Pressemitteilung

Vaihingen an der Enz: Amtseinsetzung von Oberbürgermeister Uwe Skrzypek

Regierungsvizepräsidentin Sigrun von Strauch: „Ich wünsche Oberbürgermeister Uwe Skrzypek viel Erfolg, Akzeptanz und Kraft zum Umsetzen all seiner zukünftigen Aufgaben“

Heute Abend (14. September 2022) wurde Uwe Skrzypek feierlich in sein Amt als neuer Oberbürgermeister von Vaihingen an der Enz eingesetzt. Bei seiner Ansprache gratulierte ihm die Stuttgarter Regierungsvizepräsidentin Sigrun von Strauch zu seinem Wahlsieg und wünschte ihm einen guten Start und eine erfolgreiche erste Amtszeit.

Gerne stellen wir Pressevertreterinnen und Pressevertretern Auszüge aus der Rede der Regierungsvizepräsidentin zur Verfügung – es gilt das gesprochene Wort:

Lieber Herr Skrzypek, „Kommunalpolitik steuert, sie moderiert, sie beflügelt, sie schafft Lebensqualität, sie schafft Perspektiven“ – wie bereits unser ehemaliger Bundespräsident Gauck so treffend festgestellt hat. Und sie betrifft ganz unmittelbar das alltägliche Leben der Bürgerinnen und Bürger vor Ort. Sei es der Bau einer Kita, der Betrieb eines Schwimmbads oder die Sanierung einer Schule. Dabei handelt es sich stets um Entscheidungen der Kommunen für die Infrastruktur für die Einwohnerinnen und Einwohner und die ortsansässige Wirtschaft.

Offenheit und Bürgernähe
In Ihrer neuen Funktion sind Sie also ganz nah an der Umsetzung und ganz nah an den Menschen – genauso wie Sie es sich gewünscht haben. Und Ihre Verbundenheit zu den Menschen hat sich bereits im Wahlkampf gezeigt. Sie haben alle Teilorte mehrmals besucht, sind mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch gegangen, haben zugehört, diskutiert und bestimmt auch bereits die ein oder andere Anregung für Ihre weiteren Aufgaben mitgenommen. Diese Kultur des Miteinanders, der Offenheit und Ehrlichkeit – wie Sie es selbst bezeichnen – hat dazu geführt, dass eine Mehrzahl der Vaihinger Bürgerinnen und Bürger Ihre kommunalpolitische Gipfelstürmung mit ihrer Stimme unterstützt haben.

Zukünftige Herausforderungen
Der Wechsel an der Spitze einer Kommune stellt ja auch immer eine große Zäsur im politischen Betrieb einer Stadt dar. Insbesondere nach zwei Amtszeiten und damit 16 Jahren, die Ihr Vorgänger im Amt des Vaihinger Oberbürgermeisters war. Es ist ein Neuanfang, der mit Herausforderungen und auch mit Chancen verbunden ist.

Daher kann ich Sie nur darin bestärken, auf die langjährige Erfahrung und Kompetenz Ihrer gut 700 neuen Kolleginnen und Kollegen aus der Verwaltung und dem Gemeinderat zurück zu greifen, die Ihnen sicherlich gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen werden. Gemeinsam mit Ihren Vorstellungen für die Stadt können dadurch tolle zukunftsträchtige Projekte entstehen.

Mobilität neu denken
An Ideen und Vorhaben mangelt es Ihnen nicht. Sie möchten die Mobilität neu denken, den Verkehr vernetzen und die Teilorte durch ein Radwegenetz verbinden. Die Umwandlung der ehemaligen Nebenbahn der Württembergischen Eisenbahngesellschaft zu einen Geh- und Radweg ist ein gutes Beispiel von Wiederverwendung bestehender Wegeführung durch alternative und klimafreundliche Mobilität. Deshalb freue ich mich, dass die Stadt Vaihingen an der Enz den bestehenden Radweg Richtung Nordosten nach Kleinglattbach und Richtung Süden nach Enzweihingen verlängert. Durch die Verlängerung ergibt sich auf über 7 Kilometern eine sichere und attraktive Route, die den Fernbahnhof und mehrere Schulen passiert. Ich freue mich, dass die Maßnahme in das Landesförderprogramm LGVFG-RuF aufgenommen wurde und auch nach dem Sonderprogramm „Stadt & Land“ des Bundes gefördert werden kann.

