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  • Abteilung 5
    08.10.2019
    Hochwasser- und Naturschutz im Einklang: Bau des Hochwasserrückhalteraumes „Kulturwehr Breisach“ geht voran
    Einlassbauwerke und Fischaufstiege gehen im neuen Jahr in Betrieb/ Brunnenbau in Hochstetten und Breisach wird 2020 fortgesetzt
     Einlassbauwerk mit Fischaufstiegsanlage am Leinpfad

    Der Bau des Hochwasserrückhalteraums „Kulturwehr Breisach“ im Rahmen des Integrierten Rheinprogramms geht voran. Mit der Fertigstellung der drei neuen Einlassbauwerke mit Fischaufstiegen an den beiden nördlichen Bauwerken am Rhein sowie dem Fischaufstieg am Möhlinwehr ist nun die Verbindung des Rheins mit der Möhlin über die vernetzten Schluten realisiert. Wie das Regierungspräsidium (RP) Freiburg mitteilt, werden die Bauwerke zu Beginn des kommenden Jahres in Betrieb genommen. „Auf diesem Weg können wir den Hochwasserschutz am Rhein mit dem Naturschutz verbinden. Mit den neuen Fischaufstiegen fördern wir die Laich- und Nahrungswanderungen von Fischen und anderen Wasserlebewesen“, so Peter Gültner aus der Projektgruppe des RP. 

    „Durch die beiden Fischaufstiege an den nördlichen Einlassbauwerken werden zukünftig das ganze Jahr über jeweils 450 Liter Rheinwasser pro Sekunde durch den Rückhalteraum strömen. Dies entspricht ungefähr dem Inhalt  von drei Badewannen pro Sekunde“, erklärt Gültner. Derzeit laufe die ökologische Nullaufnahme zur Erfassung ausgewählter Tier- und Pflanzenarten in dem zukünftigen Rückhalteraum, um den Zustand vor der Flutung des Rückhalteraumes zu dokumentieren. Gleichzeitig werde der Wehrverschluss am Möhlinwehr saniert. Gesteuert werden die Anlagen des Rückhalteraums künftig von einer Zentrale aus, die mit dem Betriebshof derzeit am ehemaligen „Ionosphäreninstitut“ Breisach eingerichtet wird.  

    Zum Jahreswechsel 2020 startet dann der Bau von weiteren Brunnen für die  Grundwasserhaltungen in Hochstetten und Breisach. „Die Pumpversuche am jüngsten Testbrunnen in Hochstetten haben unsere Planung bestätigt und bilden eine sichere Basis für den Bau der weiteren 35 Brunnen“, so Projektleiter Sebastian Kober vom RP. Damit werde sichergestellt, dass künftig bei Hochwassereinsatz oder während der Ökologischen Flutungen keine negativen Auswirkungen durch den Betrieb des Rückhalteraumes entstehen. Die Bauzeit für die Brunnen betrage voraussichtlich zwei Jahre. Sie beginne in Hochstetten und werde in Breisach abgeschlossen werden. 

    Bereits im kommenden Jahr sollen die Wegebauarbeiten am Rhein abgeschlossen werden. So wird der Schleusenvorplatz am Kulturwehr Breisach ähnlich dem asphaltierten und gut angenommenen Leinpfad ausgebaut. 

    Da beim Betrieb des Rückhalteraumes durch das Anheben der Wasserspiegel am Kulturwehr Breisach auch Auswirkungen auf die Grundwasserstände auf französischem Hoheitsgebiet auftreten, sind dort ebenfalls Schutzmaßnahmen erforderlich. Diese werden von der französischen Wasserstraßenverwaltung durchgeführt. Erst nach deren Fertigstellung voraussichtlich im Jahr 2022 ist die Betriebs- und Einsatzbereitschaft des Rückhalteraums für den Probebetrieb aller Anlagenteile gegeben. Um die zügige Fertigstellung der Schutzmaßnahmen in den Ortslagen Vogelgrün und Geiswasser zu unterstützen, finden enge terminliche und fachliche Abstimmungen mit den französischen Kollegen statt. 

    Weitere Informationen: Das Integrierte Rheinprogramm (IRP) ist ein Konzept des Landes Baden-Württemberg, das auf ehemaligen Überflutungsflächen zwischen Basel und Mannheim insgesamt 13 Hochwasserrückhalteräume umfasst. Mit dem Bau des Hochwasserrückhalteraumes „Kulturwehr Breisach“ können nach Fertigstellung rund 9,3 Millionen Kubikmeter Hochwasser zurückgehalten werden und so zum Hochwasserschutz für die Rheinunterlieger beitragen.


     

    Mehr Information: www.irp-bw.de


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      Möhlinwehr mit Fischaufstiegsanlage/ Foto: RPF


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     Bau des Testbrunnens in Hochstetten/ Foto: RPF​

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