Pressemitteilung

Ausbildungsplätze im Wald sind weiterhin begehrt

Forstverwaltung trotzt dem Fachkräftemangel und zieht positive Bilanz

Klimawandel, Waldschäden, wachsender Bedarf am Rohstoff Holz, Natur- und Artenschutz sowie die gesellschaftlichen Anforderungen an den Wald stellen die Forstverwaltung auch in Baden-Württembergvor große Herausforderungen. „Gut ausgebildeten Forstwirtinnen und Forstwirten kommt bei der Bewältigung dieser Aufgaben eine Schlüsselrolle zu“. Diese Botschaft überbrachte die Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer anlässlich der feierlichen Übergabe der Abschlusszeugnisse für die Forstwirtinnen und Forstwirte im Forstlichen Ausbildungszentrums Mattenhof (FAZ) in Gengenbach (Ortenau). Der Mattenhof ist seit der Forstreform 2020 Teil des Regierungspräsidiums Freiburg (RP) Im FAZ wird ein Großteil der baden-württembergischen Forstwirtinnen und Forstwirte, verzahnt mit der Berufsschule, überbetrieblich ausgebildet. Auch finden landesweit alle Zwischen- und Abschlussprüfungen am Mattenhof in Gengenbach statt.

Die Anzahl der Absolventinnen und Absolventen der Forstwirt-Prüfung ist seit Jahren auf einem konstant hohen Niveau. In diesem Jahr konnten in Baden-Württemberg 133 Forstwirtinnen und Forstwirte den Gesellenbrief entgegennehmen. Mit der abgeschlossenen Berufsausbildung stehen den qualifizierten Fachkräften viele Möglichkeiten offen, denn Forstwirte sind derzeit auf dem Markt sehr begehrt. Eine seit Jahren vom FAZ Mattenhof durchgeführte Verbleibanalyse gibt Auskunft darüber, dass im Durchschnitt etwa 80 Prozent der Forstwirtinnen und Forstwirte nach Abschluss der Ausbildung direkt in ein Arbeitsverhältnis bei einem öffentlichen oder privaten Arbeitgeber in den Wald wechseln. Der nahtlose Übergang vom Auszubildenden zur Fachkraft ist besonders erfreulich, wirkt er doch so dem Fachkräftemangel, der mittlerweile auch die Forstbranche erreicht hat, entgegen.

Für die zuständige Stelle der Forstdirektion im RP geht es nahtlos weiter, denn bereits am 1. September starten etwa 160 neue Auszubildende ihre Berufsausbildung zur Forstwirtin bzw. zum Forstwirt in Baden-Württemberg. Mit rund 100 Ausbildungsstellen ist der Landesbetrieb ForstBW der größte Ausbildungsbetrieb. Im Koalitionsvertrag hatte sich die Landesregierung darauf verständigt, dass ForstBW im Auftrag des Landes und aus Landesmitteln finanziert, weiterhin über den eigenen Bedarf, der jährlich bei rund 40 Auszubildenden liegt, bis zu 100 Ausbildungsverhältnisse begründen soll.

Darüber hinaus bilden viele waldbesitzende Kommunen, Privatforstbetriebe und zunehmend auch Forstunternehmer aus. Die erfreulich hohe Anzahl der Auszubildenden, die mit der Ausbildung im Forst beginnen, spiegelt auch wider, dass das Thema Wald und Klimawandel im Bewusstsein der breiten Bevölkerung angekommen ist. Viele junge Menschen und Schulabgänger/innen identifizieren sich mit der Natur und dem Wald, möchten etwas bewirken und entscheiden sich so für eine Berufsausbildung in der Forstwirtschaft.

Neben den Forstwirtinnen und Forstwirten ist auch der Bedarf an höher qualifiziertem Forstpersonal ungebrochen. Mit der Fortbildung zur Forstwirtschaftsmeisterin bzw. zum Forstwirtschaftsmeister erlangen gelernte Forstwirtinnen und Forstwirte eine höhere Qualifikationsstufe. Nach zweijähriger Berufspraxis im Forstbetrieb kann nach einem neunmonatigen Vorbereitungslehrlehrgang die Meisterprüfung abgelegt werden. Den Vorbereitungslehrgang auf die Meisterprüfung richtet ForstBW am Forstlichen Bildungszentrum (FBZ) in Königsbronn (Heidenheim) aus. Verantwortlich für die Zulassung und die Meisterprüfung ist die zuständige Stelle der Forstdirektion.

Um dem hohen Bedarf an Forstwirtschaftsmeisterinnen und -meistern gerecht zu werden, sind für den im September beginnenden neuen Vorbereitungslehrgang am FBZ 16 Forstwirte für die Fortbildung zugelassen worden. Im Mai dieses Jahres endete der letztjährige Kurs, in dem 21 neue Forstwirtschaftsmeister die Meisterprüfung bestanden haben. Neben der klassischen Verwendung als Ausbilder für die Auszubildenden zum Forstwirt werden die auf breiter Basis fortgebildeten Forstwirtschaftsmeisterinnen und –meister in öffentlichen und privaten Forstbetrieben vielseitig eingesetzt, z.B. in der technischen Produktion, als Vorarbeiter oder zur Unterstützung der Revierleitung.

Mit jährlich etwa 450 aktiven Ausbildungsverhältnissen in der Berufsausbildung zum Forstwirt über alle Lehrjahre hinweg, sowie mit rund 20 Fortbildungsabschlüssen zum Forstwirtschaftsmeister leistet Baden-Württemberg einen großen Beitrag zur Versorgung der Forstbranche mit Fachkräften. Mit den finanziellen Zuschüssen der Landesregierung und der Absichtserklärung, die Aus- und Fortbildung dauerhaft zu fördern, kann im Hinblick auf den Nachwuchs an qualifiziertem Forstpersonal positiv in die Zukunft geblickt werden. Gut ausgebildete Fachleute für den Wald sind wichtiger denn je, um den vielfältigen Herausforderungen, insbesondere dem Klimawandel zu begegnen.

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