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  • Abteilung 3
    19.10.2016
    Regierungspräsidentin Nicolette Kressl besucht Obstbaubetrieb: „Hervorragendes Obst aus heimischer Produktion“

    ​„Die regionale Vermarktung hat einen hohen politischen und marktwirtschaftlichen Stellenwert. Die Ernährungserziehung soll die vielen Vorzüge von Obst, unterstützt durch das Schulobstprogramm des Landes, den Kindern nahe bringen. Die regionale Erzeugung von gesundem und frischem Obst, das vom regionalen Verbraucher sehr geschätzt wird, leistet einen Beitrag für die Nachhaltigkeit und die Vielfalt unserer Naturräume“, so Regierungspräsidentin Nicolette Kressl beim heutigen Besuch des Obstbaubetriebes Gätschenberger in Billigheim-Katzental.

    „Im Betrieb Gätschenberger sind Produktion, Verarbeitung und Vermarktung optimal organisiert und aufeinander abgestimmt. Neben der Erzeugung erstklassiger Produkte, partizipiert der Betrieb bestmöglich an der Wertschöpfung. Er hat in innovativer Weise über viele Jahre immer wieder neue Konzepte entwickelt und umgesetzt und damit für ähnlich strukturierte Betriebe in der Region eine beispielhafte Rolle übernommen. Der heimische Obstbau bietet gesundes und frisches Obst“, betonte die Regierungspräsidentin.

    Ein moderner Obstbaubetrieb brauche ein vielfältiges Knowhow, gute Arbeitskräfte und optimale gesetzliche Rahmenbedingungen um auch in Zukunft hervorragendes gesundes Obst produzieren zu können. Der regionale Verbraucher honoriere dies.

    Informationen zum Betrieb
    Der Betrieb Gätschenberger ist mit 170 Hektar Obstbau und insgesamt 300 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche der größte Obstbaubetrieb im Regierungsbezirk Karlsruhe. Die beiden Brüder Arno (Obstbaumeister) und Udo (Maschinenbauingenieur) Gätschenberger führen gemeinsam mit Unterstützung ihrer Familien zwei Betriebe. Die Landwirtschaft Arno u. Udo Gätschenberger GbR und den Gewerbebetrieb Gätschenberger u. Co KG.

    Der Betrieb bietet einen Einblick in den Obstanbau (Äpfel, Süßkirschen, Sauerkirschen, Zwetschgen, Mirabellen), die Sortierung und Abpackung, die Aufbereitung und weitere Verarbeitung von Äpfeln in Apfelschnitze und Apfelchips, sowie die moderne Lagerung von Äpfeln im CA-Lager (Controled Atmosphere). Die Hauptkultur ist der Apfel mit 73,50 Hektar.

    Die Tafeläpfel werden im CA-Lager über einen Zeitraum von etwa neun Monaten gelagert und können so über den Winter bis in den Sommer hinein verkauft werden.

    Alle anderen Obst-Arten werden über den Hofladen oder den Fachhandel abgesetzt.

    Der größte Teil der Kunden des Betriebes findet sich im Obstfachhandel. Hier wird neben der Frischware auch mit Verarbeitungsware oder Trockenware der Convenience-Foodbereich bedient. Nicht verkaufte Tafeläpfel werden getrocknet als Apfelchips auf den Markt gebracht. Hier erkennt man die besondere Stellung des Betriebes, der sich durch Vielfalt und Innovationsfreude auszeichnet. Möglichkeiten der Wertschöpfung durch Verarbeitungsprodukte und Veredlung werden verifiziert. Ein hoher Qualitätsstandard und eine hohe Leistungsfähigkeit werden vor Ort deutlich gezeigt.

    Die Gesunderhaltung der Kulturen wird durch integrierte Produktion erreicht, bei der der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert wird. Der Betrieb leistet einen wichtigen Beitrag zur Erfüllung des Nationalen Aktionsplans.
    Deutschland setzt mit dem „Gesetz zur Neuordnung des Pflanzenschutzrechts“ vom 6. Februar 2012 und mit dem „Nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln“ die Richtlinie 2009/128/EG in nationales Recht um. Der integrierte Pflanzenschutz ist in § 3 PflSchG verankert. Die Betriebsleitung hat sich für den integrierten Pflanzenschutz entschieden, um ein möglichst breites Handlungsfeld zu haben.

    Die ebenfalls zum Betrieb gehörende Mostobstfläche (20 Hektar) wird ökologisch bewirtschaftet.

    Ein moderner Betrieb braucht eine moderne Beratung. Arno Gätschenberger ist Vorstand des Beratungsdienstes Obstbau BD Hohenlohe-Neckar e.V. und Mitglied im Landesverband Erwerbsobstbau.

    Das Obstjahr 2016 zeichnete sich durch ein langanhaltendes kühles, nasses Frühjahr, gefolgt von einem trockener heißen Spätsommer aus. Der Betrieb hat durch ungewöhnlich starke Niederschläge im Frühjahr Probleme mit der Pilzerkrankung Schorf am Apfel gehabt. Die Kirschessigfliege, ein invasiver Schädling, bereitet den Kirschproduzenten zudem größte Probleme.

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