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Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-WürttembergFAQs

Verhalten im Notfall

Verhalten im Notfall

Kampfmittel oder Munition gefunden?

  • Nicht berühren.
  • Nicht bewegen.
  • Abstand halten.
  • Polizei oder Ortspolizeibehörde verständigen.
  • Den Fundort nach Möglichkeit sichern, ohne sich selbst zu gefährden. 

Wichtig: Verdächtige Gegenstände dürfen keinesfalls selbst zur Polizei oder zu einer Behörde gebracht werden.

Wenn Sie einen Kampfmittel- oder Munitionsfund vermuten, verständigen Sie bitte umgehend die Polizei. Diese alarmiert den Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg.

Häufige Fragen

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg (KMBD) ist beim Regierungspräsidium Stuttgart angesiedelt und für das gesamte Land Baden-Württemberg zuständig. Seine Aufgabe ist es, Kampfmittel aus den beiden Weltkriegen aufzufinden, zu bergen, zu entschärfen und fachgerecht zu entsorgen. Darüber hinaus unterstützt der KMBD Behörden, Bauherren und Grundstückeigentümer bei Fragen rund um Kampfmittelbelastungen und führt auch Luftbildauswertungen durch.

Kampfmittel können grundsätzlich überall gefunden werden. Besonders häufig werden sie auf ehemaligen militärischen Liegenschaften (Kasernen, FLAK-Stellungen, Flugplätze usw.), Bahnlinien sowie Industrie- und Großstadtgebieten entdeckt, die im Zweiten Weltkrieg Ziel von Luftangriffen waren. Aber auch auf Baustellen, landwirtschaftlichen Flächen, in Wäldern, Gewässern oder auf Privatgrundstücken werden regelmäßig Munition und Blindgänger gefunden.

Ja.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden rund 100.000 Tonnen Abwurfmunition über dem heutigen Baden-Württemberg abgeworfen. Schätzungen zufolge detonierten etwa 15 bis 18 Prozent der Bomben nicht. Deshalb muss auch heute noch mit Blindgängern sowie anderer Munition im Boden oder in Gewässern gerechnet werden.

Kampfmittel werden häufig im Rahmen von Bauvorhaben oder Erdarbeiten entdeckt. Auch bei gezielten Untersuchungen von Flächen sowie durch Zufallsfunde in Wäldern, auf Feldern oder in Gewässern werden regelmäßig Kampfmittel aufgefunden.

Vor Bauvorhaben müssen Grundstücke auf eine mögliche Kampfmittelbelastung überprüft werden. Grundlage hierfür sind unter anderem alliierte Luftbilder aus dem Zweiten Weltkrieg sowie weitere Erkenntnisse über ehemalige Kampfhandlungen (z.B. Historische Archivunterlagen, Belastungskarten und Schadensplänen, sowie ein digitales Geländemodel). Ziel ist es, mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen.

Kampfmittel werden beispielsweise

  • bei Bauarbeiten (oftmals unter Begleitung einer gewerblichen Kampfmittelräumfirma)
  • auf landwirtschaftlichen Flächen,
  • in Wäldern,
  • in Gewässern,
  • auf Privatgrundstücken oder
  • bei gezielten Sondierungen durch den KMBD oder einer gewerblichen Kampfmittelräumfirma

gefunden.

Zur Bewertung möglicher Belastungen nutzt der KMBD unter anderem historische Luftaufnahmen der Alliierten aus dem Zweiten Weltkrieg.

Ja.

Blindgänger und andere Kampfmittel können auch Jahrzehnte nach ihrem Einsatz noch explosionsgefährlich sein. Durch Korrosion und Alterungsprozesse können Zünder und Sprengstoffe empfindlicher werden. Deshalb dürfen verdächtige Gegenstände niemals berührt oder bewegt werden.

Nein.

