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Pressemitteilung

Wiederbelebung des Jagst-Flussbettes zwischen Ellwangen-Schrezheim und Rainau-Schwabsberg (Ostalbkreis)

Ab kommender Woche wird der Landesbetrieb Gewässer im Regierungspräsidium Stuttgart mit der Umsetzung weiterer lokaler Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstruktur der Jagst beginnen. Die Arbeiten, die Teil des „Aktionsprogramms Jagst“ sind, werden an dem rund vier Kilometer langen Flussabschnitt zwischen Ellwangen-Schrezheim und Rainau-Schwabsberg durchgeführt. Hierbei werden Störsteine, Kiesinseln, Kiesbänke sowie entwurzelte Bäume, sogenannte Totholzstrukturen, in das Flussbett eingebracht.

Regierungspräsident Wolfgang Reimer sagte heute anlässlich des bevorstehenden Starts der Arbeiten: „Alle unsere Maßnahmen zielen darauf ab, das Flussbett der Jagst wieder lebhafter zu gestalten.“ Geschüttete Steinbänke, die Buhnen genannt werden, sollen die derzeit noch geradlinige Strömung umlenken. Durch die unterschiedlichen Strukturen werden flache und tiefe sowie Bereiche mit großer und geringer Strömung und eine kiesige Gewässersohle entstehen – alles wichtige Standortbedingungen für Fische und andere Flussbewohner. „Der Landesbetrieb Gewässer hat im Rahmen des ‚Aktionsprogramms Jagst‘ zur Wiederbelebung und Wiederherstellung der Artenvielfalt bereits viele ähnliche Strukturen in der Jagst erfolgreich geschaffen. Der Flussabschnitt Schrezheim-Schwabsberg ist nun der letzte, in dem wir gezielt durch kleine Initialmaßnahmen Hilfe zur Selbsthilfe leisten, um gute Lebensbedingungen in der Jagst zu schaffen“, so Reimer.

Die Strukturmaßnahmen, die nun umgesetzt werden, wurden gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Landratsamtes Ostalbkreis, der Fischerei und sowie Natur- und Artenschutzbeauftragten entwickelt. Die Arbeiten sollen bis Ende Januar 2020 abgeschlossen sein, wenn die Ufer trocken und damit befahrbar bleiben und die Wasserstände der Jagst es zulassen. Während der Bauzeit werden die benötigten Steine und der Kies mit Lastkraftwagen entlang der Uferwege transportiert und mit einem Bagger im Fluss eingebaut. Die Kosten dieser Maßnahme betragen rund 20.000 Euro und werden vom Land Baden-Württemberg getragen.

Hintergrundinformationen:
Bei einem Großbrand in der Nacht vom 22. auf den 23. August 2015 in der Gemeinde Kirchberg gelangte Mineraldünger in die Jagst und verursachte ein massives Fischsterben. Nach Abschluss erster Sofortmaßnahmen wurde vom Land Baden-Württemberg das „Aktionsprogramm Jagst“ ins Leben gerufen und das Regierungspräsidium Stuttgart mit dessen Umsetzung beauftragt. Ein zentrales Ziel des Programms ist, die geschädigten Flussabschnitte wiederzubeleben und ökologisch zu verbessern.

Weitere Informationen zum „Aktionsprogramm Jagst“ finden Sie auf der Internetseite des Regierungspräsidiums Stuttgart sowie auf der Internetseite des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg


Maßnahme bei Ellwangen: Hufeisen-Buhne, Quelle: RPS


Maßnahme bei Langenburg-Oberregenbach: Strömungstrichter, Quelle: RPS