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  • Abteilung 7
    10.09.2015
    Die Schulen im Regierungsbezirk Tübingen starten gut aufgestellt ins neue Schuljahr
    Lehrer-Rekordeinstellung zum Schuljahr 2015/16

    Weiterer Schülerrückgang um 1,3 Prozent

    Sprachförderung für Zuwanderer und Flüchtlinge bekommt besondere Aufmerksamkeit
     
    Schulgesetzänderung zur Inklusion tritt in Kraft
     
    Schülerzahlen, Lehrereinstellung und Unterrichtsversorgung im Schuljahr 2015/16

    Im kommenden Schuljahr 2015/16 werden an den öffentlichen Schulen im Regierungsbezirk Tübingen 235 380 Schülerinnen und Schüler von 19 750 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet. In den Grundschulen werden 60 322 Schülerinnen und Schüler erwartet, in den Werkreal- und Hauptschulen 16 537, in den Realschulen 35 085, an 58 Gemeinschaftsschulen 7 609, in den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren 4 705 und in den allgemein bildenden Gymnasien 46 981. An den Beruflichen Schulen im Regierungsbezirk rechnet das Regierungspräsidium mit ca. 64 141 Schülern. Gegenüber dem Vorjahr (2014/15: 238 360) bedeutet das für den Regierungsbezirk Tübingen insgesamt einen weiteren Schülerrückgang um 1,3 %. Die Gemeinschaftsschulen, die ihre Schülerzahl gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern (2014/15: 4 796  bei 48 Schulen; +59%), gewinnen den größten Teil ihrer Schüler aus den Haupt- und Werkrealschulen (2014/15:  19 300; -14,3%) und in geringerem Umfang auch aus den Realschulen (2014/15: 36 529; -4,0%). Besonders auffällig ist in diesem Jahr der Rückgang der Schülerzahlen an den öffentlichen sonderpädagogischen Bildungseinrichtungen um 7,3%.
     
    So viele neue Lehrkräfte wie im Jahr 2015 wurden im Regierungsbezirk Tübingen in den letzten Jahren nicht eingestellt. Die Zahl der Einstellungen hat sich mit 920 neuen Beschäftigungsverhältnissen in 2015 gegenüber dem Vorjahr mit 354 nahezu verdreifacht.  Im Bereich der öffentlichen Grund-, Haupt-, Werkreal-, Real- und Sonderschulen sowie Gemeinschaftsschulen sind 694 Neueinstellungen vorgesehen, davon an Grund-, Haupt, Werkreal- und Gemeinschaftsschulen 481, an Realschulen 160 und an Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren 38. Infolge der Schulgesetzänderung zur Inklusion wurden erstmals sonderpädagogisch ausgebildete Lehrkräfte an allgemein bildenden Schulen eingestellt, im Regierungsbezirk Tübingen 15.
     
    Einstellungen erfolgen vorrangig in den Regionen mit dem größten Ersatzbedarf, damit die Unterschiede im Versorgungsgrad in  den einzelnen Landkreisen möglichst ausgeglichen sind.  Das Personal für die Gemeinschaftsschulen aus den verschiedenen Schularten konnte durch Abordnungen oder auch Neueinstellungen gefunden werden.
     
    Im Bereich der Gymnasien wurden 72 Lehrkräfte neu eingestellt. Die über das ganze Jahr verteilten Einstellungsverfahren waren erfolgreich. Durch die schulbezogenen Ausschreibungen konnten schon frühzeitig Bewerber und Bewerberinnen für den ländlichen Raum gewonnen werden. Über das Listenverfahren konnte noch fachspezifischer Bedarf abgedeckt werden. Trotzdem bleiben fachspezifische Mängel bestehen. Besonders schwer sind die Fächer Bildende Kunst und Physik in den ländlichen Regionen zu versorgen. Kleinere fachspezifische Engpässe gibt es noch in den Fächern Mathematik, Chemie und Gemeinschaftskunde.
     
