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Pressemitteilung

Quarantänezone wegen des Asiatischen Laubholzbockkäfers in Hildrizhausen und Monitoringzone in Altdorf ab 2021 aufgehoben (Landkreis Böblingen) | Nach mehrjährigen und umfassenden Maßnahmen gilt der eingeschleppte Schädling in Baden-Württemberg als

Zeitungsstapel

Der Pflanzengesundheitsdienst des Regierungspräsidiums Stuttgart beendet nach rund vier Jahren in Abstimmung mit dem Landratsamt Böblingen die Quarantänezone in der Gemeinde Hildrizhausen und die Monitoringzone in der Gemeinde Altdorf wegen des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB). Nachdem der Käfer im Sommer 2016 entdeckt worden war, wurde eine Quarantänezone um die Befallszone in Hildrizhausen eingerichtet. Da der Käfer im Herbst 2016 auch in der Nachbargemeinde Altdorf gemeldet wurde, aber kein befallenes Gehölz gefunden werden konnte, wurde dort lediglich eine Monitoringzone um den Fundort festgelegt.

Das aus China und Korea eingeschleppte Tier kann befallende Laubbäume innerhalb weniger Jahre zum Absterben bringen und richtet so enormen Schaden in der Forstwirtschaft an. In den betroffenen Gebieten wurde der Asiatische Laubholzbockkäfer deshalb mit großem Aufwand bekämpft. Sämtliche Wirtspflanzen wie Ahorn, Birken, Pappeln, Rosskastanie, Ulmen und Weiden, die der Käfer bevorzugt befällt, wurden im Januar 2017 in der Befallszone gefällt, gehäckselt und verbrannt. Die nicht gefällten Gehölze von geringer Gefährdung wurden jedes Jahr im Sommer und Winter auf Befall kontrolliert. Für diese Arbeiten kamen auch Baumkletterer und Spürhunde zum Einsatz. Als flankierende Maßnahme wurden junge Ahornbäume zum Anlocken der Käfer gepflanzt sowie spezielle Prallfallen mit Käferlockstoffen aufgehängt. Ein Kataster mit rund 14.000 erfassten Pflanzen diente der Dokumentation und Überwachung der Maßnahmen. Enorme Mengen Pflanzenmaterial aus den betroffenen Gebieten mussten sicher entsorgt werden. Sämtliche Brennholzlager in einem Radius von zwei Kilometern um die Befallszone wurden kartiert und der Laubholztransport aus diesen Gebieten verboten. An 36 Stellen wurden Hinweisschilder aufgestellt, die auf die Quarantäne- und Monitoringzone und das Verbot des Holztransports hinwiesen.

Mittlerweile sind diese Schilder abgebaut worden. Da keine Funde des Asiatischen Laubholzbockkäfers mehr gemacht werden konnten, gilt der Käfer in den Gemeinden Hildrizhausen und Altdorf nach der vorgeschriebenen vierjährigen Quarantänezeit als erfolgreich ausgerottet. Gelungen ist dies aufgrund der zügigen und konsequenten Umsetzung der Maßnahmen durch die beteiligten Behörden und Kommunen sowie durch das kooperative Mitwirken der Bevölkerung vor Ort. Beteiligt waren neben dem Landratsamt Böblingen, dem Regierungspräsidium Stuttgart und den Gemeinden Hildrizhausen und Altdorf auch das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg sowie die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg.

Mit der erfolgreichen Ausrottung des Asiatischen Laubholzbockkäfers in Hildrizhausen und Altdorf ist Baden-Württemberg als erstes Bundesland wieder frei von diesem invasiven Käfer.