Pressemitteilung

Polder Bellenkopf/Rappenwört - Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder: „Wichtiger Meilenstein zur Verbesserung des Hochwasserschutzes am Oberrhein erreicht“

Planfeststellungsbeschluss ab 1. Februar 2021 öffentlich

Luftbild mit neuem Dammverlauf

Das Regierungspräsidium Karlsruhe freut sich über den erfolgreichen Abschluss des Planfeststellungsverfahrens für den Polder Bellenkopf/Rappenwört. Bereits am 23. Dezember 2020 hatte die Planfeststellungsbehörde, das Landratsamt Karlsruhe, in einer Pressemitteilung über die Fertigstellung des Planfeststellungsbeschlusses und dessen Übergabe an den Vorhabenträger, den Landesbetrieb Gewässer im Regierungspräsidium Karlsruhe, informiert. Ab 1. Februar 2021 ist der Planfeststellungsbeschluss zum Polder Bellenkopf/Rappenwört nun für die betroffenen Gemeinden und die Öffentlichkeit in den jeweiligen Rathäusern und über die Internetseiten des Landratsamtes zugänglich. Aufgrund der Coronapandemie sowie der Feiertage war dieses Vorgehen von der Übergabe des Beschlusses an den Vorhabenträger Ende 2020 bis zur nun folgenden Auslegung erforderlich geworden. Der vom Landratsamt Karlsruhe veröffentlichte Planfeststellungsbeschluss beendet das bis in das Jahr 2011 zurückreichende Planfeststellungsverfahren und umfasst 882 Seiten.

„Der Polder Bellenkopf/Rappenwört wird zu einem verbesserten und umweltverträglichen Hochwasserschutz beitragen, der nicht nur den Städten und Gemeinden unterhalb des Polders, sondern auch der Stadt Karlsruhe und den Wirtschaftsunternehmen in und um Karlsruhe Sicherheit vor Hochwasser geben wird“, sagte Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder. „Ich möchte dabei allen am Projekt Beteiligten für ihren unermüdlichen Einsatz zur Umsetzung dieses wichtigen Meilensteins zur Verbesserung des Hochwasserschutzes am Oberrhein danken“, so Felder.

Bis zum Bau des Polders wird es aber noch einige Jahre dauern. Zunächst stehen die europaweiten Ausschreibungen für geeignete Fachbüros an, die anschließend die Ausführungsplanung erarbeiten werden. In der Ausführungsplanung werden Bauphasen und -abläufe definiert, um das komplexe Projekt schrittweise umzusetzen. Die europaweiten Ausschreibungsverfahren werden mehrere Monate, die Ausführungsplanung selbst mindestens über ein Jahr in Anspruch nehmen. Hier wird insbesondere die Abstimmung zwischen dem Regierungspräsidium und den verschiedenen Akteuren Zeit benötigen. So werden neben den Interessen der Kommunen, der Verbände und weiterer Beteiligter sowie den Vorgaben des Naturschutzes auch die Sicherheit der Bevölkerung vor Hochwassern und die Erreichbarkeit der Naherholungsgebiete im Bereich des Polders während der Bauzeit aufeinander abzustimmen sein. „Unser Ziel ist es, die baubedingten Beeinträchtigungen für die Bevölkerung möglichst gering zu halten. Die Akzeptanz unseres Vorhabens in der Bevölkerung ist uns sehr wichtig, deswegen werden wir uns für die Ausführungsplanung diese Zeit nehmen“, sagte die Regierungspräsidentin. Neben der Vorbereitung der Ausführungsplanung wird in diesem Jahr voraussichtlich bereits mit kleineren Teilmaßnahmen, wie beispielsweise Baugrunderkundungen und Vermessungsarbeiten, begonnen. Größere bauliche Maßnahmen, wie die Sanierung der Hochwasserdämme, der Bau großer Ein- und Auslassbauwerke, die Höherlegung der Hermann-Schneider-Allee sowie der Umbau und die Anpassung des Naturschutzzentrums sind erst ab 2023 vorgesehen.

Im weiteren Verlauf des Projektes wird das Regierungspräsidium Karlsruhe die Öffentlichkeit umfassend und kontinuierlich informieren.

Weitere Informationen zum Polder finden sich auf der Internetseite des Regierungspräsidiums Karlsruhe unter Beteiligungsportal > Umwelt > Integriertes Rheinprogramm (Rückhalteräume) > Polder Bellenkopf/Rappenwört.

Informationen zum Polder Bellenkopf/Rappenwört:

Der geplante Rückhalteraum „Polder Bellenkopf/Rappenwört“ erstreckt sich von Rheinstetten-Neuburgweier im Süden bis zum Rheinhafendampfkraftwerk Karlsruhe im Norden. Das Gebiet wurde bis zum Bau des Rheinhochwasserdammes XXV in den Jahren 1934/35 regelmäßig überflutet. Die ehemalige Aue ist in diesem Bereich zum Teil noch vorhanden. Das Gelände wird heute mit Wasser-, land- und forstwirtschaftlichen Flächen unterschiedlich genutzt. Auf einer Fläche von 510 Hektar soll ein Rückhaltevolumen von rund 14 Millionen Kubikmeter geschaffen werden.

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