    Bei den Beruflichen Schulen wurden im Regierungsbezirk Tübingen bisher 154 Lehrkräfte eingestellt. Landesweit wurden 200 zusätzliche Deputate für die Unterrichtsversorgung an dieser Schulart bereitgestellt. Ein Teil dieser zur Verfügung gestellten Lehrerstellen ist zweckgebunden und soll zum Beispiel für die Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege, den Ausbau der Erzieherausbildung und die weitere Umsetzung der Enquete-Maßnahmen „Einführung von Ganztags-Maßnahmen an beruflichen Schulen“ verwendet werden. Erneut konnten zahlreiche Gymnasiallehrer an beruflichen Schulen eingestellt werden, die dazu beitragen, den Bedarf in allgemein bildenden Fächern zu decken. Fachspezifische Engpässe  bestehen im Bereich der beruflichen Schulen aufgrund einer sehr knappen Bewerberlage besonders in den Fächern Informatik, Betriebswirtschaftslehre und in den Naturwissenschaften.
     
    Stunden für die Krankenstellvertretung sind in allen Schularten eingeplant.  Die begründeten Anforderungen von Schulen nach zusätzlichen Ersatzeinstellungen bei längerfristigen Ausfällen wie zum Beispiel im Falle von Mutterschutz können durch das Regierungspräsidium erfüllt werden, soweit die Lehrkräfte auf dem Arbeitsmarkt vorhanden sind. Ersatzeinstellungen bei langfristigen Erkrankungen werden erst möglich nach dem vollständigen Einsatz der wiederum erhöhten fest installierten Lehrerreserve und einer nachgewiesenen Ausschöpfung der so genannten Bordmittel einer Schule. Die staatliche Schulaufsicht wird in diesem Bereich alles möglich machen, um die Kontinuität im Unterricht der Schulen sicher zu stellen.
     
    Grundsätzlich können sich auch Lehrkräfte aus dem Ausland entsprechend ihrer Qualifikationen und Fächer für eine Tätigkeit im öffentlichen Schuldienst bewerben. Voraussetzung dafür ist allerdings ein positiv abgeschlossenes Anerkennungsverfahren der ausländischen Abschlüsse, das für ganz Baden-Württemberg am Regierungspräsidium Tübingen durchgeführt wird.
     
    Unterricht für schulpflichtige Zuwanderer und Flüchtlinge
    Die Landesregierung hat im Schuljahr 2014/15 insgesamt 200 Lehrerdeputate zur Sprachförderung von schulpflichtigen Zuwanderern und Flüchtlingen zur Verfügung gestellt.  Auf den Regierungsbezirk Tübingen entfielen davon insgesamt 29 Deputate, und zwar 19 Deputate auf die allgemein bildenden Schulen und zehn Deputate auf die Beruflichen Schulen. Diese stehen auch für das Schuljahr 2015/16 bereit. Dadurch konnten die Verträge mit den bisherigen Lehrkräften in den Vorbereitungsklassen verlängert werden. Nochmal 200 Lehrerdeputate stehen für das Schuljahr 2015/16 landesweit zur Verfügung. Auf die allgemeinbildenden Schulen entfielen davon 92 Deputate, der Regierungsbezirk Tübingen erhielt davon 13 Deputate.  An den Standorten der Vorbereitungsklassen in Meßstetten, Geislingen, Sägefeldschule Ulm, Rheinstetten, Bad Buchau, Überlingen, Leutkirch, Bad Wurzach, Münsingen-Auingen, Gerhart-Hauptmann-Schule Reutlingen und Hohenbergschule Rottenburg konnten deshalb zusätzliche Lehrkräfte eingestellt werden.
     
