B 27, Ersatzneubau der Gumpenbachbrücke in Kornwestheim

Übersicht

Gumpenbachbrücke in Kornwestheim

Das Projekt

Projekthistorie

Planung
Vorstellung der Planung in Erörterungsverhandlung05.04.2016
Planfeststellungsbeschluss nebst wasserrechtlicher Erlaubnis25.10.2016
Genehmigung der Baumaßnahme durch BMVI31.05.2019
Vorabmaßnahme
Auftragserteilung (Zuschlag)28.06.2019
BaubeginnJuli 2019
Bauende der VorarbeitenOktober 2019

 


Allgemeine Daten zur Baumaßnahme

Hauptmaßnahme 
BaugebinnJanuar 2020
BauendeHerbst 2022
Baukostenrund 27 Mio. € (Stand: März 2020)
Brückenbauwerk 
Gesamtlängeca. 100 m
Abstände zwischend en tragenden Elementen (Stützweite):30 m - 40 m - 30 m
Brückenbreiteca. 30 m
GründungTiefgründung mit Pählen
(D=1,2 m, L=17,0 - 25,0 m)
Lärmschutzwände (LSW) 
Höhe LSW mit Brücken - sowie den Übergangsbereichen2,70 bis 4,45 m
Höhe LSW außerhalb der Brücke4,0 bis 6,0 m
Straßenbau 
Gesamtlängeca. 566 m (inkl. Brücke ca. 100 m)
Regelquerschnitt (RQ):RQ 21 von 0+000 - 0+200
RQ 25B von 0+200 - 0+310
RQ 21 von 0+310 - 0+566
Durchschnittlicher täglicher Verkehr (DTV) 
DTV (Straßenverkehrszählung 2010):ca. 44.000 Kfz/24 h (SV = 5,0 %)
DTV (Prognose 2025):ca. 46.700 Kfz/25 h (SV = 6,2 %)

 


Beschreibung der Baumaßnahme

 

Die Bundesstraße B 27 stellt eine wichtige Nord-Süd-Verbindung zwischen Ludwigsburg und Stuttgart dar. Die Gumpenbachbrücke liegt zwischen den Anschlussstellen Kornwestheim-Mitte und Kornwestheim-Nord (B 27) im Landkreis Ludwigsburg. Die bestehende Brücke wurde im Jahr 1954 gebaut und besteht aus zwei Teilbauwerken, jeweils einem pro Richtungsfahrbahn.

Im Mai 2010 wurde bei der Gumpenbachbrücke eine Brückensonderprüfung durchgeführt. Dabei wurden bauliche Mängel wie Betonausbrüche, Bewehrungskorrosion, Schäden an der Entwässerung festgestellt. Als Reaktion auf den schlechten Zustand der Brücke wurden folgende straßenverkehrsrechtliche Sofortmaßnahmen angeordnet:

  • Reduzierung der Fahrstreifenbreite auf 2,75 Meter und 3,25 Meter je Überbau
  • LKW-Überholverbot
  • Geschwindigkeitsreduzierung von 80 km/h auf 60 km/h 
 

Aufgrund der festgestelltem Schäden an der Brücke, muss diese durch einen Neubau ersetzt werden. Zusätzlich zu dem Ersatzneubau der Gumpenbachbrücke erfolgen weitere Arbeiten: An der nördlich der Gumpenbachbrücke gelegenen Anschlussstelle Kornwestheim-Nord sind aktuell keine Ein- und Ausfädelstreifen vorhanden. Die neue Brücke wird daher mit einem breiteren Querschnitt gebaut. Dadurch können Ein- und Ausfädelungsstreifen neu angelegt und die Verkehrssicherheit und Leistungsfähigkeit der Anschlusstelle Kornwestheim-Nord deutlich verbessert werden.

Ein wesentlicher Bestandteil der Baumaßnahme ist zudem die Umsetzung von Lärmschutzmaßnahmen. Die bestehenden Lärmschutzwände entlang des Bauabschnittes werden abgebrochen und durch bis zu sechs Meter hohe hochabsorbierende Lärmschutzwände ersetzt. Zusätzlich wird der Fahrbahnbelag auf der B 27 zwischen den Anschlussstellen Kornwestheim-Mitte und Kornwestheim-Nord erneuert.

Der Abbruch und die Errichtung der neuen Brücke sowie die Arbeiten entlang der Strecke erfolgt in vier Bauphasen. Dadurch wird gewährleistet, dass die B 27 zu jedem Zeitpunkt der Arbeiten befahrbar bleibt. Aktuell geht das Regierungspräsidium von einer Bauzeit von rund drei Jahren (bis Herbst 2022) aus.

 

Informationen zu den Bautätigkeiten

Bauablauf

Um die Beeinträchtigungen für die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich zu halten, werden die Arbeiten in vier Bauphasen durchgeführt. Dadurch sind Fahrspuren der Brücke auch während der gesamten Bauphasen befahrbar. Verkehrsphasen mit Sperrungen der Anschlussstellen sollen in den verkehrsärmeren Zeiten stattfinden. Das Regierungspräsidium Stuttgart wird über die einzelnen Sperrungen jeweils rechtzeitig informieren.

