Befehle des Menübands überspringen
Zum Hauptinhalt wechseln
Sie sind hier: RP Internet »Karlsruhe »Pressemitteilung
Startwebsite des Internetauftritts des Regierungspräsidiums Karlsruhe
  • Abteilung 5
    13.07.2018
    Ertüchtigung des Rheinhochwasserdamms RHWD XXXIX in Mannheim - 2. Bürgerinformationsveranstaltung am 13. Juli 2018 im John Deere Forum in Mannheim
    Damm in Mannheim ist aufgrund seines geotechnischen Zustandes dringend sanierungsbedürftig und hat aufgrund des hohen Schutzgrades höchste Priorität

    Das Regierungspräsidium Karlsruhe informierte heute, 13. Juli 2018, die Öffentlichkeit umfassend über den aktuellen Planungsstand zur Ertüchtigung des Rheinhochwasserdamms XXXIX im Stadtgebiet Mannheim.

    Bürgermeisterin Felicitas Kubala und Armin Stelzer, Leiter des Landesbetriebs Gewässer im Regierungspräsidium Karlsruhe, begrüßten die Teilnehmenden.

    In seiner Einführung machte Stelzer deutlich, dass der Damm in Mannheim aufgrund seines geotechnischen Zustandes dringend sanierungsbedürftig ist und aufgrund des hohen Schutzgrades höchste Priorität bei der Umsetzung hat: ein  Breschenszenario habe bestätigt, dass bei einem Dammbruch damit zu rechnen sei, dass Neckarau und Teile des Lindenhofs innerhalb weniger Stunden bis zu vier Meter hoch überschwemmt werden können und größtenteils im Wasser stünden.
    Dies zu verhindern ist das vorrangige Ziel der Maßnahme. Der Damm soll nun  nach den geltenden allgemein anerkannten Regeln der Technik ertüchtigt werden. Hierzu sind die einschlägigen Regelwerke, die DIN 19712 und das Merkblatt DWA-M 507-1, zu berücksichtigen. In die Neuauflagen dieser technischen Regelwerke sind die Erkenntnisse aus den Hochwasserkatastrophen an Oder und Elbe eingeflossen. Dort hatte sich während der Ereignisse gezeigt, dass Bäume auf und nahe von Dämmen zu gefährlich instabilen Verhältnissen führen und ein Versagen des Dammes zur Folge haben können. „Niemand möchte Bäume fällen“, so Stelzer. „Zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger Mannheims ist es aber in einem gewissen Umfang notwendig“. Um den Eingriff in den Waldbestand möglichst gering zu halten, wurden deshalb im Rahmen der Planungen bereits verschiedene Varianten berücksichtigt.

    Zur Minimierung des notwendigen Eingriffs in den Baumbestand wird das Regierungspräsidium Karlsruhe das „Institut für Bodenmechanik und Felsmechanik“ am Karlsruher Institut für Technik (KIT) beauftragen eine gutachterliche Bewertung vorzunehmen. Die Ergebnisse des Gutachtens werden in die Genehmigungsplanung einfließen.

