Pressemitteilung

Ertüchtigung Rheinhochwasserdamm XXV / rechter Murgdamm

Aktueller Stand: fünf Baulose abgeschlossen und drei im Bau

Rheinhochwasserdamm im Landkreis Rastatt
Traktor auf einem Weg

Ansaat im Bereich Dammbegradigung im Bauabschnitt 4.1

Das Bild zeigt einen Damm mit einem asphaltierten Weg. Im Vordergrund stehen Wegweisschilder. Rechts ist ein Bach und links Wald.

Fertiggestellter Dammabschnitt zwischen Kläranlage und Hoffelder Brücke

Zwei Baustellenfahrzeuge auf einem Damm

Dammbauarbeiten im Baulos 5 auf Gemarkung Elchesheim-Illingen

Im Juni 2018 haben die umfangreichen Bauarbeiten zur Ertüchtigung des Rheinhochwasserdammes XXV und des rechten Murgdamms auf den Gemarkungen Rastatt, Steinmauern, Elchesheim-Illingen und Au am Rhein begonnen.

Die ersten Bauabschnitte, im Folgenden Baulose, der Baumaßnahme zur Ertüchtigung des Rheinhochwasserdammes XXV und des rechten Murgdamms sind nun fertiggestellt. Die Bauarbeiten zwischen der Kläranlage Rastatt und kurz vor der Dammüberfahrt im Bereich des Camping- und Freizeitvereins Ostufer Gold-kanal Steinmauern e.V. (Baulose 1 bis 3) sind abgeschlossen. Die Baulose 6.1 und 7.1 im Norden sind ebenfalls bis auf den Wegebau bereits fertiggestellt. Aktuell wird in drei Baulosen gebaut: Baulos 4.1 in Steinmauern, Baulos 5 in Elchesheim-Illingen und Baulos 6.2 in Elchesheim-Illingen und Au am Rhein.

Die Bauabschnitte 4.2 in Steinmauern und 7.2 in Au am Rhein sollen bis Ende 2024 ertüchtigt, bis Jahresende 2024 soll die Gesamtmaßnahme zur Dammertüchtigung abgeschlossen sein. Wegen der abschnittsweise baulichen Umsetzung bleibt die großräumige Radwegumleitung bis dahin bestehen. Auf dem Lageplan (siehe Anlage) sind der aktuelle Baufortschritt und die Radwegumleitung dargestellt.

Bis auf Verzögerungen aufgrund des lang andauernden Rheinhochwassers und der feuchten Witterung im letzten Frühsommer kommt die bauliche Umsetzung gut voran. Das auf den Dämmen gewonnene Druschgut wird für die Ansaat der ertüchtigten Dämme verwendet (Bild 1). Wegen der langanhaltenden Regenperiode, die zum Mahdzeitpunkt vorherrschte, war die Druschgutgewinnung im vergangenen Jahr weniger erfolgreich als in den Jahren zuvor. Mit dem Druschgut der vorangegangenen Jahre steht jedoch ausreichend Saatgut zur Verfügung.

Im Rahmen des Umweltmonitorings konnte bereits festgestellt werden, dass sich auf den fertiggestellten, noch jungen Dammabschnitten, die Vegetation deutlich positiv entwickelt hat. Beispielsweise steht mittlerweile ein großes und vielfältiges Nahrungsangebot für Wildbienen zur Verfügung. Die Wildbienenfauna zeigt insgesamt eine erfreuliche Entwicklung.

