Quadcopter Drohne fliegt über ein Feld

Unbemannte Luftfahrtsysteme (Drohnen) und Flugmodelle

Dienstgebäude der Abteilung 4 in Stuttgart-Vaihingen

Landesweite Zuständigkeit

​Regierun​gspräsidium Stuttgart

Referat 46.2
Luftverkehr und Luftsicherheit

Anfragen und Aufträge bezüglich
unbemannter Luftfahrtsysteme und Flugmodelle

bnl@rps.bwl.de oder
Portal Service-bw


Brauche ich eine Erlaubnis und wenn ja: welche?

Seit 31. Dezember 2020 gelten die neuen europäischen Betriebsvorschriften für unbemannte Luftfahrzeuge europaweit. Es werden keine Betriebserlaubnisse nach nationalem Recht mehr ausgestellt. Die neue Luftverkehrsordnung befindet sich derzeit im Gesetzgebungsverfahren und wird voraussichtlich Mitte, Ende 2021 in Kraft treten. In diesem Zeitraum finden somit zum Teil die neuen europäischen Vorschriften Anwendung, sowie Teile der aktuellen Luftverkehrsordnung, die von der EU Verordnung nicht verdrängt wurden. Untenstehend finden Sie eine Tabelle, die aufzeigt welche Tatbestände aus welchem Gesetz für Fernpiloten ab dem 31.12.2020 gelten werden.

Eine Beantragung ist generell seit diesem Jahr auch online über die Service BW Plattform möglich. Dieser Antrag ist komplett digital inklusive vorgeschaltetem Fragebogen, damit sie erfahren, ob und welche Erlaubnis notwendig ist. Dieser Prozess wird Anfang nächsten Jahres an die aktuell gültige Rechtslage angepasst.

Onlineantrag Drohne und Flugmodelle


Antragsformulare

Allgemeinverfügung

Durch die Allgemeinverfügung erhalten Sie eine Erlaubnis für den Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen / Flugmodellen und sofern gewerblich tätig auch Ausnahmen von Betriebsverboten. Unsere Allgemeinverfügung ist eine bereits erlassene Aufstiegserlaubnis und darf nach neuer EU Verordnung maximal bis zum 31.12.2021 gelten. Dies bedeute für Sie als Antragssteller, dass Sie auch noch im Jahr 2021 eine Zuteilung der Registriernummer beantragen dürfen. Allerdings der deutliche Hinweis: wir haben geplant, sobald die neue Luftverkehrsordnung in Kraft tritt, unsere bestehende Allgemeinverfügung zu widerrufen. Das bedeutet diese wird nicht volle 2 Jahre gelten. Die neue Luftverkehrsordnung tritt vermutlich Mitte, Ende 2021 in Kraft.

Allgemeinverfügung für unbemannte Fluggeräte Baden-Württemberg (pdf, 338 KB)


Einzelerlaubnis

Auf Grund von Artikel 21 der EU Durchführungsverordnung 2019/947 dürfen nach nationalen Regeln ausgestellte Erlaubnisse maximal bis zum 31.12.2021 gelten. Allerdings dürfen wir ab dem 31.12.2020 nur noch nach EU Recht Aufstiegserlaubnisse erteilen. Da wir eine Mindestbearbeitungsdauer von 2 Wochen haben, kann aktuell keine Einzelerlaubnis nach nationalem Recht mehr beantragt werden.


Betriebsgenehmigung nach Artikel 12 der EU Durchführungsverordnung 2019/947

Bitte beachten Sie untenstehend die Informationen zu der neuen Rechtslage vor allem hinsichtlich der Kategorien und Klassifizierungen. Eine Betriebsgenehmigung befähigt den Fernpiloten zum Betrieb seines unbemannten Luftfahrtsystems in der speziellen Kategorie. Für eine solche Genehmigung ist ab dem 31.12.2020 eine SORA „Specific Operation Risk Assessment“ nach Jarus notwendig. SORA bedeutet ein besonderes Risikoanalyseverfahren, dass die Erstellung von ConOps „concept of operations“ verpflichtet, sprich ein Betriebshandbuch, um nachzuweisen, dass der Betrieb sicher ist.