    Im anschließenden Vortragsteil stellte das Regierungspräsidium Karlsruhe zunächst die Planungsgrundsätze vor und erläuterte diese anschaulich. Die Planungsschritte, der aktuelle Stand und die jeweilige Beteiligung auf verschiedenen Ebenen wurden dargestellt. Die Fachplaner stellten die an die Randbedingungen angepasste Planung in den sechs Planungsabschnitten vom Großkraftwerk Mannheim bis nördlich der Speyerer-Straße vor. Die besondere Situation am Mannheimer Rheinhochwasserdamm XXXIX wurde anhand von Beispielen anderer Maßnahmen, die in der Öffentlichkeit als Vergleich herangezogen werden, erläutert. Ein aktuelles Beispiel aus der Nähe von Speyer belegt dabei eindrücklich, warum die Dammverteidigung bei der Ertüchtigungsplanung eine so große Bedeutung hat. Eingriffe in die Natur sind dabei leider nicht zu vermeiden, gleichwohl müssen diese ausgeglichen werden. Das Konzept zur Kompensation der Eingriffe wurde von der Umweltplanung vorgestellt und erläutert.
    In einem Podiumsgespräch im Anschluss an den Vortragsteil machten Bürgermeisterin Felicitas Kubala, Wolf-Rainer Lowack von der Bürgerinteressengemeinschaft (BIG) Lindenhof und Armin Stelzer ihre jeweiligen Standpunkte noch einmal deutlich: „Die BIG Lindenhof betrachtet den Damm als Landschaftselement des Waldparks am Rheinufer, so Stelzer, er ist aber in erster Linie ein technisches Bauwerk, das dem Schutz der Stadt Mannheim dient und dringend nach den einschlägigen Regeln der Technik ertüchtigt werden muss.“
    Anschließend wurden die Fragen aus dem Publikum von den Teilnehmern des Podiumsgesprächs beantwortet. Diese werden in der bereits veröffentlichten Liste auf der Projektseite des Vorhabens im Internet ergänzt und beantwortet.

    Abschließend hatten die Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit an den Stellwänden ihre Fragen direkt mit den Referentinnen und Referenten zu erörtern.

    Weitere Informationen zum Vorhaben sind auf der Projektseite des Regierungspräsidiums im Internet unter www.rp-karlsruhe.de  Beteiligungsportal  DammertüchtigungsprojekteDammertüchtigung Rheinhochwasserdamm (RHWD) XXXIX in Mannheim zu finden.
    Eckdaten des Vorhabens

    Vorhabenträger: Landesbetrieb Gewässer im Regierungspräsidium Karlsruhe.

    Lage: vom Großkraftwerk Mannheim-Neckarau bis Speyerer Straße auf einer Länge von rund 3,5 Kilometer. Weitere 260 Meter nördlich der Speyerer Straße liegen in der Zuständigkeit der Stadt Mannheim, werden jedoch durch das Regierungspräsidium Karlsruhe mit überplant.

    Ziel: Der Hochwasserdamm ist viele Jahrzehnte alt und steht in der Priorisierung des Dammertüchtigungsprogramms des Landes an höchster Stelle. Er soll möglichst bald saniert werden, um der Stadt Mannheim für die nächsten 80 – 100 Jahre, Schutz vor Überflutungen durch den Rhein zu bieten.

    Maßnahmen:
    • Herstellung der Standsicherheit
    • Schaffung eines durchgängigen Dammverteidigungsweges
    • Ausgleich von Fehlhöhen
    • Einrichtung von Bereichen ohne Bewuchs sowie baumfreier Zonen
    • Entwicklung eines Waldsaums innerhalb der baumfreien Zone
    • Begleitende Umweltplanung

    Zentrale Ansprechpartner:

    Teilnehmende des Podiumsgesprächs:
    Bürgermeisterin Felicitas Kubala, Stadt Mannheim
    Wolf-Rainer Lowack, BIG Lindenhof
    Armin Stelzer, Referatsleiter Landesbetrieb Gewässer im Regierungspräsidium Karlsruhe

    Vorhabenträger Landesbetrieb Gewässer im Regierungspräsidium Karlsruhe:
    Jan-Christoph Walter, Referent Dammertüchtigung
    Jens Teege, Projektleiter

    Beteiligte Fachplaner (Referenten):
    Heinrich Webler, Ing.-Büro icon (Technische Planung)
    Jürgen Santo, IGK Ingenieurgesellschaft Kärcher mbH (Geotechnik)
    Andreas Ness, IUS Institut für Umweltstudien Weibel & Ness GmbH
    Karina Speil, Referentin Öffentlichkeitsbeteiligung Regierungspräsidium Karlsruhe

​​​Pressestelle

Schlossplatz 1 - 3
76131 Karlsruhe
Pressestelle@rpk.bwl.de


Pressesprecher

Uwe Herzel, Pressesprecher
Uwe Herzel
0721 926-4051

Stellvertretung


Irene Feilhauer
0721 926-6266 ​​​​​​​