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  • Abteilung 4
    22.07.2020
    Radschnellweg Heidelberg – Mannheim: Trassenverlauf steht fest - Regierungspräsidium Karlsruhe informiert Projektbegleitkreis über aktuellen Stand des Projektes

    ​Der Trassenverlauf des Radschnellwegs zwischen Heidelberg und Mannheim steht fest. Darüber hat das Regierungspräsidium Karlsruhe den Projektbegleitkreis in seiner heutigen Sitzung (21. Juli 2020) informiert.

    Seit Herbst 2019 hatte das Planungsteam des Regierungspräsidiums Karlsruhe die gut 400 Hinweise, die im Zuge der Öffentlichkeitsbeteiligung eingegangen waren, ausgewertet. Im Ergebnis haben viele Bürgerinnen und Bürger den Verlauf der Vorzugstrasse befürwortet, einige bevorzugen kleinräumig jedoch einen anderen Verlauf des Radschnellweges. Das Planungsteam hat daher, insbesondere im Bereich der Ortslagen, Untervarianten zur Vorzugstrasse definiert, die unter www.radschnellweg-hd-ma.de/onlinebeteiligung einsehbar sind. Um den bestmöglichen Verlauf des Radschnellweges herstellen zu können, wurden die Untervarianten in einem aufwendigen Bewertungsverfahren in der gleichen Planungstiefe wie die Vorzugsvariante untersucht und verglichen.

    Eine Übersicht über die Bewertung der einzelnen Varianten ist ebenso unter www.radschnellweg-hd-ma.de/onlinebeteiligung abgelegt.

    Die Prüfung der Untervarianten hat ergeben, dass sich insbesondere im Bereich der Gemeinde Ilvesheim Abweichungen zur Vorzugstrasse ergeben, in großen Teilen jedoch an dieser festgehalten werden kann. Das Regierungspräsidium Karlsruhe verfolgt nun die folgende Trassenführung weiter:

    Stadtgebiet Mannheim:
    Der geplante Radschnellweg beginnt auf der Höhe des Paradeplatzes in Mannheim und verläuft jeweils im Einbahnstraßensystem der Quadrate. Nach Überquerung des Friedrichsrings verläuft er bis zur Friedrich-Ebert-Brücke auf dem Neckardamm. Anschließend wechselt der Radschnellweg über die Friedrich-Ebert-Brücke an das nördliche Neckarufer. Auf der nördlichen Neckarseite verläuft er weiter in Richtung Osten entlang des Universitätsklinikums und parallel zur Feudenheimer Straße. Anschließend wird der Radschnellweg zum „Pfeifferswörth“ verschwenkt und führt entlang des Vereinsgeländes zur Brücke über die B 38a bis hin zum Ortsrand von Mannheim-Feudenheim. In der Ortslage von Mannheim-Feudenheim verläuft der geplante Trassenkorridor über die Spessartstraße und Odenwaldstraße bis zur Straßenbahnendhaltestelle „Feudenheim“. Am Knotenpunkt Odenwaldstraße/ Ilvesheimer Straße wird der Radschnellweg in Richtung Ilvesheim abknicken und auf der Südseite der Ilvesheimer Straße bis zur Autobahnüberführung der A 6 geführt.

    Zwischen der A 6 und dem Ortsrand der Gemeinde Ilvesheim verläuft der zukünftige Radschnellweg auf der Südseite der Feudenheimer Straße. Am Knotenpunkt Banater Straße wird aufgrund der hohen Verkehrsmengen eine kreuzungsfreie Querung des Radschnellwegs entstehen (voraussichtlich Unterführung).

    Gemeindegebiet Ilvesheim:
    Am Ortsrand von Ilvesheim zweigt der Radschnellweg in Richtung Neckar ab. Entlang des Neckarkanals führt er bis zum Industriegebiet von Ladenburg und an diesem entlang bis zur zukünftigen Neckarbrücke der neuen L 597, wo er in Richtung Süden abbiegt.

    Querspange L 597
    Weiter verläuft der Radschnellweg parallel zur neuen L597 in Richtung Süden, bevor er zwischen Seckenheim und Neu-Edingen wieder in östliche Richtung abknickt.

    Gemeindegebiet Edingen-Neckarhausen:
    Bis zum Knotenpunkt Neckarhauser Straße verläuft der Radschnellweg entlang der L 637. Im weiteren Verlauf führt er südlich der OEG-Trasse entlang. An der Gemarkungsgrenze zu Heidelberg quert die Trasse den vorhandenen Bahnübergang am Wasserturm und wird nachfolgend auf der Nordseite der Gleise weitergeführt.


    Stadtgebiet Heidelberg:
    Von Edingen kommend quert der geplante Radschnellweg die A 5 mit einer neuen Unterführung. Der weitere Verlauf ist dann nördlich und parallel zur OEG-Trasse entlang der Edinger Straße, Neckarhauser Straße und Adlerstraße und biegt nachfolgend ab in die Liselottenstraße bis hin zur Mannheimer Straße.
    Entlang der Mannheimer Straße verläuft der Radschnellweg weiter bis ins Stadtgebiet Heidelberg. Hier wird er in das durch die Stadt Heidelberg geplante Projekt „Stadt an den Fluß“ integriert. Der Radschnellweg endet schließlich an der Theodor-Heuss-Brücke auf Höhe des Bismarckplatzes.

