Zum Inhaltsbereich Zur Hauptnavigation

Nässer isch besser!Moormanagement in Baden-Württemberg

Moore sind bedeutende natürliche Kohlenstoffspeicher. In Baden-Württemberg werden sie geschützt, wiedervernässt und nachhaltig entwickelt, um Klimaschutz und Biodiversität zu stärken.

Kurz und knappHäufige Fragen zum Moormanagement

In der Vergangenheit wurden Moore zur Erzeugung von Lebens- und Futtermitteln sowie durch den Torfabbau zur Gewinnung von Brennstoff großflächig entwässert, sodass nur noch ein geringer Anteil der Moorböden sich in einem naturnahen Zustand befindet. Die andauernde Entwässerung von Mooren steht jedoch im Konflikt mit den Zielen des Klimaschutzes, da entwässerte Moorböden eine bedeutende Quelle von Treibhausgasemissionen darstellen. Aus diesem Grund ist neben dem Schutz naturnaher Moore die Wiedervernässung durch den Menschen entwässerter Moorböden zentrales Ziel der Klimaschutzbemühungen in Baden-Württemberg. 

Deutschlandweit verursachen entwässerte Moore rund 50 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr, was ~7 % der gesamtdeutschen Emissionen entspricht.

Auch wenn Baden-Württemberg nur einen kleinen Mooranteil hat, gilt auch bei uns:

  • Entwässerte Moorböden sind dauerhafte Emissionsquellen.
  • Ihre Wiedervernässung ist eine der effizientesten und wirtschaftlichsten Einzelmaßnahmen im Landnutzungssektor zur Reduktion von Treibhausgasemissionen.
  • Maßnahmen wirken sofort, CO2-Emissionen werden reduziert. 

Unsere Moore entstanden vor etwa 12.000 Jahren mit dem Ende der letzten Eiszeit. Für mehrere tausend Jahre konnten sich Moore ohne Störungen durch den Menschen entwickeln und Kohlenstoff aus der Atmosphäre binden. 

Ab dem Mittelalter begann man, Moore in Weiden und Futterflächen umzuwandeln. Ab dem 18. und 19. Jahrhundert folgte eine starke Ausweitung durch Moorkolonisation, Ackerbau und Torfgewinnung als Brennstoff. Im 20. Jahrhundert wurden Moore zusätzlich großflächig drainiert und intensiv genutzt. Erst seit den 1990er Jahren rückt der Schutz und die Wiedervernässung in den Fokus.

Schwerpunkt der Verbreitung der Moore ist das Alpenvorland mit den Naturräumen Donau-Iller-Lech-Platt und Voralpines Hügel- und Moorland in der Region Oberschwaben-Allgäu-Bodensee. 

Ein weiteres Verbreitungsgebiet sind die Moore im Schwarzwald sowie die An- und Niedermoore in der Oberrheinebene. Zudem gibt es einzelne bedeutende Moorvorkommen auf der Baar und der Baaralb. Im Nordosten des Landes gibt es, aufgrund der geologischen Verhältnisse, keine nennenswerten Moorregionen.

Etwa die Hälfte der Moorböden, ca. 24.000 ha, werden landwirtschaftlich genutzt. Davon sind ca. 22.000 ha Grünland und ca. 2.000 ha Ackerland. Etwa 44 Prozent der Moorflächen in Baden-Württemberg entfallen auf gesetzlich geschützte Biotope, wie Naturschutzgebiete oder FFH-Gebiete. 

Im Moorkataster Baden-Württemberg sind aktuell ungefähr 32.000 ha Nieder- und 3.500 ha Hochmoor-Flächen verzeichnet. Etwa 9.600 ha entfallen auf sogenannte Anmoore (Böden mit weniger als 30 % organischer Substanz und/oder weniger als 30 cm Torfmächtigkeit). 

Durch Entwässerung gelangt Sauerstoff in den Torf.
Die Folge: Mikroorganismen zersetzen den Torf und CO₂ wird freigesetzt. Neben der Torfzehrung unterliegen die Flächen auch einer Setzung von 1-4 cm pro Jahr.