Der KMBD findet regelmäßig unterschiedlichste Kampfmittel aus den beiden Weltkriegen, beispielsweise

  • Fliegerbomben,  
  • Granaten,  
  • Handgranaten,  
  • Minen,  
  • Patronenmunition,  
  • Panzerabwehrmunition sowie
  • weitere militärische Munition. 

Wenn Sie vermuten, dass es sich um Munition oder ein Kampfmittel handeln könnte:

  • Berühren oder bewegen Sie den Gegenstand nicht.
  • Halten Sie ausreichend Abstand.
  • Verständigen Sie umgehend die Polizei.
  • Sichern Sie den Fundort nach Möglichkeit so ab, dass andere Personen den Gegenstand nicht erreichen können. 

Bringen Sie verdächtige Gegenstände niemals selbst zur Polizei oder zu einer Behörde.

Nach einer Meldung begutachten die Fachleute des KMBD den Fund vor Ort. Nach der Identifizierung entscheiden sie je nach Art und Zustand des Kampfmittels über das weitere Vorgehen.

Je nach Situation wird das Kampfmittel

  • entschärft,  
  • sicher abtransportiert oder
  • kontrolliert vor Ort gesprengt. 

Der KMBD ist in ganz Baden-Württemberg täglich im Einsatz. Er wird alarmiert, wenn Kampfmittel oder Munition gefunden werden oder Bauvorhaben eine Überprüfung auf Kampfmittel erforderlich machen.

Mehrere Einsatzteams stehen landesweit bereit. Ein Rufbereitschaftsdienst gewährleistet die Einsatzfähigkeit rund um die Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen.

Ob und in welchem Umfang Straßen gesperrt oder Menschen evakuiert werden müssen, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab.

Maßgeblich sind unter anderem

  • Art und Größe des Kampfmittels,
  • dessen Zustand,
  • die Lage im Boden sowie
  • die örtlichen Gegebenheiten. 

Der erforderliche Sicherheitsbereich wird durch die Fachleute des KMBD für jeden Einsatz individuell festgelegt.

Ein Kampfmittel gilt als handhabungssicher, wenn es nach fachlicher Beurteilung von den Spezialistinnen und Spezialisten des KMBD gefahrlos bewegt oder transportiert werden kann, ohne dass eine unmittelbare Explosionsgefahr besteht.

Transportfähige Kampfmittel werden durch den KMBD gesichert, abtransportiert und zunächst fachgerecht zwischengelagert. Anschließend werden sie in einer speziellen thermischen Vernichtungsanlage entsorgt.

Ist ein sicherer Transport nicht möglich, wird das Kampfmittel kontrolliert am Fundort gesprengt.

Die Identifizierung erfolgt anhand verschiedener Merkmale, insbesondere Form, Größe, Material, Zünder und Zustand des Gegenstands. Dies setzt eine spezielle Ausbildung sowie langjährige Erfahrung im Bereich der Munitionskunde voraus.

Beim Magnetangeln werden immer wieder Kampfmittel und Munition aus Gewässern geborgen.

Da deren Zustand und Gefährlichkeit von Laien nicht beurteilt werden können, besteht dabei ein erhebliches Risiko. Deshalb gilt auch hier: Fundstücke niemals berühren oder mitnehmen, sondern unverzüglich die Polizei verständigen.

Zahlen und Fakten

Zahlen und Fakten

(Stand: Jahresbilanz 2025)

  • 930 Einsätze des Kampfmittelbeseitigungsdienstes
  • 19 Bombenblindgänger entschärft oder kontrolliert gesprengt
  • rund 18,8 Tonnen Kampfmittel und Fundmunition geborgen
  • rund 44,6 Tonnen Waffen und Munition vernichtet
  • landesweite Zuständigkeit für ganz Baden-Württemberg
  • Einsatzbereitschaft rund um die Uhr
  • historische Luftbildauswertung zur Bewertung möglicher Kampfmittelbelastungen