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  • Abteilung 2
    18.10.2018
    Zahnloser Debattierclub oder wichtige Stimme der Bürger in Europa – welche Bedeutung hat das Europäische Parlament? „DOKULIVE“ - multimediale Zeitreise durch die Geschichte der Europäischen Union im Durlacher Markgrafengymnasium

    „DOKULIVE“ ist eine Dokumentationsreihe des Autors und Politologen Ingo Espenschied, der im Oktober 2018 auf Einladung des Ministeriums der Justiz und für Europa Baden-Württemberg in zwölf Städten Baden-Württembergs gastierte. Mit seinem Bildungsformat „DOKULIVE“ will Espenschied der Öffentlichkeit die Arbeit und die Bedeutung der Europäischen Union (EU) näherbringen. Espenschied machte auf Einladung des Europe Direct Informationszentrums im Regierungspräsidiums Karlsruhe auch am 10. Oktober Station im Markgrafengymnasium in Durlach, wo er vor 150 Oberstufenschülerinnen und -schülern seine Dokumentationsreihe präsentierte. Die Schülerin Julia Ackermann war mit dabei und hat dem Regierungspräsidium Karlsruhe einen Bericht über die Veranstaltung zur Verfügung gestellt:

    „Frankreich ist der Erbfeind!“, so habe sein Großvater reagiert, als er ihm von seinem Studium in Paris erzählt habe. Mit dieser Anekdote steigt Ingo Espenschied, Journalist und Experte für europäische Beziehungen, in das Thema Europa ein. Sie soll zeigen, wie weit Europa in den vergangenen Jahrzehnten gekommen ist und was die Europäische Union bedeutet. In Europa gebe es keine Feindschaften mehr, dank der Einigkeit Europas herrsche heutzutage Frieden auf dem Kontinent, welcher früher immer von Kriegen erschüttert gewesen war. „Populisten“, so Espenschied, „haben nichts Neues zu erzählen“. Das, was Deutschland aber tatsächlich stark mache, sei die Europäische Union (EU).

    Um hierfür ein Verständnis zu entwickeln, lud Ingo Espenschied die Schüler des Markgrafen-Gymnasiums am Mittwoch den 10. Oktober 2018 auf eine multimediale Zeitreise durch die Geschichte der Europäischen Union ein. Den Fokus legte er mit Blick auf die anstehenden Europawahlen im Mai nächsten Jahres auf das Europäische Parlament. Die Demokratiebildung sei ihm wichtig und besonders bei Schülern sei noch etwas zu erreichen, so Espenschied. Einen eingefleischten Wutbürger hingegen werde er wohl kaum noch von Europa begeistern können. Vor Jugendlichen rede er sehr gerne: „Sie sind ein dankbares Publikum, immer interessiert, aufmerksam und neugierig.“

    Mit dem Format DOKULIVE, einer abwechslungsreichen Präsentation aus Bildern und Videos, die er kommentiert und erklärt, führt er die Schülerinnen und Schüler von den ersten europäischen Bewegungen, über den Schuman-Plan, die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl und weitere Stationen europäischer Geschichte, über Krisen und Errungenschaften bis zur heutigen EU. „Europa ist ein Prozess“, kommentiert Espenschied. Espenschied schloss die Präsentation mit der rhetorischen Frage ab: „Brauchen wir Europa?“ Seine Antwort: ein klares „Ja“. Deutschland habe in der Welt mit seinen 80 Millionen Einwohnern kein Gewicht, Europa mit 500 Millionen dagegen schon. Außerdem betont er insbesondere den Aspekt, der speziell in Karlsruhe spürbar und inzwischen alltäglich ist: „Wir leben davon, dass die Grenzen frei sind“, ist seine Aussage. „Der Vortrag war unglaublich professionell gemacht“, so ein Schüler der Kursstufe 2. Auch den Gemeinschaftskundelehrern gefiel der Vortrag insgesamt. Eine Schülerin betont: „Solche Vorträge sind wichtig, weil gerade heute viele Leute nicht mehr wissen, wofür die EU eigentlich steht“. In der abschließenden Fragerunde bewiesen die Schülerinnen und Schüler Neugier und die Fähigkeit, auch von alleine kritisch zu hinterfragen. Ist die EU eine Union von der primär die Industriestaaten profitieren? Warum sind Preise für Lebensmittel beispielsweise in der Slowakei seit dem Eintritt in die europäische Union fast um das Doppelte gestiegen, die Löhne aber gleichgeblieben? Warum tut die EU nichts gegen die krasse Schere zwischen arm und reich in Europa? Es begann ein reger Diskurs, welcher zum Bedauern der Schüler aus Zeitmangel rasch abgebrochen werden musste. Aber auch wenn einige Fragen offen blieben, eines ist sicher: Europa und die europäische Geschichte sind Themen, die die Schülerinnen und Schüler interessieren und das lässt die Zukunft der EU gleich sehr viel rosiger aussehen.

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