Das bedeutet konkret:

  • Moore wechseln von CO₂-Senken zu Emissionsquellen.
  • Der über mehr als zehntausend Jahre gespeicherte Kohlenstoff kann innerhalb weniger Jahrzehnte freigesetzt werden.

Wiedervernässung ist die gezielte Rückführung entwässerter Moore in einen nassen Zustand. Ziel ist es, den natürlichen Wasserhaushalt wiederherzustellen und Moore dauerhaft feucht zu halten. Dies geschieht durch Anstau oder Einstau von Wasser, etwa über Grabenverschluss, Staue oder aktive Wasserzufuhr. So werden stabile Wasserstände erreicht, die sich je nach Jahreszeit leicht verändern können. Als akzeptierter Zielzustand in der Fachliteratur findet sich häufig ein Wasserstand von 10 cm unter Flur im Jahresmittel. Wiedervernässung dient vor allem dem Klimaschutz und dem Erhalt von Moor-Ökosystemen. 

In Baden-Württemberg existieren rund 47.500 Hektar Moorflächen. Moore bedecken somit etwa 1,3 % der Landesfläche von Baden-Württemberg, haben aber eine überproportional große Bedeutung für Klimaschutz und Biodiversität. Baden-Württemberg steht im Vergleich zu den anderen Bundesländern an sechster Stelle in Bezug auf die Moorflächen. 

Konkrete Arbeitshilfen für Sie vor OrtUnterstützungsangebote

Rechtsgrundlagen

Klare Regeln, nasse Moore

Gesetze und Konzepte als Rahmen für Wiedervernässungen.

Datengrundlagen

Erst die Daten, dann die Taten

Karten und Fachdaten für Wiedervernässungsvorhaben. 

Werkzeugkasten

Das Rad nicht neu erfinden

Werkzeuge für die Planung und Umsetzung von Moorprojekten. 

Förderinformationen

Ohne Moos nichts los

Übersicht zu Förderprogrammen und Finanzierungsoptionen. 

Moormanagement im Kontext der Land- und Forstwirtschaft in Baden-Württemberg

Moormanagement im Kontext der Land- und Forstwirtschaft in Baden-Württemberg

Entwässerte Moore gehören zu den größten Treibhausgasquellen in Europa. Paludikulturen setzen hier an: Sie ermöglichen die landwirtschaftliche Nutzung nasser Moorböden und stoppen gleichzeitig die CO₂- und N₂O-Emissionen durch die Erhaltung des Wasserstandes.

Mit Pflanzen wie Schilf, Rohrkolben oder Torfmoosen können nachwachsende Rohstoffe für Bau, Energie oder Landwirtschaft gewonnen werden. So verbindet Paludikultur Klimaschutz, Moorerhalt und regionale Wertschöpfung. Das Land Baden-Württemberg fördert die Einführung dieser nachhaltigen Nutzungsform.

RPT_Kontakt FaMoos und ANK

Fachstelle Moor und Natürlicher Klimaschutz, ANK-Regionalbüro für Baden-WürttembergLandesweit zuständig!

Fachstelle Moor und Natürlicher Klimaschutz, ANK-Regionalbüro für Baden-Württemberg Landesweit zuständig!

Leitung 

Dr. Simone Beck
Fachstelle Moor und Natürlicher Klimaschutz
zuständig für Netzwerkarbeit, Berichtswesen Förderung
07071 757-6566
E-Mail senden

Lorenz Blume
Regionalbüro ANK
zuständig für Netzwerkarbeit und Förderung | Moor
07071 757-6695
E-Mail senden

 

Pauline Bode
Regionalbüro ANK
zuständig für Netzwerkarbeit und Förderung | Wald
0761 208-1482
E-Mail senden



Sergi Grebenyuk
Fachstelle Moor und Natürlicher Klimaschutz
zuständig für Datenmanagement
07071 757-6618
E-Mail senden