Antrag Betriebsgenehmigung nach Artikel 12 2019-947 EU VO (pdf, 137 KB)


Erlaubnis | Ausnahme von geographisch verbotenen Gebieten

Die neue europäische Verordnung ermöglicht den Mitgliedsstaaten geographische Gebiete in eigener Verantwortung zu schützen. Nach aktuellem Stand, kann man pauschalisiert sagen, dass alle Tatbestände aus den §§21a und 21b, die nicht durch EU Recht verdrängt worden sind und einen geographischen Bezug haben hierunter fallen. Untenstehend finden Sie eine Tabelle, die diese Tatbestände einzeln auflistet.

Antrag Erlaubnisse - Ausnahmen LuftVO


Betriebsgenehmigung und Erlaubnis bzw. Ausnahme von geographischen Gebieten

Falls ihr geplanter Betrieb in ein geographisches Verbotsgebiet und gleichzeitig in die spezielle Kategorie fällt, können Sie folgenden Antrag benutzen:

Antrag Betriebsgenehmigung EU VO und Erlaubnis, Ausnahme LuftVO

 


Wie lange dauert das?

Wir bemühen uns um schnellstmögliche Bearbeitung. Bitte beachten Sie, dass nur vollständig ausgefüllte Formulare mit vollständigen Anlagen die Bearbeitung möglich machen.
Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel vier Wochen, auf Grund von Anhörungen und dessen Fristen ist generell eine Mindestbearbeitungszeit von zwei Wochen nötig. Bitte beachten Sie, sofern ein Naturschutzgebiet betroffen ist, dass alleine im Anhörungsverfahren vier bis sechs Wochen benötigt werden.

Für die Zuteilung einer Registriernummer im Rahmen der Allgemeinverfügung benötigen wir in der Regel zwei Wochen.


Neue europäische Vorschriften für unbemannte Luftfahrzeuge

Seit 31. Dezember 2020 werden die neuen europäischen Betriebsvorschriften für unbemannte Luftfahrzeuge europaweit gelten und keine Betriebserlaubnisse nach nationalem Recht mehr ausgestellt. Der originäre Geltungsbeginn wurde aufgrund der COVID-19-Pandemie um sechs Monate verschoben. Die Vorgaben für den Betrieb von Drohnen finden Sie in der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947. Es wird verschiedene Betriebskategorien geben, für die dann unterschiedliche Anforderungen an die Drohne aber auch an die Fernpilot*innen gestellt werden. Die technischen Anforderungen an die Drohne und die Zuordnung der verschiedenen CE-Klassen (C0 bis C6) finden Sie in der Verordnung (EU) 2019/945.
Wie bisher die nationalen Vorschriften auch, wird die europäische Betriebsverordnung ein risikobasiertes Konzept verfolgen. Das bedeutet, dass bei steigendem Risiko eine höhere Anforderung an Drohne und Bedienpersonal (sogenannte Fernpilot*innen) vorgesehen ist. Der zukünftige risikobasierte Ansatz erfolgt etwas differenzierter als bisher und führt drei verschiedene Betriebskategorien ein:

  • Offene Kategorie
  • Spezielle Kategorie
  • Zulassungspflichtige Kategorie

Auf der FAQ-Seite der EASA finden Sie detaillierte Informationen zur Registrierung, zu Betriebsbedingungen, zu Trainingsanforderungen und allen anderen Anforderungen und Übergangsregelungen. Die FAQ-Seite ist nur in englischer Sprache veröffentlicht. Wir werden unsere Internetseite zu den EU-Drohnenregeln schrittweise erweitern und die wichtigsten Informationen auch hier in deutscher Sprache veröffentlichen.
Zuständig für die EU-Kompetenznachweise und die Registrierung nach EU VO ist das Luftfahrtbundesamt.

Welche Tatbestände gelten aus welchem Gesetz?

