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  • 22.02.2020
    Erster Reaktor des elsässischen Kernkraftwerks Fessenheim ist in der Nacht auf Samstag vom Netz gegangen
    Regierungspräsidentin Schäfer: „Fessenheim als Zukunftsmodell für nachhaltige Energiesysteme und wirtschaftliche Zusammenarbeit in der Grenzregion“

    Der erste von zwei Reaktoren des Kernkraftwerks Fessenheim ist in der Nacht auf den heutigen Samstag vom Netz gegangen. Wie das Regierungspräsidium Freiburg mitteilt, hat darüber der französische Energiekonzern EdF informiert, der das grenznahe Kernkraftwerk betreibt.

    „Die Sicherheit der Menschen in der Region hat Priorität. Deshalb sind wir erleichtert, dass die Abschaltung des ersten Reaktors in Fessenheim nach den wiederholten Versprechungen der vergangenen Jahre endlich erfolgt ist“, sagte Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer. Zumal die französische Regierung diese Woche das Dekret zur Stilllegung des ältesten Kernkraftwerks Frankreichs unterzeichnet habe, könne man sicher sein, dass diese wie angekündigt am 30. Juni umgesetzt werde: „Angesichts der zahlreichen meldepflichtigen Ereignisse in den vergangenen Jahren ist dieser Schritt überfällig“, so Schäfer. Sie wies darauf hin, dass das KKW nicht ausreichend gegen externe Ereignisse wie Erdbeben oder Flugzeugabstürze geschützt sei.

    Gleichzeitig zeigte Schäfer Verständnis für die Sorgen auf der französischen Seite, wo mit der Schließung des Kernkraftwerks Arbeitsplätze und Steuereinnahmen wegfallen werden. Die Regierungspräsidentin kündigte die volle Unterstützung des Regierungsbezirks Freiburg für den bevorstehenden ​Aufbau des deutsch-französischen Wirtschafts- und Innovationsparks in Fessenheim an, der neue Arbeitsplätze schaffen und Wirtschaftskraft generieren soll: „Fessenheim kann ein Zukunftsmodell für nachhaltige Energiesysteme und wirtschaftliche Zusammenarbeit in der Grenzregion werden." In diesem Zusammenhang zeigte sich Schäfer erstaunt über aktuelle Aussagen der französischen Umweltministerin Elisabeth Borne, die am Freitag die Pläne zur Einrichtung eines Technocentre zur Entsorgung radioaktiver Reaktorbauteile auf dem Gelände des KKW bekräftigt habe. „Das Technocentre wäre nicht mit der Modellregion vereinbar. Wir arbeiten derzeit an einem alternativen Konzept, das schneller realisierbar wäre und mehr Arbeitsplätze bringen würde“, erklärte Schäfer.

    Die Regierungspräsidentin machte deutlich, dass sich mit der Stilllegung des über 40 Jahre alten Kernkraftwerks das Risiko eines atomaren Unfalls deutlich minimieren werde. Vollständig gebannt sei die Gefahr allerdings auch mit der Abschaltung des zweiten Reaktors Ende Juni nicht. Denn die radioaktiven Brennstäbe müssten noch ca. drei Jahre im Abklingbecken in Fessenheim abkühlen, bevor sie in die Wiederaufbereitungsanlage nach La Hague transportiert werden können. Die deutsche Seite werde bei der französischen Aufsichtsbehörde weiterhin darauf drängen, dass beim Rückbau der Anlage die internationalen Sicherheitsstandards eingehalten werden.​

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