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Pressemitteilung

Fachtagung „Radikalisierungstendenzen junger Menschen in Schulen - Wahrnehmen – deuten – handeln“

​Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie sind herzlicheingeladen zur

Fachtagung„Radikalisierungstendenzen junger Menschen in Schulen -
Wahrnehmen – deuten –handeln“
am Freitag, 3. Juni 2016, ab 08:30 Uhr
im Commundo Tagungshotel,
Universitätsstraße 34,70569 Stuttgart-Vaihingen.

Mit der Idee, ersteAnzeichen radikalisierter Handlungen wahrzunehmen, diese zu deuten undpräventiv tätig zu werden, liegt das Augenmerk der Veranstaltung auf derPrävention. Es geht darum, zuerkennen: Was ist pubertäres Verhalten oder Provokation und wo beginnt dieRadikalisierung?

Die Fachtagung findet imRegierungsbezirk Stuttgart erstmalig in dieser Form statt. Sie ist eineKooperation der Polizeipräsidien Stuttgart, Ludwigsburg und Reutlingen, derAbteilung „Schule und Bildung“ des Regierungspräsidiums Stuttgart und desLandeskriminalamts Baden-Württemberg. Zur Zielgruppe gehören insbesondereSchulleitungen, Lehrkräfte, Schulpsychologinnen und –psychologen, ebenso wieSchulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter im Großraum Stuttgart.

Anerkannte Expertinnen und Experten gebenInformationen zum Erkennen von Radikalisierungsprozessen und Handlungsideen, umdiesen mit pädagogischen Maßnahmen entgegenwirken zu können. DieGrundinformationen aus den Fachvorträgen am Vormittag werden im Anschluss daranin Workshops weiter vertieft. Zudem bietet die Tagung Gelegenheit, sich mitNetzwerkpartnern vor Ort auszutauschen und zu verzahnen.

Hintergrundinformation:

Inunseren Schulen besteht Handlungsbedarf zur Thematik „Radikalisierung jungerMenschen“.  Bereits vor einem Jahr wurdedaher eine gemeinsame Erklärung für ein friedvolles Miteinander an Schulen vom Kultusministeriumsowie Vertretern und Vertreterinnen verschiedener Religionsgemeinschaftenunterschrieben. Auch der Bildungsplan 2016 formuliert entsprechend dieserErklärung in seinen Leitperspektiven "Bildung für Toleranz und Akzeptanzvon Vielfalt" und "Bildung für nachhaltige Entwicklung" denAuftrag Weltoffenheit in allen Fächern zu vermitteln. So wird das gemeinsameLeben und Lernen von Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichenGlaubensrichtungen weiterhin unterstützt. Die Absicht, radikale Tendenzen möglichst frühzeitig zu erkennen undpräventiv entgegen wirken zu wollen, wird durch die dritte Leitperspektive„Prävention und Gesundheitsförderung“ im Bildungsplan 2016 ergänzt.

WerToleranz, respektvollen Umgang miteinander und Verständigung bereits in frühenJahren im Kindergarten und in den Schulen gelernt hat, lebt dies auch alsErwachsener. Schulen sind primäre Lernorte, an denen Kinder und Jugendliche denUmgang mit Vielfalt und unterschiedlichen Haltungen erfahren und lernen. Siebergen auch die Gefahren von Konflikten. Umso wichtiger ist es, in Schulenpräventiv zu handeln und Schülerinnen und Schülern, die radikalisierteHaltungen einnehmen, Gespräche anzubieten, sie in der Entwicklung vonLebenskompetenzen zu stärken und es ihnen zu ermöglichen „Nein“ zu sagen.

Jugendliche,die in den Krieg ziehen wollen, machten in den vergangenen Monaten  immer wieder Schlagzeilen. Im jugendlichen Eifer ist es nicht untypisch, sich fürIdeale und gegen vermeintliches Unrecht in der Welt zu engagieren. Dengesamten, mehrstufigen Radikalisierungsprozess bis hin zur Bereitschaft zutöten (und zu sterben) durchlaufen wenige. Ihre Hinwendung zuradikalisierten Haltungen und Handlungen gestaltet sich sehr individuell, siefolgt keinem schematischen Muster. Sie ist häufig Ausdruck einer persönlichenSuche nach Antworten, begünstigt durch biographischeUmbruchsituationen.

Präventionist seit jeher gemeinsame Aufgabe von Schule und Polizei. Um zu verhindern,dass junge Menschen in den (religiösen) Extremismus abdriften, sind nicht nurgrundlegende Kenntnisse über den Islam von Bedeutung, sondern auch, dassKonsequenzen aufgezeigt werden und mit Schülerinnen und Schülern in den Dialogüber Werte und Demokratie gegangen wird.

Hinweisefür die Pressevertreter:

Pressevertreter sind herzlicheingeladen, über die Tagung in Wort und Bild zu berichten. Die Referenten derImpulsvorträge stehen für Interviews am Rande der Veranstaltung zur Verfügung.

Die Registrierung (unbedingterforderlich) und Anmeldemöglichkeit zu den Workshops erfolgt über den folgendenLink:

http://rps-schule.de/umfrage/index.php/63355?lang=de

Programmflyer (pdf, 640 KB)