Im Jahr 2021 haben wir sozusagen einen „Mischbetrieb“. Es gelten Tatbestände aus der neuen EU Durchführungsverordnung 2019/947 unmittelbar, jedoch bleiben Tatbestände aus den bisherigen nationalen Vorschriften bestehen. Untenstehende Tabelle soll einen Überblick geben, welche Tatbestände verdrängt werden und auf der anderen Seite welche weiterhin bestehen:

EU-Recht
verdrängende Tatbestände
neue Regelung EU
VO 2019/947
Betreff
 
EU-Regelung
 
§ 21 a Abs. 1 Nr. 1Art. 4 (1) Buchstabe b EU VO
i. V. m. Artikel 3 Buchstabe a
Startmasse5 - 25 kg Offene Kategorie
§ 21 a Abs. 1 Nr. 2Art. 4 - 6, 12 und
EU 2019/945 EU DVO
Antriebsartgeregelt in 2019/945 EU DVO
§ 21a Abs. 1 Nr. 5Art. 4 (1) Buchstabe d EU VONachtflugBegründung VLOS (Sichtflug), nun erlaubnisfrei in offener Kategorie, sofern Voraussetzungen erfüllt
§ 21a Abs. 4Art. 8, 9 EU VO 2019/947KenntnisnachweisLuftfahrbundesamt
§ 21b Abs. 1 Nr. 1Art. 4 (1) Buchstabe d EU VOBVLOSOffene Kategorie nur VLOS (innerhalb Sichtweite) oder Luftraumbeobachter oder STS (Standardszenario)
§ 21b Abs. 1 Nr. 2Art. 4 (1) Buchstabe c EU VO
spezielle Kategorie Art. 5 u. 12
nur Menschenansammlungen
und Unglücksorte
Offene Kategorie
§ 21b Abs. 1 Nr. 8Art. 4 (1) Buchstabe e EU VOHöhenbeschränkungOffene Kategorie bis 120 m
§ 21b Abs. 1 Nr. 10Art. 4 (1) Buchstabe f EU VOGefahrstoffegeregelt in der Durchführungsverordnung
§§ 21d und eArt. 8 und 9 inkl. AnhangKompetenzen von Fernpiloten und Mindestalter 
§ 21fUAS.OPEN.060 Nr. 2
Buchstabe b
AusweichregelnUnterbrechen, sofern Risiko für anderes Luftfahrzeug, Menschen, Tiere, Umwelt oder Eigentum besteht
§ 19 Abs. 3 LuftVZOArt. 14 (8) EU VOKennzeichnungsanforderungen 

 

Weiterhin bestehende Tatbestände

weiterhin bestehende
nationale LuftVO-Tatbestände
Betreff
§ 21a Abs. 1 Nr. 31,5 km Abstand Wohngebiete mit Verbrennungsmotoren
§ 21a Abs. 1 Nr. 41,5 km Abstand zu Flugplätzen
§ 21b Abs. 1 Nr. 2Einsatzorte BOS, Bundeswehr etc.
§ 21b Abs. 1 Nr. 3100 m Abstand Industrieanlagen, Justiz, militärische Anlagen etc.
§ 21b Abs. 1 Nr. 4100 m Abstand Behörden, Polizeiliegenschaften etc.
§ 21b Abs.1 Nr. 5100 m Abstand Bundesfernstraßen, Bundeswasserstraßen, Bahnanlagen
§ 21b Abs. 1 Nr. 6Schutzgebiete
§ 21b Abs. 1 Nr. 7Wohngrundstücke
§ 21b Abs. 1 Nr. 9Kontrollzonen
§ 21b Abs. 1 Nr. 11Krankenhäuser

 

Betriebskategorien

In der offenen Kategorie kann grundsätzlich erlaubnisfrei geflogen werden, wenn nicht zusätzlich eines der weiterhin geltenden Erlaubnispflicht oder Verbote der §§ 21a, 21b der Luftverkehrs-Ordnung zutreffend ist. Der Betrieb findet größtenteils abseits von Wohnbebauung und Menschenansammlungen statt. Der Kreis der Nutzer*innen wird sich überwiegend im Freizeitbereich finden.