Bauarbeiten auf den Gemarkungen Rastatt, Steinmauern und Elchesheim-Illingen (Baulos 1 bis 4.2)

Im April 2021 konnten die Dammbauarbeiten der Baulose 1, 2 und 3 zwischen der Kläranlage Rastatt und dem Goldkanal mit einer Gesamtlänge von etwa 4 Kilometer erfolgreich abgeschlossen werden (Bild 2). Im Anschluss wurden die Bauarbeiten im angrenzenden Baulos 4.1 fortgesetzt. Teil des Bauloses 4.1 war neben dem Rückbau eines Bunkers aus der Kriegszeit die Dammbegradigung in Steinmauern. Dank des stabilen, trockenen Septembers 2021 konnte beim Goldkanal die Dammbegradigung durchgeführt und auf rund 375 Meter ein neuer Damm errichtet werden. Die so neu entstandene Fläche auf der Wasserseite des Damms ist nun Teil des Überschwemmungsgebietes des Rheins. Mit der Pflanzung standortgerechter Bäume wird sich auf dieser neu entstandenen Fläche ein hochwertiger Naturraum entwickeln.

Derzeit erfolgt der Wegebau hin zu den Grundstücken am Ufer des Goldkanals. Im Februar 2022 soll auch die durch den Baustellenverkehr beschädigte Asphaltdecke des sogenannten Rheinfeldwegs in Steinmauern wiederhergestellt werden. Die Bauarbeiten am Rheinfeldweg werden etwa drei Wochen dauern. Während dieser Arbeiten ist der Wirtschaftsweg nicht nutzbar.

Zwischen Steinmauern und Elchesheim-Illingen wurde im Bereich der Einmündung der Bauzufahrtstraße in die Landesstraße L 78a eine temporäre Verschwenkung des Radwegs hergestellt. Mit dieser neuen Radwegtrasse wird die Sichtbarkeit des Radverkehrs gegenüber dem kreuzenden motorisierten Verkehr deutlich verbessert. Daher wird auf Wunsch der Gemeinde Steinmauern die Verschwenkung dauerhaft erhalten und mit einer Asphaltdecke ausgebaut. Der Abschluss der Dammbauarbeiten im Baulos 4.1 ist im Sommer 2022 vorgesehen.

Zur Vorbereitung der Bauarbeiten im Baulos 4.2 werden im Winter 2022/ 2023 die erforderlichen Fällarbeiten durchgeführt sowie die Amphibien- und Reptilienschutzzäune entlang des Baufeldes aufgestellt. Der Baubeginn des Bauabschnitts 4.2 ist für Sommer 2023 geplant.

Bauarbeiten auf den Gemarkungen Elchesheim-Illingen und Au am Rhein (Baulos 5, 6.1 und 6.2)

Die Bauarbeiten im Baulos 5 auf der Gemarkung Elchesheim-Illingen zwischen dem Naturschutzgebiet „Seitel“ und der bereits fertiggestellten Dammbegradigung beim sogenannten „Illinger Eck“, haben im Mai 2021 begonnen und laufen derzeit auf Hochtouren (Bild 3). Es wurden bereits etwa 2.000 Lastkraftwagen-Ladungen Dammbaumaterial verbaut. Neben den Dammbauarbeiten wird aktuell der Neubau des Durchlassbauwerkes der Gemeinde Elchesheim-Illingen mit Anschluss an ein Regenüberlaufbecken vorbereitet. Die Bauarbeiten im Baulos 5 werden voraussichtlich bis Ende 2022 abgeschlossen sein.

Das Baulos 6.1 wurde im Frühjahr 2020 fertiggestellt. Bis Ende 2021 hatte die Magerwiese auf dem fertiggestellten Dammabschnitt zwei Vegetationsperioden Zeit sich zu entwickeln und bietet nun einen neuen Lebensraum für zahlreiche Arten. Die Dammbauarbeiten im Baulos 6.2 konnten daraufhin Ende 2021 wiederaufgenommen werden. Bis zum Herbst 2022 soll der Abschnitt im Baulos 6.2 ertüchtigt sein. Im Zuge des Bauloses wurde auch der Lachenwiesenweg in Elchesheim-Illingen saniert, da dieser aufgrund der Nutzung als Baustraße beschädigt wurde.

