Pressemitteilung

Marleine Chedraoui erhält den Hanna-Nagel-Preis 2025

Preisverleihung und Ausstellungseröffnung am 28. November 2025 in der Städtischen Galerie Karlsruhe

Die Künstlerin Marleine Chedraoui wird mit dem renommierten Hanna-Nagel-Preis 2025 ausgezeichnet. Der Preis würdigt alle zwei Jahre herausragende Künstlerinnen ab vierzig Jahren aus dem Regierungsbezirk Karlsruhe. Die Künstlerin überzeugte die Jury durch ihr außergewöhnliches künstlerisches Schaffen.

Der Hanna-Nagel-Preis beinhaltet eine Einzelausstellung in der Städtischen Galerie Karlsruhe, einen begleitenden Katalog, ein Preisgeld von 5.000 Euro sowie einen Ankauf durch das Regierungspräsidium Karlsruhe. Die Preisverleihung findet am 28. November 2025 in der Städtischen Galerie Karlsruhe statt und ist zugleich Auftakt zur Ausstellung von Chedraoui.

Die Arbeiten von Marleine Chedraoui zeichnen sich durch eine außergewöhnliche konzeptuelle Tiefe aus. Mit analytischer Schärfe und poetischer Sensibilität erforscht sie die Mechanismen des Kunstsystems und stellt dabei grundlegende Fragen zur Struktur von Ausstellungen. Ihre Werke laden das Publikum ein, den Raum und seine Bedeutungen neu zu denken. Die einstimmige Entscheidung der Jury reflektiert die Relevanz und die besondere Qualität ihrer künstlerischen Praxis. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen Installationen, Skulpturen, Filme und Performances, die sich mit den Bedingungen des Ausstellens und den Strukturen des Kunstsystems auseinandersetzen. Durch bewusste Veränderungen, Zitate und Wiederholungen macht sie Normen und deren Wirkmechanismen sichtbar. Ihre Werke wurden mehrfach ausgezeichnet und sind in bedeutenden Sammlungen vertreten, unter anderem in der Kunsthalle Karlsruhe.

Zur Künstlerin

Marleine Chedraoui (geboren 1966 in Ehden, Libanon), lebt und arbeitet in Karlsruhe. Sie studierte Kunstwissenschaft, Medientheorie, Ausstellungsdesign, kuratorische Praxis und Philosophie an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Ihre Arbeiten wurden international ausgestellt, unter anderem im Institut Francais Stuttgart, der Cite internationale des arts Paris, dem Badischen Kunstverein sowie dem IKOB - Museum für zeitgenössische Kunst in Eupen, Belgien. 2023 wurde sie für den Prix Bob Calle nominiert.

Über den Hanna-Nagel-Preis

Hanna Nagel - eine der bedeutenden Vertreterinnen der „Neuen Sachlichkeit" -musste sich zeitlebens mit gesellschaftlich zugeschriebenen Rollen auseinandersetzen und in einem Kunstbetrieb, in dem Frauen nicht oder nur am Rande vorkamen, zurechtfinden.

Fünf Karlsruher Präsidentinnen haben 1998 auf Initiative von Jutta Limbach, damalige Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, den Hanna-Nagel-Preis ins Leben gerufen. Mittlerweile ist der Preis, dessen Gewinnerin von einer Fachjury ermittelt wird, zu einer festen Größe in der Kunstszene geworden. Seine Bedeutung spiegelt sich besonders an der Anzahl an Bewerbungen wider. So sind in diesem Jahr 65 Bewerbungen aus dem gesamten Regierungsbezirk Karlsruhe eingegangen. Das Ziel ist dabei gleichbleibend: Der Preis richtet sich dezidiert an Künstlerinnen ab einem Alter von vierzig Jahren. Er versteht sich als ein spezifisches Instrument der Förderung weiblicher Kunstschaffender, deren Berufsweg durch Mutterschaft und Elternzeit oft weniger geradlinig verläuft als der ihrer männlichen Kollegen. Darüber hinaus möchte der Preis das künstlerische Werk seiner Namensgeberin würdigen.

Seit 2011 wird der Preis von den Präsidentinnen, der Stadt Karlsruhe sowie dem Regierungspräsidium Karlsruhe ausgelobt. Zu den Präsidentinnen zählen aktuell: Margareta Barth, Präsidentin a. D. der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg; Eva Bell, ehemalige Präsidentin der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg, heutige Leiterin der Abteilung Gesundheitlicher Verbraucherschutz, Ernährung, Produktsicherheit im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Berlin; Monika Berndt-Eberle, Präsidentin der Gemeindeprüfungsanstalt; Caren Denner, Polizeipräsidentin; Sylvia M. Felder, Regierungspräsidentin; Hildegard Gerecke, Polizeipräsidentin a. D.; Gerlinde Hämmerle, Regierungspräsidentin a. D.; Heike Haseloff-Grupp, Präsidentin des Landessozialgerichtes Baden-Württemberg a. D.; Andrea Heck, Präsidentin a. D. der Oberfinanzdirektion Karlsruhe; Nicolette Kressl, Regierungspräsidentin a. D.; Bettina Limperg, Präsidentin des Bundesgerichtshofes; Olivia Reissenberger-Safadi, Präsidentin des Landessozialgerichtes Baden-Württemberg und Gudrun Schraft-Huber, Präsidentin des Verwaltungsgerichtes Karlsruhe.