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  • Abteilung 3
    11.05.2016
    Landtourismus im Odenwald – Chance für landwirtschaftliche Betriebe und Einkommensalternative im Ländlichen Raum
    Pressefahrt mit Regierungspräsidentin Nicolette Kressl

    ​Faszination Landerleben, Urlaub auf dem Bauernhof und Landtourismus unter Einbeziehung der landschaftlichen Attraktionen sowie der Besonderheiten der Region Odenwald waren Themen der heutigen (Mittwoch, 11. Mai 2016) Pressefahrt mit Regierungspräsidentin Nicolette Kressl im Neckar-Odenwald-Kreis.
    „Der Odenwald hat attraktive Reiseangebote. Dabei bringt der Landtourismus Wertschöpfung in die Region, besonders auch durch die Kooperation mit anderen regionalen, touristischen Partnern“, betonte die Regierungspräsidentin.

    „Baden-Württemberg ist ein überaus attraktives Reiseland. Mit über 50 Millionen Übernachtungen wurden die Anstrengungen der Anbieter belohnt und haben unser Land auch in Europa als lohnendes Urlaubsland bekannt gemacht und neue Gäste angezogen. Der Tourismus schafft viele Arbeitsplätze.“ Regierungspräsidentin Kressl umschrieb damit die zentralen Ziele, welche mit dem Förderprogramm „Innovative Maßnahmen für Frauen im Ländlichen Raum“ (IMF) und Diversifizierungsmaßnahmen erreicht werden sollen.

    Von diesem Trend profitiert das Segment Bauernhofurlaub und ergänzt das Urlaubsangebot der Region in idealer Weise. Bauernhöfe bieten Erlebnis- und Erholungsurlaub für viele Zielgruppen und die ganze Familie. Naturerlebnisangebote sind voll im Trend. Auf den Höfen wird die Faszination Natur erlebbar gemacht.

    „Unser Ziel ist es, solche Potentiale als Einkommensmöglichkeit für landwirtschaftliche Familien und als Einkommensalternative im Ländlichen Raum zu erschließen und weiterzuentwickeln“, betonte Regierungspräsidentin Nicolette Kressl und beschrieb damit auch die Rolle der Verwaltung, welche neben der reinen Abwicklung der Förderverfahren beratend und begleitend mitwirkt.

    Für unsere Anbieter eröffnen sich dadurch Chancen, die schöne Landschaft und die Anziehungskraft der Natur zu nutzen und zu kombinieren, um vielfältige Angebote für den Urlaub und die Freizeitgestaltung zu schaffen. Gerade im Zusammenhang mit den aktuellen Einkommensproblemen der Landwirte bietet sich dadurch eine Möglichkeit, für die Familienbetriebe Einkommensmöglichkeiten durch den ländlichen Tourismus zu erschließen.

    Landtourismus hat im Odenwald eine lange Tradition. Das Thema ländlicher Tourismus wird von der Anbietergemeinschaft „Urlaub auf dem Bauernhof Fränkischer Odenwald“ weiterentwickelt und an aktuelle Trends und Entwicklungen angepasst sowie fachlich von der Landwirtschaftsverwaltung begleitet. Beispielgebend wurden ganz unterschiedliche touristische Angebote im Odenwald vorgestellt. Vom „Heuhotel“, über eine „Vesperscheune“, Ferienwohnungen, bei denen auch das eigene Pferd als Haustier mitgebracht werden darf, und „Stutenmilchprodukte“ sind nur ein kleiner Abriss der vielen Angebote.

    Jährliche Fortbildungen unter dem Motto „So bleiben wir am Ball“ sorgen dafür, dass zum Beispiel Online-Buchung und Werbung in sozialen Medien -ebenso wie Angebote für unterschiedliche Zielgruppen- zur Selbstverständlichkeit werden. Die Zusammenarbeit und die Nutzung von Kooperationsmöglichkeiten, zum Beispiel mit dem UNESCO-Geopark, werden genutzt und sind von Vorteil für den wirtschaftlichen Erfolg.

    Das Land Baden-Württemberg und die Europäische Union fördern Investitionen in diesem Bereich mit dem einzelbetrieblichen Investitionsförderprogramm und über das Programm Innovative Maßnahmen für Frauen im Ländlichen Raum (IMF).

    „Die Zielsetzung der EU sieht umfangreiche Unterstützungsmaßnahmen für den Ländlichen Raum vor. Die Landesregierung unternimmt große Anstrengungen, diese Bestrebungen zu unterstützen und zu fördern, mit zusätzlichen Mitteln auszustatten und über die Landwirtschaftsverwaltung zu begleiten. Diese Chancen gilt es zu nutzen“, betonte Regierungspräsidentin Kressl zum Abschluss der informativen und interessanten Fahrt.

