Pressemitteilung

B 14: Baubeginn für das Murrtalviadukt-Ost bei Backnang

Spatenstich Murrtalviadukt
Das Aufhängen eines Nistkästchens als Schlusspunkt der ökologischen Begleitmaßnahmen

Mit einem feierlichen Spatenstich hat Regierungspräsidentin Susanne Bay heute gemeinsam mit dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Verkehr, Michael Theurer, Verkehrsminister Winfried Hermann sowie Oberbürgermeister Maximilian Friedrich den offiziellen Startschuss für den Bau des Murrtalviadukts-Ost in Backnang (Rems-Murr-Kreis) gegeben.

Damit setzt das Regierungspräsidium Stuttgart den Neu- und Ausbau der B 14 zwischen Nellmersbach und Backnang-West fort. Das Murrtalviadukt-Ost stellt einen wichtigen Teilabschnitt dar und wird zukünftig das bereits bestehende westliche Viadukt ergänzen. Mit einer Fertigstellung des Bauwerks ist voraussichtlich 2025 zu rechnen.

Mehr Leistungsfähigkeit für die Region

Parlamentarischer Staatssekretär Theurer: „Eine leistungsfähige, moderne und effiziente Verkehrsinfrastruktur ist für den Wirtschaftsstandort Deutschland von zentraler Bedeutung. Sie gewährleistet Mobilität und ist Voraussetzung für Beschäftigung, Wohlstand sowie eine hohe Wohn- und Lebensqualität. Der schrittweise Ausbau der B 14 bei Backnang trägt hierzu in wesentlichem Maße bei. Speziell das Murrtalviadukt bildet künftig mit dem nördlich geplanten Bauabschnitt eine weitere verkehrswirksame Einheit. Wir investieren hier rund 91 Millionen Euro, davon aktuell knapp 24 Millionen Euro für das Murrtalviadukt. Damit steigern wir die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts im Rems-Murr-Kreis, entlasten die Ortsdurchfahrten der Stadt Backnang sowie der anliegenden Gemeinden vom Durchgangsverkehr und erhöhen die Verkehrssicherheit.“

Verkehrsminister Winfried Hermann: „Das zweite Brückenbauwerk des Murrtalviadukts ist ein weiterer wichtiger Schritt beim Ausbau der B 14. Dieser Ausbau verbessert nicht nur die Leistungsfähigkeit der Strecke, sondern erhöht gleichzeitig die Verkehrssicherheit und vermeidet Schleichverkehr in den angrenzenden Ortslagen. Das Vorhaben verbessert die Verkehrsanbindung der Region. Mit der kürzlich erfolgten Ausschreibung des Abschnitts zwischen dem Murrtalviadukt und dem Bauende bei der Anschlussstelle Backnang-West ist außerdem sichergestellt, dass beide Projekte in engem zeitlichen Zusammenhang gebaut und fertiggestellt werden können.“

Ein zentrales Infrastukturprojekt

Regierungspräsidentin Susanne Bay: „Mit dem heutigen Spatenstich ist klar, dass der weitere Ausbau der B 14 nunmehr zügig fortgesetzt wird. Unser Ziel ist, die Bürgerinnen und Bürger in Backnang sowie der Region wirksam und zügig zu entlasten und die Verkehrssituation insbesondere für die zahlreichen Pendlerinnen und Pendler dauerhaft zu entspannen. Daher wollen wir auch noch in diesem Jahr den Ausbauabschnitt vom Viadukt bis zur Anschlussstelle Backnang-West in Angriff nehmen.“

Oberbürgermeister Maximilian Friedrich: „Die B 14 ist und bleibt das zentrale Infrastrukturprojekt für den Großraum Backnang. Deswegen ist das zweite Viadukt ein ganz wichtiges Symbol für den Fortschritt dieser längerfristigen Baumaßnahme. Alle Beteiligten sind deshalb dazu aufgerufen, den durchgängigen Ausbau von Waldrems bis zu den Lerchenäckern mit ganzer Kraft und voller Leidenschaft voranzutreiben!“

Ausbau in neun Abschnitten

Mit dem vierstreifigen Ausbau der B 14 soll eine der für den Wirtschaftsraum Stuttgart/Rems-Murr bedeutendsten regionalen Hauptverbindungsstraßen gestärkt werden. Zugleich sollen Ortsdurchfahrten entlastet und damit dort auch Unfallrisiken und Umweltbelastungen spürbar gemindert werden. Das Projekt B 14 Nellmersbach – Backnang/West ist in insgesamt neun Bauabschnitte unterteilt, von denen drei (Baubeginn bis Waldrems, Anschlussstelle Backnang/Mitte sowie Murrtalviadukt Westseite) bereits fertiggestellt sind.