    Nachdem der Verlauf des zukünftigen Radschnellwegs nun feststeht, sind hinsichtlich der konkreten Gestaltung, wie beispielsweise der Anordnung und der Ausgestaltung von Überquerungsstellen, noch viele Fragen offen. Das Regierungspräsidium plant deswegen, im Frühherbst 2020 eine zweite Runde Ortsbegehungen durchzuführen, um die Öffentlichkeit in die weitere Planung miteinzubeziehen.

    Aufgrund der intensiven Auseinandersetzung mit der Trassenführung und den verschiedenen Untervarianten verschiebt sich der bisher vorgesehene Zeitplan um etwa ein Jahr. So ist nach aktuellem Stand eine Einleitung des Planfeststellungsverfahrens frühestens im Sommer 2021 vorgesehen. Parallel dazu strebt das Regierungspräsidium Karlsruhe an, einzelne Teilabschnitte des Radschnellweges, für die kein Planfeststellungsverfahren erforderlich ist, ab diesem Zeitpunkt bereits umzusetzen.

    Weitere Themen, die sich aus der Öffentlichkeitsbeteiligung ergeben haben, sind die Sicherheit von Radschnellwegen, die grundsätzliche Frage, ob die Trasse lieber durch den Ort oder auf freiem Feld verlaufen soll, die Veränderung von Parkraum durch den Radschnellweg sowie die Vereinbarkeit von Radschnellweg und landwirtschaftlichem Verkehr.


    Stichwort Projektbegleitkreis
    Der Projektbegleitkreis setzt sich aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Regierungspräsidiums, Vertreterinnen und Vertretern der Städte und Gemeinden, des Landkreises, der Politik, der Wirtschaft, der Umweltverbände, der Landwirtschaft, des Öffentlichen Personennahverkehrs, der Träger öffentlicher Belange, der Bildungseinrichtungen, zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern und weiteren Multiplikatoren zusammen. Die Mitglieder werden in regelmäßigen Abständen über die Projektentwicklung informiert und geben wichtige Anregungen und Hinweise für die weitere Planung.


    Hintergrund zur Radschnellverbindung Heidelberg-Mannheim
    Radschnellverbindungen sind aufgrund ihrer hohen Qualität, Teil eines innovativen Verkehrskonzeptes in Baden-Württemberg. Sie sollen den Radverkehr auch über lange Distanzen attraktiv machen und so eine Alternative zum motorisierten Individualverkehr bieten. Eine Radschnellverbindung zeichnet sich vor allem durch eine großzügige Dimensionierung der Querschnitte, eine Minimierung der Zeitverluste durch Anhalten, eine direkte Linienführung sowie eine hohe Belagsqualität des Weges aus.

    Das Land Baden-Württemberg hat sich daher entschieden, die Federführung für drei Pilotprojekte zu übernehmen. Dazu gehört auch der Radschnellweg zwischen Mannheim und Heidelberg, als Teilstrecke der Gesamttrasse von Schifferstadt bis Heidelberg.

    Im Juni 2019 hat das Regierungspräsidium Karlsruhe den groben Verlauf der Vorzugstrasse des zukünftigen Radschnellwegs veröffentlicht, der sich aus der tiefergehenden Untersuchung der Varianten aus der Machbarkeitsstudie des Verbandes Region Rhein-Neckar ergeben hatte. Die Vorzugstrasse verläuft im Abschnitt Mannheim bis Ladenburg nördlich des Neckars, quert bei Ladenburg den Neckar entlang der derzeit im Bau befindlichen L 597 in Richtung Seckenheim und führt weiter von Seckenheim über Edingen nach Heidelberg.

    Um den Verlauf der Trasse, insbesondere im Bereich der Ortslagen, zu konkretisieren, hatte das Regierungspräsidium Karlsruhe die Bürgerschaft im Sommer/Frühherbst 2019 mittels einer Onlinebeteiligung sowie Ortsbegehungen in Mannheim, Ladenburg und Ilvesheim, Edingen-Neckarhausen und Heidelberg in die Planungsüberlegungen einbezogen. Die Öffentlichkeit zeigte großes Interesse an den angebotenen Beteiligungsformaten. So können seit der Veröffentlichung der Homepage über 8.000 individuelle Seitenbesucher verzeichnet werden, allein 5.000 in der Zeit zwischen Juli und Oktober 2019, als die Online-Beteiligung freigeschaltet war. In die digitale Beteiligungskarte trugen Bürgerinnen und Bürger über 400 Ideen ein. Sie wurde über 200 Mal kommentiert und über 4.000 Mal mit einem „Like“ bzw. „Dislike“ versehen. Im Rahmen der Ortsbegehungen wurden diese Hinweise ergänzt.

    Ausführliche Unterlagen und Pläne zur Festlegung der Vorzugstrasse sowie der Katalog zur Auswertung der Hinweise aus der Öffentlichkeitsbeteiligung sind unter

    www.radschnellweg-hd-ma.de/onlinebeteiligung

    abgelegt.

    Weitere Informationen zu Radschnellverbindungen in Baden-Württemberg und der Radschnellverbindung Heidelberg-Mannheim sind zu finden unter:

    https://vm.baden-wuerttemberg.de/de/mobilitaet-verkehr/radverkehr/radwege/radschnellwege/

    www.fahrradland-bw.de/radverkehr-in-bw/radschnellverbindungen/

    www.radschnellweg-hd-ma.de

    Die Machbarkeitsstudie des Verbandes Region Rhein-Neckar ist unter Informieren /Downloads und Links unter

    www.radschnellweg-hd-ma.de

    abgelegt.

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