Weitere Projekte
Darüber hinaus möchten Sie vielfältige Wohnformen entwickeln, die sich an die Lebensphasen und –formen der Vaihinger anpassen und im Rahmen eines nachhaltigen städtebaulichen Entwicklungsprogramms die Stadtentwicklung aufeinander abstimmen. Durch den Ausbau kultureller Angebote möchten Sie Lebensqualität der Vaihinger Bürgerinnen und Bürger ebenso bereichern, wie mit der Ausgestaltung naturnaher Lebens- und Aufenthaltsräumen in der Kernstadt und den Ortsteilen.

Gartenschau 2029
Eine große Chance bietet hier sicherlich die Gartenschau, die im Jahr 2029 passend zum 1250-jährigen Stadtjubiläum in Vaihingen ausgerichtet wird. Für die Gartenschau wurde die Vision eines großen, zusammenhängenden, stadtnahen Auenparks gezeichnet. Wesentliche Überlegungen sind die Neustrukturierung und Öffnung der historischen Bürgergärten, die Entsieglung des Industrieareals Häcker mit städtebaulicher Neuordnung und teilweiser Renaturierung der Flächen sowie die naturnahe Umgestaltung der Enz. Der Fluss als Lebensader kommt auch in dem Motto „Vaihingen ENZückt“ zum Ausdruck. 

Finanzen
Die Neugestaltung der Innenstadt oder auch die Entwicklung neuer Stadtquartiere gibt es nicht umsonst. Durch eine ausgewogene und solide Finanzpolitik konnte der Vaihinger Haushalt über die Jahre stabilisiert und Rücklagen aufgebaut werden. Seit Beginn der Coronapandemie im Jahr 2020 ist die finanzielle Situation der Stadt Vaihingen an der Enz wie so vielerorts wieder angespannter. Dennoch ist der Haushaltsausgleich in den letzten Jahren - wenn auch teilweise durch Rückgriff auf die vorhandenen Rücklagen - gelungen. Die bisherige wie auch künftige Aufgabe der Stadt Vaihingen an der Enz wird es sein, auf eine Stärkung des Ergebnishaushalts hinzuarbeiten. Neben der Sicherstellung des Haushaltsausgleichs ist auch die Erwirtschaftung von Eigenmitteln zur Finanzierung von Investitionen und zur Begrenzung der Schuldenentwicklung unabdingbar. Darüber hinaus sollte die Entwicklung der liquiden Eigenmittel der Stadt Vaihingen an der Enz sorgsam im Blick behalten werden und der Fokus bei der Investitionstätigkeit mit einer klaren Priorisierung weiterhin auf den städtischen Pflichtaufgaben liegen. Denn: gerade in Krisenzeiten kommt kommunalen Investitionen eine besondere Bedeutung zu, nur Kommunen mit einem finanzwirtschaftlichen Handlungs- und Gestaltungsspielraum können die lokale Wirtschaft mit antizyklischem Verhalten unterstützen.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, lieber Herr Skrzypek, für all die genannten Aufgaben und noch für viele weitere, die eine Stadt wie Vaihingen/Enz zu erfüllen hat und für all die Dinge, die Sie gerne freiwillig mit den Bürgerinnen und Bürgern gestalten möchten, wünsche ich Ihnen viel Akzeptanz, viel Erfolg, viel Fingerspitzengefühl, viel Freude, Rückhalt in der Bevölkerung, gute Ratgeberinnen und Ratgeber und die erforderliche Kraft zum Umsetzen.