Pressemitteilung

Dammertüchtigung Rheinhochwasserdamm (RHWD) XXV „Knielinger See“ mit Prüfung Dammrückverlegungsvarianten

Regierungspräsidium Karlsruhe beginnt mit neuen Planungen zum Hochwasserschutz in Karlsruhe zwischen Rheinhafen und Rheinbrücke

Erkundungsbohrungen am Damm

 

Der Landesbetrieb Gewässer im Regierungspräsidium Karlsruhe hat mit seinen Planungen zum Hochwasserschutz in Karlsruhe zwischen Rheinhafen und Rheinbrücke begonnen. Dies gab das Regierungspräsidium heute, 29. März 2021, bei einem virtuellen Pressegespräch bekannt.

Der Abschnitt des Rheinhochwasserdamms XXV in Karlsruhe wird im Rahmen des Dammertüchtigungsprogramms des Landes Baden-Württemberg neu überplant, um den Hochwasserschutz sicherzustellen. Der Damm verläuft parallel zum Rhein, beginnend am Hafensperrtor des Karlsruher Rheinhafens bis zum Pegel Maxau nördlich der Rheinbrücke. In einem ersten Schritt werden nun Erkundungsbohrungen am bestehenden Damm durchgeführt.

„Wir untersuchen zunächst, wie die Ertüchtigung des Rheinhochwasserdamms erfolgen soll“, erläutert Peter Schneider, verantwortlicher Referatsleiter beim Landesbetrieb Gewässer im Regierungspräsidium Karlsruhe. „Wir prüfen neben einer Dammertüchtigung auf der bestehenden Trasse auch, ob sich eine Dammrückverlegung realisieren lässt, um neben einem besseren Hochwasserschutz, dem Fluss gleichzeitig mehr Raum für eine naturnahe Entwicklung der Auen zu geben.“ Der Dammabschnitt am Knielinger See bietet eine ganz besondere Chance, dies zu realisieren. Die hierbei betrachteten Flächen liegen größtenteils im Naturschutzgebiet, teilweise im Landschaftsschutzgebiet. „Dammrückverlegungen sind aus Sicht des Natur- und Artenschutzes in der Regel vorteilhaft“, sagt Daniel Raddatz, Leiter des Referats Naturschutz und Landschaftspflege, „allerdings ist ein Dammneubau auch ein großer Eingriff in die Natur, daher müssen die Vor- und Nachteile einer Dammrückverlegung an dieser Stelle gründlich abgewogen werden.“ Dazu sind zunächst technische Fragen zu klären sowie die Potenziale für eine naturschutzfachliche Aufwertung zu bestimmen. Dabei müssen die örtlichen Nutzungen sowie die Zugänglichkeit des Hofguts Maxau berücksichtigt werden. Bei einer Dammrückverlegung müsste das Hofgut mit Spielplatz mit Dämmen extra geschützt werden. Die Landschaft am Rhein würde sich in diesem Bereich rund um den Knielinger See entsprechend verändern.

Im Rahmen der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung wird das Regierungspräsidium Karlsruhe einen Projektbegleitkreis einrichten. Dadurch soll sichergestellt werden, dass im Planungsprozess die Belange aller Beteiligten erkannt werden.

Mitglieder des Projektbegleitkreises sind neben dem Regierungspräsidium Karlsruhe, Vertreterinnen und Vertreter der Fachbehörden, wie zum Beispiel Naturschutz, Forst, Landwirtschaft, Klima der Stadt Karlsruhe sowie der anerkannten Naturschutzverbände. Auch weitere für das Vorhaben relevante Interessensgruppen, wie etwa der Bürgerverein Knielingen, werden eingebunden. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sollen darüber hinaus fortlaufend die Möglichkeit haben, sich selbst über das Vorhaben zu informieren und auch Fragen und Hinweise einzubringen. Dazu wurde eine Internetseite eingerichtet. Termine vor Ort sind ebenfalls angedacht. „Die Information und Beteiligung der Öffentlichkeit ist uns sehr wichtig. Wir möchten mit den Bürgerinnen und Bürgern im Gespräch sein“, sagt Jens Teege, Projektleiter für das Vorhaben.

Informationen zum Vorhaben „Dammertüchtigung Rheinhochwasserdamm (RHWD) XXV am Knielinger See“ sind auf der Projektseite abrufbar.

Fragen und Hinweise können über das E-Mail-Postfach RHWD-XXV-KnielingerSee@rpk.bwl.de an den Vorhabenträger gesendet werden