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  • Abteilung 5
    06.04.2017
    Ziegen unterstützen Landschaftspflege auf den „Oftersheimer Dünen“

    ​Ab dem 6. April 2017 gibt es auf dem Dünenrundweg durch die „Oftersheimer Dünen“ Neues zu entdecken: Im Auftrag des Regierungspräsidiums Karlsruhe wird hier eine Herde Burenziegen die Landschaftspflege unterstützen.

    Ziel der Beweidung ist es, Gebüsche und Brombeeren zurückzudrängen, so dass mehr Licht auf den Sandboden gelangt und lichtbedürftige Pflanzen und Tiere gefördert werden. Auf den besonnten Sandböden werden die Bestände der stark gefährdeten Pflanzenarten Sandstrohblume, Silbergras und Ohrlöffel-Leimkraut zunehmen und spezialisierte Tierarten wie beispielsweise der Dünen-Sandlaufkäfer, das Steppenbienchen und der Wolfsmilchschwärmer geeignete Lebensbedingungen vorfinden.

    Die große Besonderheit im Naturschutzgebiet (NSG) „Oftersheimer Dünen“ sind die an Sandlebensräume angepassten Tier- und Pflanzenarten. Viele davon benötigen sonnige und helle Bedingungen. Im Winter 2016/2017 hat der Forst der Gemeinde Oftersheim im Westen des NSG, auf dem sogenannten „Drei-Eichen-Buckel“ einzelne hiebsreife Bäume entnommen und so kleine Lichtungen geschaffen. Für das Landschaftsbild bedeutsame Einzelbäume blieben dabei erhalten. Die weitere Pflege dieser circa vier Hektar großen Fläche erfolgt nun durch Ziegenbeweidung.

    Hintergrund der Maßnahme sind die Bestrebungen der Gemeinde Oftersheim zur Aufstellung eines Bebauungsplans für den bestehenden Golfplatz mit Erweiterung im südlichen Bereich. Der Golfplatz liegt mit seinem nordöstlichen Bereich im NSG „Oftersheimer Dünen“ / Teilgebiet „Am Golfplatz“, und im Übrigen vollständig im Landschaftsschutzgebiet „Oftersheimer Dünen“.

    Zwischen dem Land Baden-Württemberg und der Gemeinde Oftersheim wurde deshalb ein öffentlich-rechtlicher Vertrag geschlossen, der unter anderem vorsieht, dass als Ausgleich das NSG „Oftersheimer Dünen“ aufgewertet wird.

    Hierfür wurde im Auftrag der Gemeinde in 2015 ein Pflege- und Entwicklungsplan für das NSG erstellt, der mit der jetzt beginnenden Beweidung umgesetzt wird. Der Vertrag zwischen dem Land Baden-Württemberg und der Gemeinde Oftersheim sieht weiterhin vor, dass die Verordnungen für das Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiet verändert werden. Das Verfahren zur Änderung der Schutzgebiete wurde von der höheren Naturschutzbehörde bereits eingeleitet.

    Bei den südöstlich von Oftersheim bis zu 21 Meter hoch aufragenden „Oftersheimer Dünen" handelt es sich um die höchsten Binnendünen in Baden-Württemberg. Zu den Dünen zählen unter anderem der Feldherrenhügel, die Friedenshöhe und die nun aufgelichteten Flächen des „Drei-Eichen-Buckels“.

    Früher trug die Wanderschäferei aktiv zur Ausbreitung von Tieren und Pflanzen der Sandlebensräume bei. Im Fell der Tiere wurden Pflanzensamen und sogar kleine Heuschrecken und Schnecken von einer Fläche zur anderen transportiert. Nach den Plänen der Naturschutzverwaltung soll diese traditionelle Form der Bewirtschaftung auf den Binnendünen zwischen Schwetzingen und Sandhausen langfristig wieder Realität werden. Bereits von 2005 bis 2011 wurden im Rahmen des Naturschutzprojektes „Badische Binnendünen“ auf dem Feldherrenhügel und der Friedenshöhe Flächen aufgelichtet. Zusammen mit der nun begonnenen Pflege auf dem „Drei-Eichen-Buckel“ sind sie ein weiterer Trittstein für einen zukünftigen Beweidungsverbund.

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