    Hintergrundinformationen

    Förderung der Kreativität und des Ideenreichtums über Innovative Maßnahmen für Frauen im Ländlichen Raum (IMF) und IMF in LEADER

    Es braucht eine zündende Idee, Engagement und Mut, um ein Unternehmen zu gründen. Und es braucht gezielte Förderung, da es ohne Startkapital für viele schwer ist, ihre Ideen langfristig erfolgreich umzusetzen. Vom neu ausgerichteten Förderprogramm „Innovative Maßnahmen für Frauen im Ländlichen Raum“ profitieren Frauen bei Existenzgründungen durch Qualifizierungsmaßnahmen und durch Netzwerkgründungen.

    Besonders Frauen im Ländlichen Raum sollen dabei unterstützt werden, neue Ideen in konkrete Projekte umzusetzen. Zusätzliche Standbeine und neue Geschäftsmodelle kommen dabei nicht nur den Frauen und deren Familien zugute, die gesamte Region kann von innovativen Ideen profitieren, durch die Wertschöpfung entsteht. Auch durch Qualifizierungsmaßnahmen, die mit 80 Prozent gefördert werden können, werden Frauen im Ländlichen Raum unterstützt, die sich auf Existenzgründungen vorbereiten, sich beruflich weiterbilden oder weiterentwickeln möchten.

    Grundsätzlich kann jede Idee gefördert werden, die in der Region eine Marktlücke schließt, auf einem schlüssigen Unternehmenskonzept basiert und zusätzliche Beschäftigung und/oder Einkommen für Frauen mit sich bringt. Denn aus kleinen Projekten könnten große Dinge entstehen. Das Programm setzt auch auf Flexibilität und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, weshalb bewusst auch Teilzeitgründungen von Frauen gefördert werden.

    Das IMF-Programm wurde Ende Mai 2015 als Bestandteil des Maßnahmen- und Entwicklungsplans Ländlicher Raum 2014-2020 (MEPL III) von der Europäischen Union (EU) genehmigt und läuft seit Juni 2015. Die EU finanziert das IMF-Programm mit 50 Prozent aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), die anderen 50 Prozent werden vom Land getragen.

    Für die Laufzeit bis 2020 sind für IMF vier Millionen Euro verfügbar, davon wurden seit Programmstart im Juni 2015 insgesamt 18 Projekte mit einer Gesamtsumme von 600.000 Euro gefördert.
    Mit vier Existenzgründungen (270.000 Euro) -davon 3 in LEADER- und zwei Qualifizierungen (17.000 Euro) entfallen auf den Regierungsbezirk Karlsruhe 30 Prozent der Fördermaßnahmen und nahezu 50 Prozent der Fördersumme im Land.

    Im IMF-Programm werden die drei Fördermodule Existenzgründung, Qualifizierung und Netzwerk angeboten, die sich gegenseitig ergänzen.

    Mit dem Fördermodul Qualifizierung und Coaching können sich Frauen für eine
    bevorstehende Existenzgründung oder Unternehmenserweiterung sowie für den Wiedereinstieg in eine nichtselbstständige Erwerbstätigkeit vorbereiten. Die Förderung erfolgt über reduzierte Teilnahmegebühren für maßgeschneiderte Qualifizierungsmaßnahmen durch vom Ministerium anerkannte Träger, wie beispielsweise die Landfrauenverbände. Über dieses Modul kann ein Zuschuss in Höhe von 80 Prozent der förderfähigen Ausgaben gewährt werden.

    Beim Fördermodul Existenzgründung und Weiterentwicklung kleinster Unter-
    nehmen können Existenzgründerinnen und Kleinunternehmerinnen einen Investitionszuschuss in Höhe von 40 Prozent der förderfähigen Ausgaben erhalten. Die maximale Fördersumme pro Projekt beträgt 120.000 Euro. In LEADER-Gebieten kann ein Zuschuss in Höhe von 50 Prozent gewährt werden. Förderfähig sind beispielsweise Kosten für Maschinen und Anlagen oder Kosten für Computersoftware.

    Neu gegründete Netzwerkorganisationen, welche die Zusammenarbeit unterschiedlichster Kooperationspartner fördern, um wohnortnahe Einkommensmöglichkeiten für Frauen zu schaffen, erhalten über das Fördermodul „Neu gegründete Netzwerkorganisationen für Frauen“ pro Jahr 70 Prozent der förderfähigen Personalkosten der Projektkoordinatorin/-innen und 50 Prozent der Sachkosten. Die Förderung wird für einen Zeitraum von maximal vier Jahren gewährt.

    Interessierte Frauen können Förderanträge bei dem für den Wohn- oder Geschäftssitz zuständigen Regierungspräsidium (Abteilung Landwirtschaft) rechtzeitig vor dem jeweiligen Priorisierungstermin stellen. Diese sind im Jahr 2016 der 30. Juni, 30. September und 30. November.

    Detaillierte Informationen zum IMF-Programm sind auf der Internetseite des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz unter „www.mlr.baden-wuerttemberg.de/unsere-themen/laendlicher-raum/leben-auf-dem-land-gestalten/innovative-massnahmen-fuer-frauen“ abrufbar.

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