Pressemitteilung

Ein Masterplan für das Biosphärengebiet Schwarzwald: Rahmenkonzept enthält Ziele, Maßnahmen und Projekte für die nächsten 15 Jahre

Regierungspräsidentin Schäfer: „Antwort der Region auf Herausforderungen wie Klimawandel, Artensterben, Digitalisierung und Strukturwandel“

Biosphären-Ranger Florian Schmidt im Gespräch mit Besucherinnen und Besuchern

Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer sowie Vertreterinnen und Vertreter der Region haben am Freitag in Freiburg das Rahmenkonzept für das Biosphärengebiet Schwarzwald vorgestellt. Der Masterplan dient als Grundlage für die Entwicklung der internationalen Modellregion in den nächsten 15 Jahren. Er enthält 88 Ziele, 290 Einzelmaßnahmen und 52 Leitprojekte in insgesamt zehn Handlungsfeldern. Entwickelt wurde das dreibändige Werk in den vergangenen zwei Jahren gemeinsam mit der Region, unterstützt durch das Büro agl aus Saarbrücken.

„Mit diesem Masterplan wollen wir den Südschwarzwald bereit machen für die Herausforderungen der Zukunft“, erklärte Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer: „Die Konzeption zeugt vom Ideenreichtum der Region und setzt unseren bereits bei der UNESCO-Anerkennung besonders gelobten partizipativen Ansatz konsequent fort.“ Das Ergebnis lege eine hohe Messlatte, aber angesichts der zahlreichen komplexen Herausforderungen wie Klimawandel, Artensterben, Digitalisierung und Strukturwandel seien anspruchsvolle Ziele notwendig, um unsere Lebensgrundlagen zu erhalten.

Biosphären-Geschäftsführer Walter Kemkes berichtete, dass das Rahmenkonzept unter größtmöglicher Beteiligung der Bevölkerung auch während der Pandemie mit analogen und virtuellen Angeboten für besondere Zielgruppen erarbeitet worden sei. Es sei nicht allein als Arbeitsprogramm für die Geschäftsstelle zu verstehen, sondern für die gesamte Region: „Eine eigene Umsetzungsstrategie soll bei der Priorisierung der Maßnahmen helfen und auch den Fortschritt steuern.“

Regierungsvizepräsident Klemens Ficht, der die Projektsteuerungsgruppe zum Rahmenkonzept leitete, stellte dessen Leitbild vor: „Wir haben uns an den einzigartigen Allmendweiden des Biosphärengebiets orientiert. Die sind das Ergebnis dessen, was die Kulturlandschaft des Schwarzwalds mit ihren Weidfeldern, Bergmischwäldern und tradierten Siedlungsformen ausmacht: das bewusste Zusammenwirken von Mensch und Umwelt. Dies gilt es nun weiter zu entwickeln.“

Die Struktur des Rahmenkonzepts gibt das UNESCO-Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB) vor. Es enthält übergeordnete Leitbilder, Ziele und Maßnahmen in zehn Handlungsfeldern: Landnutzung, Naturschutz, Bildung, Wirtschaft, Klima, Tourismus, Gesellschaft, Forschung, Öffentlichkeitsarbeit und Kooperation. Drei Mitglieder des Steuerkreises, der Erste Landesbeamte des Kreises Waldshut, Jörg Gantzer, Ibachs Bürgermeister Helmut Kaiser und die Vertreterin der Stadt Freiburg, Nicole Schmalfuß, stellten aus den zehn Handlungsfeldern jeweils eine Maßnahme exemplarisch vor – darunter auch Projekte, die schon auf den Weg gebracht wurden.

Zu den bereits gestarteten Projekten zählt die Entwicklung von Strategien zur Besucherlenkung, die Definition und der Schutz von Leitarten und Lebensräumen, die Einrichtung eines Wildniscamps, die digitale Vermarktung regionaler Produkte in Ballungsräumen, die Entwicklung eines Klimaschutzkonzepts, die Vernetzung nachhaltiger Tourismusangebote, ein Forum für Jugendliche, ein Citizen-Science-Projekt im Naturschutz, Gesprächsformate für die Bevölkerung und eine Imagekampagne für deutsche Biosphärenreservate.

Für die Zukunft geplant ist unter anderem die Entwicklung innovativer Produkte aus heimischem Holz, der Erhalt von Borstgrasrasen, eine nachhaltige Sommerakademie für Jugendliche sowie junge Erwachsene, die Förderung grüner und nachhaltiger Start-Ups, Modelle für nachhaltige Mobilität in Partnerbetrieben, umweltfreundliche Angebote im Wintertourismus, Dienstleistungsangebote in der Nahversorgung, eine digitale Evaluation der Besucherlenkung, die Gewinnung von Biosphären-Botschaftern und eine Partnerschaft mit einem außereuropäischen Biosphärengebiet.

Karl-Heinz Lieber, Leiter der Naturschutzabteilung im Umweltministerium Baden-Württemberg, würdigte das Rahmenkonzept abschließend: „Mein großer Dank und ausdrückliches Lob gilt allen Akteurinnen und Akteuren, die den intensiven Prozess zur Erstellung des Rahmenkonzepts mitgestaltet und so maßgeblich dazu beigetragen haben, dass wir heute ein vielfältiges Arbeitsprogramm für das Biosphärengebiet Schwarzwald vorliegen haben. Nach dem Abschluss dieses vorbildlichen von der Region getragenen Prozesses bin ich voller Zuversicht, dass es nun auch gelingen wird, dieses Arbeitsprogramm mit Leben zu füllen. Das Biosphärengebiet ist eine große Chance für Land und Leute und einen von nachhaltigen und innovativen Projekten blühend-bunten Südschwarzwald.“

Das Rahmenkonzept im Internet:Downloads - Biosphärengebiet Schwarzwald (biosphaerengebiet-schwarzwald.de)

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