Pressemitteilung

Managementplan für FFH-Gebiet „Blumberger Pforte und Mittlere Wutach“ (Kreis Waldshut/ Schwarzwald-Baar-Kreis) wird am Donnerstag veröffentlicht

Bunte Blumenwiese, im Hintergrund Häuser von Bonndorf

Artenreiche Wiesen und besondere Waldgesellschaften wie Schluchtwälder und Orchideenbuchenwälder zeichnen das Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiet „Blumberger Pforte und Mittlere Wutach“ (Kreis Waldshut/ Schwarzwald-Baar-Kreis) aus. Um diese und weitere gefährdete Lebensraumtypen sowie Tier- und Pflanzenarten in diesem Gebiet zu schützen, hat das Regierungspräsidium Freiburg (RP) einen Managementplan erarbeitet, der am Donnerstag,15. Juli, veröffentlicht wird.

Das 6325 Hektar große Schutzgebiet zählt zu den 212 FFH-Gebieten in Baden-Württemberg, die zusammen mit den Vogelschutzgebieten Teil des europäi-schen Natura 2000-Netzes sind. Es erstreckt sich im Kreis Waldshut über die Gemeinden Bonndorf im Schwarzwald, Eggingen, Ühlingen-Birkendorf, Stühlingen, Wutach und Wutöschingen sowie im Schwarzwald-Baar-Kreis über die Gemeinden Blumberg und Hüfingen.

Das Gebiet ist landschaftlich geprägt durch die teilweise tief eingeschnittene Wutach mit einem weit verzweigten Netz an Seitenbächen. Das Bachneunauge und die Groppe, aber auch Biber und Steinkrebs fühlen sich hier wohl. Die Hänge sind mit Waldmeister- und Orchideenbuchenwäldern sowie Schluchtwäldern bestockt, in die Kalkschutthalden, Höhlen und Felsen sowie Kalktuffquellen eingestreut sind. In lichten Nadelmischwäldern kommt als Besonderheit der Frauenschuh vor. Das Offenland ist geprägt durch großflächige blumenbunte Wiesen. Meist handelt es sich dabei um artenreiche Magere Flachland-Mähwiesen. An steileren Hängen kommen Kalkmagerrasen mit Orchideen vor. Auch für Fledermausarten wie die Mopsfledermaus oder das Großes Mausohr ist das Gebiet mit seinen ausgedehnten Wäldern und extensivem Grünland von besonderer Bedeutung. 

Zur Umsetzung des Managementplans sind jetzt die Landratsämter, Städte und Gemeinden, Eigentümer und Bewirtschafter aufgerufen, sich vor Ort für den Schutz und die Erhaltung der heimischen Tier- und Pflanzenarten einzubringen und deren Lebensräume zu sichern. Der Plan stellt die Ergebnisse der Kartierungen der geschützten FFH-Lebensraumtypen und FFH-Arten dar. Er enthält außerdem Ziele und Maßnahmenempfehlungen für deren Erhaltung und Entwicklung. So werden zum Beispiel durch naturnahe Waldwirtschaft und das Belassen von Alt- und Totholz die Lebensräume von Mopsfledermaus und Großem Mausohr gefördert. Offenlandlebensräume wie die artenreichen Mähwiesen können durch eine geeignete Mähweise und eine extensive, angepasste Beweidung fortbestehen.

Der Managementplan kann ab dem 15. Juli auf dieser Internetseite der LUBW eingesehen werden. Weitere Informationen sowie eine Karte des Gebiets finden Interessierte auf der Homepage des Regierungspräsidiums. Eine Einsichtnahme ist zudem bei den Fachbehörden in den Landratsämtern Waldshut und Schwarzwald-Baar-Kreis sowie im Regierungspräsidium zu den üblichen Öffnungszeiten nach telefonischer Anmeldung möglich.

Hintergrundinfo Natura 2000:

In Baden-Württemberg gibt es insgesamt 212 FFH-Gebiete, die mit den Vogelschutzgebieten Teil des europäischen Natura 2000-Netzes sind. Für jedes der 59 FFH-Gebiete im Regierungsbezirk Freiburg erarbeitet das Regierungspräsidien einen Naturschutzfachplan. Dieser sogenannte Managementplan durchläuft einen Beirat sowie eine öffentliche Auslegung. Bisher sind 58 Managementpläne im Regierungsbezirk Freiburg fertig und veröffentlicht.

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Heike Spannagel
Pressesprecherin
Matthias Henrich
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