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  • Abteilung 5
    04.05.2020
    Natura 2000-Managementplan „Steinachtal und Kleiner Odenwald, Steinbruch Leimen und Felsenberg“
    Online-Auslegung des Planentwurfs vom 11. Mai bis 10. Juni 2020

    Das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet „Steinachtal und Kleiner Odenwald“ (FFH-Gebiet 6518-311) sowie die Vogelschutzgebiete „Steinbruch Leimen“ (VSG 6681-401) und „Felsenberg“ (VSG 6618-402) sind Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Im Auftrag des Regierungspräsidiums Karlsruhe wird für das Gebiet derzeit ein Managementplan erstellt. Der Plan liegt nun im Entwurf vor und kann vom 11. Mai bis 10. Juni 2020 im Internet eingesehen werden. Von einer öffentlichen Auslegung muss aus aktuellem Anlass im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie abgesehen werden.

    Im Managementplan werden Lebensräume sowie Tier- und Pflanzenarten erfasst, die von europäischer Bedeutung sind. Für jeden dieser Lebensräume, jede FFH- und jede Vogelart werden Ziele formuliert und Maßnahmen vorgeschlagen. Sie dienen dazu, die besonderen Wiesen und Wälder in ihrer Größe und Qualität zu erhalten sowie die Entwicklung der Tierarten zu unterstützen. Die gesammelten Informationen sind in einem Textteil beschrieben sowie auf 37 Karten flächengenau dargestellt.

    Im März 2020 wurde der erste Entwurf des Managementplans in einem Gremium aus Interessensvertretern der Gemeinden, Verbände und Behörden vorgestellt und diskutiert. Nun kann er in der genannten Offenlagephase im Internet unter https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/natur-und-landschaft/map-aktuelle-auslegung (freigeschaltet ab 11. Mai 2020) eingesehen werden.

    Interessierte Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Kommunen und Interessenvertreter können Vorschläge oder Anregungen einbringen. Die Stellungnahmen können bis spätestens 21. Juni 2020 unter dem Betreff „6518-311 Managementplan“ an das Regierungspräsidium Karlsruhe, Referat 56 Naturschutz und Landschaftspflege, 76247 Karlsruhe oder per E-Mail an: Natura2000@rpk.bwl.de gesendet werden. Später eingehende Stellungnahmen können nicht mehr berücksichtigt werden. Aus den Stellungnahmen sollte hervorgehen, auf welche Flächen im Gebiet sich bezogen wird. Hilfreich ist hier die Angabe der Flurstücksnummer sowie des Gemeinde- und Gemarkungsnamens oder eine Markierung der angesprochenen Fläche auf einem Kartenausschnitt. Darüber hinaus sollte die Stellungnahme die Anschrift des Einsenders enthalten.

    Ansprechpartner für weitere Informationen: Regierungspräsidium Karlsruhe, Referat 56 Naturschutz und Landschaftspflege, Melanie Rentschler, Telefon 0721 / 926 4371, Email: Natura2000@rpk.bwl.de.

    Hintergrundinformationen zum Natura 2000-Gebiet „Steinachtal und Kleiner Odenwald, Steinbruch Leimen und Felsenberg“

    Das 4.222 Hektar große, im Stadtkreis Heidelberg und im Rhein-Neckar-Kreis liegende Gebiet besteht zum überwiegenden Teil aus Waldfläche. Dabei sind insbesondere ausgedehnte Buchenwälder aus den Lebensraumtypen Hainsimsen-Buchenwald und Waldmeister-Buchenwald kennzeichnend. Mehrere im Waldbereich liegende eiszeitliche Silikatschutthalden sowie zwei Höhlen tragen als geomorphologische Sonderformen und FFH-Lebensraumtypen zur Vielfalt des Gebietes bei. Von besonderer Bedeutung sind die großflächigen Laubwälder auch als Jagdgebiete für die drei Fledermausarten Großes Mausohr, Mopsfledermaus und Bechsteinfledermaus. In der Evangelischen Kirche in Bammental befindet sich darüber hinaus eine Wochenstubenkolonie des Großen Mausohrs.

    Beidseits des Neckars werden die waldbestandenen Hochflächen durch Fließgewässer untergliedert. Besonders Steinach und Eiterbach sind abschnittsweise sehr naturnah ausgebildet und weisen eine typische, von Wassermoosen dominierte Wasservegetation auf. Mit Bachneuauge und Groppe kommen hier zwei charakteristische Fischarten der Bergbäche vor. Die Talhänge werden zu einem großen Teil als Grünland genutzt. Da die Standorte von Natur aus eine geringe Nährstoffversorgung aufweisen, entsprechen viele Wiesen den FFH-Lebensraumtypen Magere Flachland-Mähwiesen oder Borstgrasrasen. Auf feuchteren Standorten finden sich neben typischen Nasswiesen auch kleine Bestände der mittlerweile seltenen Pfeifengraswiesen.

    Mehrere im FFH-Gebiet liegende Steinbrüche fungieren als Sonderstandorte und haben die Entwicklung seltener Lebensraumtypen ermöglicht. Hierzu zählen die Kalk-Pionierrasen und Kalk-Magerrasen. Der Steinbruch Leimen wird zudem als Bruthabitat von den Vogelarten Uhu, Neuntöter und Wendehals genutzt. Der Wanderfalke brütet in der Nähe des Steinbruchs und nutzt ihn als Teil seines Jagdgebietes. Daneben hat der Wanderfalke auch im Vogelschutzgebiet Felsenberg ein Bruthabitat gefunden.

    Informationen zum Gebiet „Steinachtal und Kleiner Odenwald“ finden sich auch auf der Projektseite auf der Homepage des Regierungspräsidiums Karlsruhe.

    Weitere Informationen zu Natura 2000 sind auf den Homepages des Regierungspräsidiums Karlsruhe und der Landesanstalt für Umwelt zur Verfügung gestellt. 

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    Quartier des großen Mausohrs (Myotis myotis) in Bammental, Copyright: Stefanie Mackensen

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