Pressemitteilung

Rückhalteraum Elisabethenwört

Schlammsondierungen im Rußheimer Altrhein ab Mitte Februar 2021

Der Rückhalteraum (RHR) Elisabethenwört ist einer von 13 Rückhalteräumen des Integrierten Rheinprogramms (IRP) in Baden-Württemberg. Er soll zur Verbesserung des Hochwasserschutzes am Oberrhein gebaut werden.

Im Rahmen der Planungen für den Rückhalteraum Elisabethenwört sind weiterführende Erkundungen erforderlich. Ab Mitte Februar sind Untersuchungen des Schlamms im Rußheimer Altrhein vorgesehen. Die für die Arbeiten erforderliche wasserrechtliche Erlaubnis des Landratsamts Karlsruhe liegt vor.

Hintergrund der Untersuchungen ist die erwartete Beeinträchtigung des Stillgewässers „Schrankenwasser“ auf Elisabethenwört als FFH-Lebensraumtyp durch den zukünftigen Betrieb des Rückhalteraums. Dort leben beispielweise geschützte Libellenarten, denen ersatzweise ein anderer Lebensraum in der Nähe zur Verfügung gestellt werden soll. Als naturschutzfachliche Ausgleichsmaßnahme beziehungsweise kohärenzsichernde Maßnahme ist dafür eine Entschlammung auf einem Teilabschnitt des nahegelegenen Rußheimer Altrheins vorgesehen. Nach erfolgter Voranalyse der Bestandssituation ist hierfür ein Abschnitt im südlichen Teil des Rußheimer Altrheins geeignet.

Um diese Maßnahme zu planen, sind nun zunächst Schlammsondierungen erforderlich, um die Mächtigkeit der vorhandenen Schlammauflage und deren umweltchemische und bodenmechanische Eigenschaften bestimmen zu können.

In diesem Zusammenhang wird auch geprüft werden, ob sich das bei einer Entschlammung zu entnehmende Baggergut für die Errichtung von Wildrettungshügeln auf Elisabethenwört eignen könnte. Auf solche Hügel soll sich das Wild bei Hochwasser zukünftig zurückziehen können, wenn der Retentionsraum überflutet ist.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist geplant, auf einer Fläche von rund 15 Hektar an insgesamt 58 Stellen eine Beprobung der Schlammauflage im Rußheimer Altrhein durchzuführen. Die Geräte zur Sondierung werden mittels Schwimmplattform mit Elektromotorantrieb zu den Probenahmestellen befördert. Vor der Probenahme werden die Ansatzpunkte hinsichtlich Kampfmittelfreiheit überprüft, für die Sondierungen ist außerdem eine Umweltbaubegleitung im Einsatz. Diese gewährleistet, dass im Naturschutzgebiet „Rußheimer Altrhein – Elisabethenwört“ Beeinträchtigungen vermieden werden.

Hintergrundinformationen:

Die Insel "Elisabethenwört", auf Gemarkungsflächen der Gemeinde Dettenheim OT Rußheim sowie der Städte Philippsburg und Germersheim gelegen, wird vom Rhein und dem Rußheimer Altrhein umschlossen. An diesem Standort soll im Rahmen des Integrierten Rheinprogramms (IRP) ein Rückhalteraum (RHR) von mindestens 11,9 Millionen Kubikmeter geschaffen werden. Vorhabenträger ist das Land Baden-Württemberg, vertreten durch den Landesbetrieb Gewässer im Regierungspräsidium Karlsruhe.

Ausgehend von Voruntersuchungen im Jahr 1992 wurden die Vorplanungsarbeiten für den Rückhalteraum im Jahr 2015 wiederaufgenommen und bis 2017 umfangreiche Variantenuntersuchungen durchgeführt. Im Ergebnis des Variantenvergleichs wurde im Februar 2018 vom Vorhabenträger die Variante „Dammrückverlegung klein“ als Vorzugsvariante ausgewählt und die Vorplanungsphase abgeschlossen. Für diese Variante, die eine Gesamtfläche von etwa 400 Hektar umfasst, wird aktuell die Entwurfs- und Genehmigungsplanung erarbeitet.

Weitere Informationen zum Rückhalteraum Elisabethenwört finden sich auf der Internetseite des Regierungspräsidiums Karlsruhe unter www.rp-karlsruhe.de > Beteiligungsportal > Umwelt > Integriertes Rheinprogramm (Rückhalteräume) > Elisabethenwört.

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