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  • Abteilung 5
    04.11.2019
    Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder übergibt Förderbescheid des Landes über rund vier Millionen Euro für Kläranlage - Stadt Baden-Baden investiert in nachhaltige und zukunftssichere Abwasserbehandlung

    ​Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder hat heute (4. November 2019) den För-derbescheid des Landes für die Aufrüstung der Gemeinschaftskläranlage mit einer Verfahrensstufe zur Elimination von Spurenstoffen an die Stadt Baden-Baden übergeben. „Ich freue mich, dass wir die Investition der Stadt Baden-Baden in eine nachhaltige und zukunftssichere Abwasserbehandlung unterstützen können“, so Regierungspräsidentin Felder bei der heutigen Übergabe.

    „Mit der Maßnahme in Baden-Baden unterstreichen die Betreiber der Kläranla-gen in Baden-Württemberg einmal mehr ihre bundesweit führende Rolle bei der Eliminierung von Spurenstoffen“, betonte Umweltminister Franz Untersteller bereits im Vorfeld. Zur Unterstützung und als Anreiz für die Umsetzung von Maßnahmen nach den Förderrichtlinien Wasserwirtschaft gewährt das Land einen Zuschuss in Höhe von 20 Prozent der Gesamtkosten.

    Die Gesamtkosten für den Bau der vierten Reinigungsstufe zur Elimination von Spurenstoffen in Baden-Baden belaufen sich auf rund 23,7 Millionen Euro. Das Land Baden-Württemberg bezuschusst die Maßnahme mit rund 4,27 Millionen Euro. Die Mittel stammen aus dem baden-württembergischen Staatshaushalt, den der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat.

    Mit Hilfe der Landesförderung wird die Kläranlage Baden-Baden auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Hierfür wird die Kläranlage in den nächsten drei Jahren um die Behandlungsstufe zur Spurenstoffelimination erweitert. Dazu wird eine Filtereinheit mit Aktivkohle gebaut. Als Besonderheit ist vorgesehen, eigenproduzierte Aktivkohle aus einer auf dem Betriebsgelände befindlichen Pyreg-Anlage einzusetzen. Die Gemeinschaftskläranlage in Baden-Baden behandelt das Abwasser von 200.000 Einwohnerwerten. Das geklärte Abwasser wird über den Oos-Kanal in den Sandbach und anschließend in den Rhein eingeleitet.

    Untersuchungen zeigen seit vielen Jahren, dass in Abläufen kommunaler Kläranlagen Spurenstoffe wie Arzneimittel, endokrin wirksame Substanzen, Flammschutzmittel und Röntgenkontrastmittel nachweisbar sind. Kommunale Kläranlagen mit konventioneller Reinigung können diese Stoffe nur zu einem kleinen Teil entfernen, da sie auf Kohlenstoffabbau und Nährstoffelimination ausgelegt sind. „Nur durch den Ausbau der Kläranlagen mit einer vierten Reini-gungsstufe ist es möglich, den Eintrag solcher Stoffe in unsere Gewässer effektiv zu reduzieren“, erläuterte Untersteller. „Dies ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz des Ökosystems Gewässer und zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung im Land.“ Dabei kommt gerade den Kläranlagen im Land mit hohen Anschlusswerten und damit hohen Frachtanteilen an Spurenstoffen eine wichtige Rolle zu. Auch Anlagen dieser Art liegen an Gewässern mit geringer Wasserführung oder in sensiblen Bereichen wie Schutzgebieten für die Trinkwassergewinnung.

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