Generell gilt:

  • max. Höhe 120m,
  • nur innerhalb der Sichtweite,
  • nicht über Menschenansammlungen,
  • max. Gewicht unter 25 kg,
  • bei Nacht ein grünes Blinklicht
  • kein Abwurf von Gegenständen
  • kein Transport von gefährlichen Gegenständen.

Es wird zwischen drei verschiedenen Unterkategorien innerhalb der offenen Kategorie unterschieden:

UnterkategorienCE-Klasse der Drohne
A1
 
Urbane Gebiete, aber nicht über Menschenansammlungen oder außerhalb urbaner Gebiete

Drohnen Klasse C0, C1

Privat hergestellte Drohne mit einer höchstzulässigen Startmasse von unter 250 g und einer Geschwindigkeit von unter 19 m/s

Drohnen ohne CE-Klassenmarkierung mit einer höchstzulässigen Startmasse von unter 250 g

A2
 
Urbane Gebiete mit einem Mindestabstand von 5m (mit Langsamflugmodus und durchgeführter Risikobewertung) ansonsten 30 m zu unbeteiligten Personen* oder außerhalb urbaner Gebiete (A3)Drohnen Klasse C0, C1, C2
A3
 
Außerhalb urbaner Gebiete und ein horizontaler Sicherheitsabstand von mindestens 150 m zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und ErholungsgebietenDrohnen Klasse C0,C1,C2,C3,C4,C5,C6
 
Privat hergestellte Drohne mit einer höchstzulässigen Startmasse von unter 25kg
 
Drohnen ohne CE-Klassenmarkierung mit einer höchstzulässigen Startmasse von unter 25kg

 

 

Unbeteiligte Personen

Wenn in der offenen Kategorie von unbeteiligten Personen gesprochen wird, ist gemeint, dass die betreffenden Personen nicht an dem Drohnenflug teilnehmen und nicht über Gefahren und Verhaltensanweisungen durch den/die Drohnenbetreiber*in aufgeklärt wurden. So sind generell Zuschauer*innen, Besucher*innen einer Veranstaltung (Konzert, Sport usw.) oder Personen im Park, am Strand oder in der Stadt immer als unbeteiligte Personen anzusehen. Dies gilt auch für fahrende Fahrzeuge, da die/der Fahrer*in abgelenkt werden könnte und dann einen Unfall verursacht. Folglich müssen dann auch zu fahrenden Fahrzeugen die entsprechenden Abstände der Unterkategorien eingehalten werden.

Wenn Personen als beteiligte Personen gelten sollen, damit Sie überflogen werden dürfen oder nur ein geringerer seitlicher Abstand eingehalten werden kann, müssen diese Personen:

  • ihre explizite und individuelle Zustimmung zu einem konkreten Drohnenflug geben,
  • Anweisungen und Vorsichtsmaßnahmen für Notfälle vom/von der Betreiber*in bzw. Fernpilot*in bekommen,
  • dazu in der Lage sein, dem Flugweg der Drohne zu folgen und sich ggf. in Sicherheit zu bringen. Sie dürfen also nicht mit anderen Tätigkeiten beschäftigt sein, die das verhindern.

Achtung, einen generelleren Hinweis: auf Konzert-, Veranstaltungskarten über einen Drohnenflug im Laufe der Veranstaltung gilt nicht als Zustimmung!

Unterkategorie A1

Mit unbemannten Luftfahrzeugen der Klasse C1 soll in einem Gebiet geflogen werden, in dem davon ausgegangen werden kann, dass keine unbeteiligten Personen überflogen werden.

Mit unbemannten Luftfahrzeugen der Klasse C0 dürfen unbeteiligten Personen überflogen werden, aber niemals Menschenansammlungen.

Für den genauen Wortlaut der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 und weiteren Vorgaben für Fernpilot*innen und Spezifikationen des unbemannten Luftfahrzeugs beachten Sie bitte Ziffer UAS.OPEN.020.