Bauarbeiten auf den Gemarkungen au am Rhein (Baulos 7.1 und 7.2)

Die Bauarbeiten im Baulos 7.1 in Au am Rhein hatten im Mai 2020 begonnen und wurden Ende 2021 bis auf den Wegebau fertiggestellt. Ein besonderes Merkmal des Bauloses 7.1 ist der Abbruch des DJK-Vereinsheims, das seinerzeit in den Dammkörper gebaut wurde. So konnte der Damm nach dem Abbruch des Gebäudes auch in diesem Bereich nach der Regelbauweise ertüchtigt werden. Erst nach Abschluss der gesamten Dammbauarbeiten in den Baulosen 7.1 und 7.2 wird der Dammkronenweg und der Bermenweg wieder durchgehend hergestellt. Der Abschluss der Arbeiten ist im Jahr 2024 vorgesehen.

Zur Vorbereitung der Bauarbeiten im Baulos 7.2 werden im Winter 2022/ 2023 die erforderlichen Fällarbeiten sowie die Amphibien- und Reptilienschutzzäune entlang des Baufeldes aufgestellt durchgeführt. Der Baubeginn des Bauabschnitts 7.2 ist im Frühjahr 2023 geplant.

Grunderwerb

Mit der Dammertüchtigung ist ein umfangreicher Grunderwerb verbunden. Im Zuge der Dammbaumaßnahme sind zahlreiche Grundstücke betroffen, die temporär oder dauerhaft beansprucht werden. Bis Ende 2021 konnten bis auf wenige Ausnahmen alle erforderlichen privaten Flurstücke rechtlich gesichert werden. Aktuell wird die Grunderwerbsabwicklung der etwa 300 betroffenen kommunalen Flurstücke weiter vorangetrieben. Darüber hinaus wurde 2021 an den bereits ertüchtigten Dammabschnitten im Süden mit der amtlichen Vermessung begonnen.

Schutz der Bevölkerung

Zum Schutz der Bevölkerung ist der Baustellenbereich abgesperrt. Die Bevölkerung wird dringend gebeten, die abgesperrten Bereiche zu ihrem eigenen Schutz nicht zu betreten. Das Regierungspräsidium Karlsruhe bittet hierfür um Verständnis.

Hintergrundinformationen

Die Dammertüchtigung „Rheinhochwasserdamm XXV / rechter Murgdamm“ umfasst einen 13 Kilometer langen Abschnitt des Rheinhochwasserdamms XXV sowie einen rund einen Kilometer langen Abschnitt des rechten Murgdamms. Sie beginnt im Süden am rechten Murgdamm im Anschluss an das im Jahr 2014 fertiggestellte Hochwasserschutz- und Ökologieprojekt Murg in Rastatt und endet im Norden nahe der Landkreisgrenze. Dort beginnt der geplante Hochwasserrückhalteraum Polder Bellenkopf-Rappenwört bei Karlsruhe.

Da die Baumaßnahme vorwiegend innerhalb oder am Rande von Schutzgebieten des europäischen Schutzgebietsnetzes „Natura 2000“ erfolgt, hat der Artenschutz im Gesamtprojekt einen sehr hohen Stellenwert. Zum Schutz der Flora und Fauna sind entsprechende Schonzeiten fester Teil des Bauablaufs und die Ertüchtigungsmaßnahme wird deshalb abschnittsweise (in sogenannten Baulosen) durchgeführt. Bauarbeiten an einem angrenzenden Dammabschnitt dürfen erst nach erfolgreicher Wiederansiedlung wertgebender Arten umgesetzt werden. Auf diese Weise soll über die gesamte Dauer der Baumaßnahme der Erhalt wertvoller Lebensräume gewährleistet und Eingriffe möglichst minimiert werden. Ein weiterer Grund für die Sanierung in Abschnitten liegt darin, dass auf diese Weise auch der Hochwasserschutz jederzeit gewährleistet ist.

Weitere Informationen zum Projekt sind auf der Internetseite des Regierungspräsidiums zu finden.

Anlage
Lageplan Baufortschritt und Radwegumleitung (pdf, 3.8 MB)