Hier können Sie sich die Videos anschauen

Bauablauf

Bauphase 1:

In der ersten Bauphase wird das neue östliche Brückenbauwerk parallel zum bestehenden östlichen Brückenbauwerk auf temporären Widerlagern errichtet. Anschließend wird der Verkehr in Fahrtrichtung Ludwigsburg auf das neue Brückenbauwerk umgelegt. Zeitgleich wird auch der Verkehr in Fahrtrichtung Stuttgart vom alten westlichen Brückenbauwerk auf das alte östliche Brückenbauwerk verlegt, um mit den Vorarbeiten für die zweite Bauphase beginnen zu können.


Bauphase 2:

In der zweiten Bauphase wird das bestehende westliche Brückenbauwerk per Sprengung abgebrochen und an selber Stelle neu gebaut. Darüber hinaus werden die westlichen Stütz- und Lärmschutzwände vor und nach dem westlichen Brückenbauwerk neu hergestellt. Sobald die Rohbauarbeiten für das neue westliche Brückenbauwerk weitestgehend abgeschlossen sind, kann parallel zu den Straßen- und Kanalbauarbeiten in Fahrtrichtung Stuttgart mit den Vorarbeiten für den Abbruch des alten östlichen Brückenbauwerks begonnen werden. Der Abbruch des bestehenden östlichen Brückenbauwerks, dass sich zwischen den beiden neuen Brückenbauwerken befindet, erfolgt ebenfalls per Sprengung.


Bauphase 3:

Nach dem Abbruch des alte östliche Brückenbauwerk wird in der dritten Bauphase der gesamt Verkehr auf das neue westliche Brückenbauwerk verlegt, so dass die endgültigen Widerlager sowie die Gründung für das neue östliche Brückenbauwerk hergestellt werden können. Darüber hinaus werden auch die östlichen Stütz- und Lärmschutzwände vor und nach dem östlichen Brückenbauwerk neu hergestellt.


Bauphase 4:

In der vierten Bauphase wird das neue rund 4.600 Tonnen schwere östliche Brückenbauwerk, einschließlich Mittelpfeiler und Fundamenten, um rund 10,5 Meter in seine endgültige Lage quer verschoben. Der Verschub erfolgt kontinuierlich durch eine hydraulische Verschubanlage sowie Zug- und Druck-Einheiten als Verschubgeräte. Parallel hierzu werden die Straßen- und Kanalbauarbeiten in Fahrtrichtung Ludwigsburg durchgeführt. Anschließend steht die B 27 dann allen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern wieder ohne Beeinträchtigungen zur Verfügung.


Die gesamte Maßnahme inkl. aller Restarbeiten außerhalb des Verkehrsraums soll bis voraussichtlich Herbst 2022 abgeschlossen sein.

Ein wesentlicher Bestandteil der Baumaßnahme ist die Umsetzung von Lärmschutzmaßnahmen. So werden die im Bestand entlang des Bauabschnitts veralteten Lärmschutzwände abgebrochen und durch – je nach Situation - bis zu 6 Meter hohe hochabsorbierende Lärmschutzwände ersetzt. Die Herstellung der Lärmschutzwände erfolgt parallel zu den Arbeiten an den Brückenbauwerken.

  • Im Brücken- sowie den Übergangsbereichen werden hochabsorbierende und farbig beschichtete Alukassetten verwendet. Die Höhe des Lärmschutzes im Brückenbereich beträgt entsprechend der Vorgaben des Planfeststellungsbeschlusses auf der Ostseite rund 2,7 Meter und auf der Westseite rund 4,5 Meter. Auf der Westseite wird den Verkehrsteilnehmern durch einen 20 Zentimeter starken goldfarbenen Stahlrohrbrückenbogen das Befahren einer Brücke optisch verdeutlicht.
  • Außerhalb des eigentlichen Brückenbereichs lehnen sich die vorgesehenen Lärmschutzeinrichtungen gestalterisch an den Bestand an. Die je nach Position 4 bis 6 Meter hohen und 5 Meter breiten Stahlbetonfertigteile verfügen über eine rötlich eingefärbte Porenbetonstruktur und werden dem Geländeverlauf entsprechend höhengestaffelt aufgestellt. Die Zwischenelemente bestehen aus farbig beschichteten Alukassette.

Durch den Neubau der Ein- und Ausfädelungsstreifen soll die Verkehrssicherheit und Leistungsfähigkeit der Anschlussstelle Kornwestheim-Nord deutlich verbessert werden. Der Einfädelungsstreifen auf dem westlichen Brückenbauwerk wird in der Bauphase 2, der Ausfädelungsstreifen auf dem östlichen Brückenbauwerk wird in der Bauphase 4 hergestellt.

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