Für die technischen Anforderungen an das unbemannte Luftfahrzeug der Klasse C0 und C1 beachten Sie bitte Teil 1 und Teil 2 des Anhangs der Verordnung (EU) 2019/945.


Unterkategorie A2

Das unbemannte Luftfahrzeug der Klasse C2 muss so betrieben werden, dass es keine unbeteiligten Personen überfliegt und ein horizontaler Sicherheitsabstand von mindestens 30 m von diesen Personen eingehalten wird. Der horizontale Sicherheitsabstand kann auf ein Minimum von 5 m von einer unbeteiligten Person verkürzt werden, sofern der Langsamflugmodus des unbemannten Luftfahrzeugs eingeschaltet ist und die Situation im Hinblick auf Wetterbedingungen, Leistungsfähigkeit des unbemannten Luftfahrzeugs und Trennung des überflogenen Gebiets bewertet wurden.

Für den genauen Wortlaut der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 und weiteren Vorgaben für Fernpilot*innen und Spezifikationen des unbemannten Luftfahrzeugs beachten Sie bitte Ziffer UAS.OPEN.030.

Für die technischen Anforderungen an das unbemannte Luftfahrzeug der Klasse C0 und C1 beachten Sie bitte Teil 3 des Anhangs der Verordnung (EU) 2019/945.


Unterkategorie A3

Unbemannte Luftfahrzeuge der Klasse C2, C3 und C4 dürfen nur in einem Gebiet betrieben werden, in dem nach vernünftigem Ermessen davon ausgegangen werden kann, dass innerhalb des Bereichs, in dem das unbemannte Luftfahrzeug während des gesamten UAS-Betriebs geflogen wird, keine unbeteiligte Person gefährdet wird. Es muss ein horizontaler Sicherheitsabstand von mindestens 150 m zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- oder Erholungsgebieten eingehalten werden.
Der Unterschied zur Unterkategorie A2 mit einem unbemannten Luftfahrzeug der Klasse C2 besteht darin, dass für den Betrieb in A2 eine höhere Anforderung an die Kenntnis und die Flugerfahrung des/der Fernpilot*in vorliegt und die Flugplanung tiefgründiger ist.

Für den genauen Wortlaut der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 und weiteren Vorgaben für Fernpilot*innen und Spezifikationen des unbemannten Luftfahrzeugs beachten Sie bitte Ziffer UAS.OPEN.030.

Für die technischen Anforderungen an das unbemannte Luftfahrzeug der Klasse C0 und C1 beachten Sie bitte Teil 3 des Anhangs der Verordnung (EU) 2019/945.


EU-Kompetenznachweise für den Betrieb in der offenen Kategorie

Abhängig von der Betriebsart in der offenen Kategorie (A1, A2 oder A3) werden zwei unterschiedliche Kenntnisse nachzuweisen sein. Nur für Drohnen unter 250g (Klasse C0) benötigen Sie keinen der EU-Kompetenznachweise nach DVO (EU) 2019/947 Teil A UAS.OPEN.020 Ziff. 4 b).

Für den Betrieb in der Betriebsart A1 und/oder A3 benötigen Sie einen Nachweis für Fernpiloten über den Abschluss einer Online-Prüfung ihrer Theoriekenntnisse. Die Online-Prüfung wird vom Luftfahrt-Bundesamt abgenommen und umfasst folgende Sachgebiete:

  • Flugsicherheit,
  • Luftraumbeschränkungen,
  • Luftrecht,
  • menschliches Leistungsvermögen und dessen Grenzen,
  • Betriebsverfahren,
  • allgemeine Kenntnisse zu UAS,
  • Schutz der Privatsphäre und der Daten,
  • Versicherung,
  • Luftsicherheit.

