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  • Abteilung 5
    11.02.2015
    Regierungspräsidium wertet Gräben bei Durmersheim auf
     Helm-Azurjungfer

    Im Auftrag des Regierungspräsidiums Karlsruhe werden in den nächsten Wochen zwei Gräben in den Bruchwiesen bei Durmersheim naturnah umgestaltet. Die Arbeiten finden im Rahmen des LIFE+-Projekts „Rheinauen bei Rastatt“ statt.

    Früher wurden in den Auen viele Grabensysteme angelegt, um die Nutzung zu verbessern. Diese sind heute oft die einzigen verbliebenen Lebensräume für Arten, die in naturnahen Flussauen leben und durch den Verlust der Auen europaweit gefährdet sind. Die Gräben in den Bruchwiesen in Durmersheim sind von Verlandung bedroht und an vielen Stellen mit Gehölzen zugewachsen. Um lichtliebende Gewässerorganismen zu fördern, werden Gehölze entlang der Gräben entfernt und die Gräben stärker besonnt. Davon profitiert die europaweit gefährdete Libellenart Helm-Azurjungfer. Sie ist für die Ablage ihrer Eier auf Wasserpflanzen angewiesen, die nur an besonnten Gewässern wachsen. Nach dem Schlupf leben die jungen Tiere einige Jahre räuberisch im Gewässerbett, bevor sie sich als Erwachsene paaren und ihre Eier auf Wasserpflanzen ablegen.
    Der Schlammpeitzger, ein seltener Kleinfisch, ist bestens an das Leben in Gewässern der Flussauen angepasst, die von Zeit zu Zeit austrocknen. Er gräbt sich in dieser Zeit in den Schlamm ein und nimmt über den Darm Sauerstoff auf. Durch die Aufweitung und abschnittsweise Vertiefung der Gräben in Durmersheim wird der Lebensraum für ihn vergrößert. Es werden aber auch Gewässer für die beiden Amphibienarten Kammmolch und Gelbbauchunke angelegt, die nicht mit den beiden Gräben verbunden sind. Damit wird verhindert, dass Fische in das Gewässer einwandern und die Kaulquappen von den Fischen gefressen werden. Der Randbereich von naturnahen Gräben ist Lebensraum für Hochstaudenfluren mit Blutweiderich, Fluss-Ampfer und Mädesüß. Durch die geplante Aufweitung der Gräben wird der Übergangsbereich vom nassen Graben zur trockenen Wiese größer. Davon profitiert der Große Feuerfalter, der auf den Fluss-Ampfer als Futterpflanze angewiesen ist.

    Finanziell beteiligt sich an der Umsetzung dieser Maßnahmen neben der Europäischen Union und dem Land Baden-Württemberg auch die Gemeinde Durmersheim. ​

    Weitere Informationen fuer die Medien.pdfWeitere Informationen fuer die Medien.pdf

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