Pressemitteilung

Regierungspräsidium und Stadt Achern starten Bauarbeiten für besseren Hochwasserschutz an der Acher (Ortenaukreis)

Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer und Oberbürgermeister Klaus Muttach haben am Mittwoch in Achern (Ortenaukreis) die Bauarbeiten für die gemeinsamen Hochwasserschutzmaßnahmen an der Acher offiziell gestartet. „Im vergangenen Sommer haben wir gesehen, welche verheerenden Folgen Hochwasser haben kann. Wie real die Hochwassergefahr auch an der Acher ist, zeigte sich zuletzt im Mai 2019, als das Wasser mancherorts bis zur Dammkrone stand. Die Fachleute sind sich einig, dass Hochwasserereignisse aufgrund des Klimawandels zunehmen werden. Darauf müssen wir uns vorbereiten“, sagte Schäfer beim feierlichen Spatenstich. Das gemeinsame Projekt von Stadt und Land in Achern sei deshalb vorbildlich: „Neben dem Hochwasserschutz werden wir gleichzeitig die Gewässerökologie der Acher verbessern und damit einen Beitrag leisten für die Artenvielfalt des Flusses.“

Oberbürgermeister Klaus Muttach hob die Bedeutung des Projektes für die Entwicklung der Stadt Achern hervor. „Der Ausbau der Acher wird unterhalb der Bahnbrücke zu einer deutlichen Entspannung der Hochwassergefahrenlage führen und ist Voraussetzung für die geplanten innerstädtischen Hochwasserschutzmaßnahmen. Dieses Projekt sichert die Zukunftsfähigkeit der Stadt Achern und eröffnet weitere Entwicklungschancen.“

Ziel ist die hundertjährliche Hochwassersicherheit, also der Schutz vor einem Hochwasser wie es statistisch gesehen nur etwa alle 100 Jahre auftritt. Damit bei Hochwasser künftig mehr Wasser über die Acher abfließen kann, wird das Profil des Flusses von der Bahnbrücke bis zum Ende des Gewerbegebietes Fautenbach um bis zu fünf Meter erweitert und die Flusssohle tiefergelegt. Zudem werden die bestehenden Dämme auf den neuesten Stand der Technik gebracht und moderat erhöht. Im unteren Abschnitt bis zum sogenannten Acherknie bei Gamshurst wird ein rund 850 Meter langer neuer Damm errichtet, der unter anderem die Landesstraße 87 und die nördlich davon gelegenen Siedlungsgebiete vor Hochwasser schützen wird.

Neben dem Hochwasserschutz wird im Rahmen des Projekts auch die ökologische Aufwertung des Gewässerlebensraumes berücksichtigt. Um die Ziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen, werden zwei große Sohlabstürze in durchwanderbare Fischaufstiege umgestaltet. Damit wird sichergestellt, dass Fische und andere Gewässerlebewesen ungehindert in der Acher auf- und absteigen können. Naturnahe Flachufer mit Röhrichtbewuchs sowie der Einbau von Totholz und zahlreiche Fischunterstände ergänzen die ökologischen Strukturverbesserungen.

Die Gesamtkosten des Vorhabens veranschlagt der Landesbetrieb Gewässer im Regierungspräsidium Freiburg auf rund 17 Millionen Euro. Die Stadt Achern beteiligt sich mit rund drei Millionen Euro an der Verbesserung des Hochwasserschutzes. Die Bauarbeiten beginnen in diesem Herbst mit vorbereitenden Maßnahmen wie der Herstellung von Zwischenlagerflächen und Transportwegen. Die eigentlichen Flussbauarbeiten starten im kommenden Frühjahr und sollen im Oktober 2024 fertiggestellt sein. In dieser Zeit kann es baubedingt zu Einschränkungen kommen, da der parallel zur Acher verlaufende Rad- und Fußweg abschnittsweise gesperrt und durch eine Umleitung ersetzt wird.

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