Für den Betrieb in der Betriebsart A2 benötigen Sie ein Zeugnis nach DVO (EU) 2019/947 Teil A UAS.OPEN.030 Ziff. 2 über die Kompetenz von Fernpiloten. Dieses Zeugnis erlangen Sie, nachdem folgende Bedingungen in der angegebenen Reihenfolge erfüllt sind:

  • Sie müssen über einen Nachweis für Fernpiloten über den Abschluss einer Online-Prüfung ihrer Theoriekenntnisse (sh. oben) verfügen,
  • Sie müssen praktische Trainingsflüge in der Betriebsumgebung nach A3 mit Ihrer C2-Drohne durchführen,
  • Sie müssen den Abschluss der praktischen Trainingsflüge schriftlich bestätigen und dann zusätzlich einen Theorietest bei einer (PStF) bestehen, der Fragen aus nachfolgenden Themengebieten aufweist:
    • Meteorologie,
    • UAS-Flugleistung,
    • technische und betriebliche Minderung von Risiken am Boden.

Zuständig für die Abnahme und Ausstellung der neuen Kenntnisnachweise nach EU-Recht ist das Luftfahrt-Bundesamt, welches weiterhin Prüfstellen für Fernpilot*innen (PStF) für den Kompetenznachweis A2 beauftragen wird. Um genauere Informationen zum Ablauf der Prüfung und den erforderlichen Kenntnissen und den Prüfstellen für Fernpilot*innen (PStF) zu erhalten, wenden Sie sich bitte an das Luftfahrtbundesamt.

FAQs finden sie unter folgendem Link:
https://www.lba.de/DE/Luftfahrtpersonal/Unbemannte_Fluggeraete/FAQ/FAQ_Drohnenfuehrerschein_12_20/FAQ_node.html

In der speziellen Kategorie ist entweder eine luftverkehrsrechtliche Erlaubnis erforderlich oder die Abgabe einer Erklärung (sogenannte Declarations). Erklärungen können nur für Standardszenarien (aktuell STS-01 oder STS-02) abgegeben werden. Standardszenarien stellen spezielle Betriebsarten mit vorgefertigten Risikobewertungen dar. Die verfügbaren Standardszenarien finden Sie in der Anlage 1 zur Durchführungsverordnung (EU) 2019/947.

Generell werden umfangreiche Risikobewertungen gemäß Artikel 11 der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 und Betriebskonzepte durch die Betreiber*innen anzufertigen sein. Diese Kategorie richtet sich an (semi-)professionelle Nutzer*innen, die beispielsweise Agrarflüge, Vermessungsflüge, Inspektionsflüge, BVLOS-Betrieb oder Betrieb über Menschenansammlungen oder Einsätze im urbanen Raum durchführen. Die Kompetenzanforderungen für Fernpilot*innen werden von der zuständigen Behörde in der erteilten Genehmigung (individuell) vorgegeben oder sind in den verfügbaren Standardszenarien bereits festgelegt. Spezielle Schulungen für die Standardszenarien werden dann voraussichtlich von, vom Luftfahrt-Bundesamt zugelassenen, Prüfstellen für Fernpilot*innen (PStF) angeboten.

Betriebsgenehmigungen

Die Landesluftfahrtbehörden sind zuständig für die Erteilung der Betriebsgenehmigungen gemäß Artikel 12 der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 für die Kategorie „speziell“ sein.

Betriebserklärungen

Die Erklärungen (sogenannte Declarations) für die Standardszenarien (STS) werden vom Luftfahrt-Bundesamt entgegengenommen.

Betreiberzeugnis für Leicht-UAS (LUC) nach DVO (EU) 2019/947 Anhang Teil C

Für juristische Personen (z. B. eine GmbH) ist es möglich, ein Betreiberzeugnis (sogenanntes LUC) zu beantragen. Damit können Betreiber*innen Drohnenflüge innerhalb der speziellen Kategorie durchführen, ohne eine vorherige Erlaubnis bei der Behörde beantragen zu müssen. Die Betreiber*innen unterliegen einem Aufsichtsprogramm und müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllen. So muss beispielsweise ein umfangreiches Managementsystem vorhanden sein. Um ein Betreiberzeugnis zu beantragen wenden Sie sich bitte an das Luftfahrt-Bundesamt.

