“ heraus. Hierbei wurde insbesondere auf die globale Verteilung und Verfügbarkeit, sowie die deutlichen Unterschiede im Pro-Kopf-Verbrauch eingegangen. Der Forscher wird auch weiterhin die Ursachen für Wasserstress beleuchten, um die daraus resultierenden Probleme anzusprechen und Lösungsbeiträge der Agrarforschung aufzuzeigen.

    Walter Gudera, Referat Grundwasser an der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg fasste für das Land Baden-Württemberg zusammen: „Die Entwicklung der Lufttemperatur in den vergangenen Jahrzehnten spricht eine klare Sprache. Auch in Zukunft ist mit überdurchschnittlichen und voraussichtlich weiter steigenden Temperaturen zu rechnen. Die zukünftige Entwicklung von Niederschlagsmenge und –verteilung und damit auch von Bodenwasserhaushalt und Grundwasserneubildung ist vergleichsweise unsicher.“

    Abrundend referierte Dr. Dietmar Rupp von der Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau (LVWO) in Weinsberg zu den Möglichkeiten, den Grenzen und den Anforderungen der Bewässerung im Weinbau. Da die Engpässe in der Wasserverfügbarkeit zunehmen, benötigt die Praxis ein praktikables Steuerungskonzept, um die richtige Menge zum richtigen Zeitpunkt zu bewässern. Letztendlich muss sich ein Betrieb vor allem fragen, ob die geplante Investition auch rentabel ist. In seinem Referat beantwortete Dr. Rupp die Fragen der Praktiker und zeigte parallel die weinbaulichen Maßnahmen zur Verringerung des Bewässerungsbedarfs auf.

    Andreas Braun, Geschäftsführer der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg konnte erfreulicherweise feststellen, dass der Weintourismus im Land stetig an Bedeutung zunimmt. Zur weiteren Profilierung wurde das Weintourismuskonzept „Weinsüden“ vorgestellt. Hierzu wurden unter anderem Qualitätskriterien für verschiedene Produkte, wie die „Weinsüden Hotels“, die „Weinsüden Vinotheken“ oder „Wein und Architektur“ eingeführt und den besten Betrieben und Konzepten ein Siegel verliehen. Zudem wurde die Veranstaltungsreihe „Weinsüden Pop-Up“ ins Leben gerufen, die besonders den Jungwinzern aus Baden-Württemberg eine Plattform bietet, um ihre Weine in einem lockeren und modernen Rahmen zu präsentieren.

    Die Spezialisten der LVWO, Martin Strauß, Uwe Michelfelder und Hanns-Christoph Schiefer referierten zu den Themen „Technik der mechanischen Unkrautbekämpfung“ und „Mechanik statt Chemie – weinbauliche und betriebswirtschaftliche Betrachtung“. Zwei Fragestellungen, die im Zusammenhang mit der Pflanzenschutzmittelreduzierung auch weiter von Bedeutung sein werden.

    Das gesamte Programm kann dem anhängenden Flyer entnommen werden. Die Württembergische Weinbautagung kann auch als Livestream verfolgt werden.

    Hintergrundinformationen:
    Die Württembergische Weinbautagung findet bereits zum 67. Mal statt. Die Organisation und Durchführung liegt in den Händen des Regierungspräsidiums Stuttgart und der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg (LVWO). Die LVWO ist eine Landesanstalt des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz.

    Anlage:
    Flyer Weinbautagung (PDF, 2 MB)

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