Pressemitteilung

Rundofen in Zell am Harmersbach (Ortenaukreis) mit der Bronzeplakette des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet

Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer: „Schmuckstück mit Seltenheitswert und Vorzeigeobjekt der Stadterneuerung“

 

 

 

 

Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer hat am Samstag den Rundofen in Zell am Harmersbach (Ortenaukreis) mit der Bronzeplakette des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Mit dieser Plakette würdigt das Land herausragende Projekte der Stadterneuerung. Der Rundofen ist ein eindrucksvolles Zeugnis der Zeller Industriegeschichte und in Deutschland eines der wenigen weitgehend noch im Original erhaltenen Exemplare seiner Art. Die Stadt Zell am Harmersbach hat das denkmalgeschützte Gebäude für rund 3,9 Millionen Euro umfassend modernisieren lassen und für die örtliche Gemeinschaft nutzbar gemacht. Rund 1,8 Millionen Euro Finanzhilfe bewilligte das Regierungspräsidium Freiburg (RP) aus Mitteln der Städtebauförderung des Bundes und des Landes.

„Mit der aufwändigen Erneuerung des Rundofens hat die Stadt Zell am Harmersbach ein architektonisches Kleinod und ein wichtiges Stück Zeller Industriegeschichte gesichert, aufgewertet und in hervorragender Weise für alle Einwohnerinnen und Einwohner nutzbar gemacht. Der Rundofen ist durch das gelungene Zusammenwirken aller Beteiligten ein echtes Vorzeigeobjekt der Stadterneuerung“, sagte Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer. Im Rahmen einer Feierstunde übergab sie die Bronzeplakette an Bürgermeister Günter Pfundstein. Sie gratulierte ihm, dem beauftragten Architekturbüro und den ausführenden Bauhandwerkern für das vorbildliche Engagement.

„Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung“, betonte Bürgermeister Günter Pfundstein. „Der sanierte Rundofen ist ein historisches Schmuckstück inmitten der Zeller Altstadt. Mit der dort untergebrachten Geschichtstafel und seinen neuen vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten ist das Gebäude ein Gewinn für die Stadt und ein neuer Anziehungspunkt.“

Der Mitte des 19. Jahrhunderts gebaute Rundofen war Teil der Zeller Keramischen Fabriken, die besonders mit dem Motiv „Hahn und Henne“ weit über Deutschland hinaus bekannt wurden. Umbau und Sanierung machen Industriegeschichte erlebbar und haben gleichzeitig ein multifunktional nutzbares Gebäude für Veranstaltungen aller Art entstehen lassen. Der Rundofen wird mit seiner besonderen Atmosphäre und Ausstrahlung dazu beitragen, dem kulturellen und sozialen Leben in Zell neue Impulse zu geben.

Die Sanierung und Umnutzung des Rundofens erfüllt dabei höchste gestalterische und denkmalpflegerische Ansprüche. Er ist ein Leuchtturmprojekt im Sanierungsgebiet „Stadtkern Nord“. Die Erneuerung des Rundofens schließt aber auch die erfolgreiche Neuordnung des Areals der ehemaligen Keramikfabrik ab, die Ende der 1980er Jahre die Flächen der „Oberen Fabrik“ verkaufen musste. Der Erwerb des Areals erfolgte damals zu wesentlichen Teilen durch die Stadt im Rahmen der Vorgängersanierungsmaßnahme „Oberstadt“. Bis auf den Rundofen konnten die denkmalgeschützten Gebäude schon zuvor neuen zeitgemäßen Nutzungen zugeführt werden: In dem ehemaligen Tellerbau finden seitdem größere Veranstaltungen aller Art statt, die Villa Haiss – seinerzeit Wohnsitz der Fabrikantenfamilie – beherbergt ein weit über Zell hinaus bekanntes Atelier für zeitgenössische Kunst. In das frühere Verwaltungsgebäude zog die Sozialstation ein. Die nicht erhaltenswerten Gebäude wurden abgebrochen, die freigelegten Flächen neu genutzt. Auf einem Teil dieser Flächen ist beispielsweise eine attraktive Altenwohnanlage entstanden. Regierungspräsidentin Schäfer: „Die Erfolgsgeschichte des Rundofens zeigt beispielhaft, dass die städtebauliche Erneuerung mitunter einen langen Atem braucht, aber auch Mut und ein hohes Maß an Einsatz und Engagement. Nachfolgende Generationen werden dies zu schätzen wissen.“

 

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