In der zulassungspflichtigen Kategorie unterliegen die Drohnen sowie die Betreiber*innen einem aufwendigen Zulassungsverfahren, ähnlich der bemannten Luftfahrt. In dieser Kategorie werden insbesondere Personentransporte (Drohnentaxi) und schwere Lastendrohnen zu finden sein. Die Antragsstellung erfolgt auch hier beim Luftfahrt-Bundesamt.

Würfel mit dem Buchstaben i

Regeln und Hinweise

Registrierungspflicht nach DVO (EU) 2019/9547 Art.  14

Es wird die Pflicht geben, sich als Betreiber*in von Drohnen digital zu registrieren. Sie müssen sich in dem Land registrieren, wo Sie als natürliche Person Ihren Wohnsitz haben oder als juristische Person Ihren Hauptgeschäftssitz. Man kann sich nur einmal registrieren. Diese Registrierungspflicht gilt, wenn

  • die Startmasse der Drohne 250g oder mehr ist oder
  • die Drohne (unabhängig vom Startgewicht) mit einem Sensor ausgerüstet ist, der personenbezogene Daten erfassen kann und es kein Spielzeug gemäß der europäischen Richtlinie 2009/48/EG ist.

Es muss nicht die Drohne selbst registriert werden (außer in der Zulassungspflichtigen Kategorie), sondern Sie als Betreiber*in unabhängig von der Anzahl der Drohnen. Als Betreiber*in gilt die/der Besitzer*in der Drohne. Wenn Sie beispielsweise eine Drohne für Ihre Firma fliegen (z. B. Inspektionsflüge, Vermessungsflüge usw.), dann sind Sie die/der Fernpilot*in und die Firma die Betreiberin. Wenn Sie für sich eine Drohne kaufen zum privaten Gebrauch, sind Sie gleichzeitig Betreiber*in und Fernpilot*in.
Sie erhalten nach der Registrierung eine individuelle Registrierungsnummer, die Sie auf allen Ihren Drohnen anbringen und in das Fernidentifikationssystem Ihrer Drohne hochladen müssen. Diese Registrierungsnummer gilt in allen EASA-Mitgliedsstaaten.

Die Registrierung wird online durch das Luftfahrt-Bundesamt durchgeführt.


Flugmodell-Vereine

Für Flugmodell-Vereine sieht die EASA vor, dass die zuständige nationale Behörde eine Genehmigung für den UAS-Betrieb im Rahmen des Flugmodell-Vereins bzw. Vereinigung erteilen kann. In dieser Genehmigung werden auch die zu erfüllenden Kompetenzen der Fernpilot*innen festgelegt sein. Bis zum 1.1.2023 nach DVO (EU) 2019/947 Art. 21 Abs. 3 können Flugmodell-Vereine auf Basis von nationalem Recht und ohne diese Genehmigung ihren Betrieb fortführen. Zurzeit ist nicht bekannt, welche Behörde in Deutschland die europäische Genehmigung erteilen wird.


Allgemeine Hinweise zum Umgang mit EU-Vorschriften

Es empfiehlt sich, die Verordnungen sowie die dazugehörigen AMCs (Acceptable Means of Compliance) und das GM (Guidance Material) aus offiziellen Quellen zu beziehen. Am besten nutzen Sie die Website der EASA. Die AMCs erläutern, wie Sie regelkonform im Sinne der Verordnung handeln können und dienen als Sekundärliteratur (sogenanntes Soft-Law). Das GM erklärt darüber hinaus oft den tieferen Sinn einer Regel und gibt weitere Hinweise zum besseren Verständnis.

Um die Sache etwas übersichtlicher zu gestalten, hat die EASA das Format der Easy Access Rules eingeführt, welche Sie auf der Internetseite der EASA herunterladen können. In diesen finden Sie beide Verordnungen in einem Dokument konsolidiert und zu jeder Ziffer der Verordnung die dazugehörigen AMCs und das GM.

Es werden nur die Verordnungen bzw. Durchführungsverordnungen in deutscher Sprache angeboten. Die AMCs, das GM und die Easy Access Rules werden nur in englischer Sprache veröffentlicht.