Für das Murrtalviadukt-Ost und die Anschlussstelle Backnang-West ist die Freigabe der erforderlichen Gelder durch den Bund erfolgt. Das Murrtalviadukt-Ost wurde im Dezember 2022 beauftragt. Den Zuschlag hat die Bietergemeinschaft der Firmen Wolff & Müller Ingenieurbau GmbH sowie Wolff & Müller Tief- und Straßenbau GmbH & Co. KG mit Sitz in Stuttgart und Waldenburg erhalten. Der Bau des Murrtalviadukts erfolgt in Seitenlage, daher ist nicht mit wesentlichen Eingriffen in den Verkehr auf der Bundesstraße zu rechnen. Die Bauzeit beträgt voraussichtlich zwei Jahre. Der Bund investiert mit dem Neubau des Murrtalviadukts-Ost rund 23,7 Millionen Euro in den Ausbau der Infrastruktur. Das westliche Murrtalviadukt wurde bereits in den Jahren 2009 bis 2011 gebaut. Der Bund hatte hier zugestimmt den Ersatzneubau vorzuziehen, da das ursprüngliche Bauwerk in schlechtem Zustand war.

Weitere Planung läuft mit Hochdruck

Darüber hinaus wird aktuell für den Bauabschnitt Murrtalviadukt bis Bauende Backnang-West das europaweite Ausschreibungsverfahren durchgeführt. Mit der Auftragserteilung ist voraussichtlich im Herbst 2023 zu rechnen. Das Murrtalviadukt-Ost und dieser Bauabschnitt können im engen zeitlichen Zusammenhang voraussichtlich bis 2027 fertiggestellt werden. Um eine längere Vollsperrung der B 14 zu vermeiden, ist für die Verkehrsführung in der letzten Bauphase des Bauabschnitts die Fertigstellung der Ostseite des Murrtalviadukts erforderlich.

Parallel läuft die Ausführungsplanung für die restlichen Bauabschnitte mit Hochdruck weiter. Mit dem Bau dieser Abschnitte soll sukzessive ab 2024 begonnen werden. Die Fertigstellung des gesamten zweibahnigen, vierspurigen Neubaus der B 14 zwischen Nellmersbach und Backnang/West wird für das Jahr 2028/2029 angestrebt.

Ergänzende Informationen

Das Murrtalviadukt-Ost soll im Erscheinungsbild der 2011 gebauten bestehenden Brücke gleichen. Die sichtbaren Bauteilabmessungen sind deshalb identisch zur bestehenden Brücke. Das Bauwerk ist ein 10-feldriger semi-integraler Durchlaufträger mit 2 Hauptöffnungen als Bogentragwerk über der Talsenke. Die beiden Bögen weisen bei einer Spannweite von je 107,6 Meter eine Höhe über Grund von etwa 20 Meter auf.

Der Überbau wird als vorgespannter zweistegiger Plattenbalken ausgebildet. Die Pfeiler (Breite 1,6 Meter, Dicke 1,00 Meter) werden monolithisch mit dem Überbau verbunden. Die Breite zwischen den Geländern beträgt je Brückenüberbau 14,25 Meter (beider Brücken zusammen 28,50 Meter). Die Konstruktionshöhe (Steghöhe Plattenbalken) beträgt 1,2 Meter. Die Stützweiten belaufen sich auf 20,00 m - 3 x 24,00 Meter - 19,58 Meter - 2 x 107,57 Meter (Bögen) - 19,88 Meter - 2 x 24,00 Meter; die Brückenlänge beträgt somit insgesamt 394,60 Meter.

Weitere Informationen zum Neubau und dem aktuellen Stand der Planung finden Sie auf der Internetseite des Regierungspräsidiums Stuttgart.

Aktuelle Informationen über Straßenbaustellen im Land können Interessierte auf der Internetseite der Straßenverkehrszentrale des Landes Baden-Württemberg abrufen. VerkehrsInfo BW gibt es auch als App (kostenlos und ohne Werbung).

Anlage:
Das Aufhängen eines Nistkästchens als Schlusspunkt der ökologischen Begleitmaßnahmen (jpg, 2 MB)