Der Landesbetrieb Gewässer im Regierungspräsidium Karlsruhe (LBG), Vorhabenträger für die Dammertüchtigung des Rheinhochwasserdamms in Mannheim, überarbeitet zurzeit die Planungsunterlagen zur Ertüchtigung des RHWD XXXIX. Der LBG prüft als ergänzende Variante, ob sich für die gesamte Dammtrasse des RHWD XXXIX ein überströmungssicheres Bauwerk durch das Einbringen einer statisch selbsttragenden Spundwand in Verbindung mit einem Dammverteidigungsweg auf der Dammkrone herstellen lässt (Pressemitteilung vom 3. Juli 2024). Aktuell finden Bodenerkundungen am Damm statt (Pressemitteilung vom 21. Oktober 2024). Ab März bis Herbst 2025 werden außerdem Brunnenbohrungen und Pumpversuche durchgeführt. In dieser Zeit sind jeweils für wenige Tage temporäre Sperrungen des Reitwegs notwendig. Seine Arbeit bereits aufgenommen hat ebenso der Baumgutachter.
Bodenerkundungen und Modellberechnungen zum Grundwasser
Mit den zunächst ab 4. November 2024 vorgesehenen Bodenerkundungen (Pressemitteilung vom 21. Oktober 2024) konnte erst Mitte Januar 2025 begonnen werden, da die vorbereitenden Kampfmitteluntersuchungen länger als geplant dauerten. Daher werden die Bodenerkundungen nun mit erhöhter Intensität in zwei Teams, eines im nördlichen und eines im südlichen Dammabschnitt, durchgeführt. Die Erkundungen werden voraussichtlich noch bis April 2025 andauern. Weiterhin müssen Brunnen, an denen Pumpversuche durchgeführt werden, gebohrt werden. Diese Arbeiten finden ab März bis in den Herbst 2025 statt. Die Pumpversuche liefern Auskunft darüber, wie durchlässig der Untergrund für das Grundwasser ist. Die Ergebnisse fließen anschließend in die Modellberechnungen zum Grundwasser ein. Die Brunnenbohrungen werden, anders als die laufenden Bodenerkundungen, nicht auf der Dammkrone durchgeführt, sondern am Fuß des Dammes. Hierfür wurden sieben aussagekräftige Erkundungspunkte auf Grundstücken der Stadt Mannheim ausgewählt. Die Bohrungen sollen so durchgeführt werden, dass die umstehenden Bäume geschont werden. Um den Druck auf die Wurzeln bei den Bohrungen zu minimieren, werden über den ganzen Zufahrtsweg sogenannte Baggermatratzen ausgelegt, auf denen die Geräte dann fahren können.
Untersuchung des Baumbestands durch einen Baumgutachter
Als Baumgutachter wurde Sascha Jillich (B. Sc. Arboristik) aus Neckarsteinach beauftragt. Er ist öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Verkehrssicherheit von Bäumen, Baumpflege und Baumschäden aus der Sachverständigengemeinschaft Urban Tree Consulting. Neben seiner Tätigkeit als Sachverständiger im deutschsprachigen Raum ist er Lehrbeauftragter an der LVG Heidelberg für Baumpflege, Baumkontrolle und Botanik. Die Untersuchungen in Mannheim wird er gemeinsam mit seinem Kollegen Daniel Esche durchführen. Die Beauftragung ist mit dem Umweltamt der Stadt Mannheim abgestimmt. Die Aufgabe des Baumgutachters ist es, den Baumbestand entlang der Dammtrasse zu untersuchen und Möglichkeiten für den Erhalt der Bäume zu prüfen. Im ersten Schritt schaut sich Herr Jillich vor Ort den Bestand an. Konkret ist zu prüfen, welche Bäume erhalten werden können und welche Bäume in welchem Ausmaß beim Einbau der Spundwand an den Wurzeln und der Baumkrone geschädigt würden oder welche Bäume vollständig entfernt werden müssten. Der Baumgutachter wird sich hierzu mit dem Planungsteam austauschen und Vorschläge einbringen sowie bei der Abwägung von Alternativen beraten. Auch die spätere Bauphase und die Umsetzung von Ersatzpflanzungen wird der Gutachter baumschutzfachlich begleiten.