    Darüber hinaus wurden den Beruflichen Schulen für das Schuljahr 2015/16 weitere 108 Deputate zweckgebunden für die Sprachförderung von Zuwanderern und Flüchtlingen bereitgestellt. Davon entfallen 23 Deputate auf den Regierungsbezirk Tübingen. Im letzten Schuljahr wurden an den Beruflichen Schulen im Regierungsbezirk Tübingen 22 VABO-Klassen (Vorqualifizierungsjahr Arbeit-Beruf mit dem Schwerpunkt beim Erwerb von Deutschkenntnissen) für Zuwanderer und Flüchtlinge neu eingerichtet. Mit Schuljahresbeginn 2015/16 kommen nochmal weitere acht VABO-Klassen hinzu. Damit kann zu diesem Zeitpunkt allen berufsschulpflichtigen Zuwanderern und Flüchtlingen ohne Deutschkenntnisse ein Schulplatz angeboten werden. Weiterhin können Zuwanderern und Flüchtlingen ohne Deutschkenntnisse zwischen 18 und 21 Jahren, die in die Schule wollen, zunehmend Schulplätze in VABO-Klassen angeboten werden. Schulleitungen und Lehrerkollegien legen großen Wert darauf, den Schülerinnen und Schülern neben den unabdingbaren Deutschkenntnissen auch Grundkenntnisse in praktischen Tätigkeiten des Alltags und der Berufswelt zu vermitteln. Ein weiteres Augenmerk wird auf das soziale Miteinander und auf die Vermittlung unseres Werte- und Normensystems gelegt. Zuwanderer und Flüchtlinge haben im Anschluss an das Vorqualifizierungsjahr Arbeit-Beruf die Möglichkeit zu weiteren schulischen Abschlüssen in den beruflichen Schulen. Ebenso werden ihnen Hilfen bei Bewerbungen für eine Berufsausbildung angeboten.
     
    Schulgesetzänderung zur Inklusion
    Mit dem Schuljahr 2015/16 tritt die Schulgesetzänderung zur Inklusion in Kraft, die Eltern von Kindern mit Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot ein Wahlrecht eröffnet, ob sie ihre Kinder in ein sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum oder eine Regelschule schicken wollen. Zur schulpraktischen Umsetzung dieser Regelung fanden an den Staatlichen Schulämtern neben regionalen Planungskonferenzen 411 Bildungswegekonferenzen statt, um in gemeinsamer Absprache mit allen Beteiligten den geeigneten Schulort für jedes betroffene Kind fest zu legen. Im Schuljahr 2015/16 werden im Regierungsbezirk Tübingen 1496 Schülerinnen und Schüler mit einem Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot in allgemeinen Schulen unterrichtet. Darüber hinaus werden eine Vielzahl von Schülerinnen und Schüler öffentlicher und privater sonderpädagogischer Bildungs- und Beratungszentren in kooperativen Organisationsformen (bisher Außenklassen) an allgemeinen Schulen unterrichtet.
     
    Leseförderung durch Vorlesen im Französischunterricht
    Unter der Überschrift „Erzählendes Vorlesen – hörendes Lesen“ startet mit Beginn des Schuljahres 2015/16 an verschiedenen Gymnasien im Regierungsbezirk Tübingen ein Projekt zur integrativen Leseförderung im Fach Französisch. In Projektklassen sollen zwei bis drei Vorlesephasen (Lesezeit ca. 10 - 20 Minuten je nach Anschlusskommunikation) mit einer jeweiligen Dauer von ca. vier Wochen über das Schuljahr verteilt in den Französischunterricht integriert werden.
    Ziel dieses Projektes unter der Leitung der Fachreferentin Französisch des Regierungspräsidiums Tübingen ist die integrative Förderung der Lesekompetenz in Verbindung mit Hörverstehen, Sprechen und gegebenenfalls Schreiben.  Es geht um das Wecken von Lesefreude bei Schülerinnen und Schülern und die Hinführung zur Literatur als zentralem Bestandteil des Französischunterrichts in allen Stufen des Gymnasiums. Vier Französisch-Fachberaterinnen des Regierungspräsidiums haben  zu diesem Zweck ein von Prof. Jürgen Belgrad von der PH Weingarten initiiertes Projekt „Leseförderung durch Vorlesen im Fach Deutsch“ (http://www.lesefoerderung-durch-vorlesen.de) überarbeitet und weiterentwickelt. Prof. Dr. Jürgen Mertens von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg ist als Kooperationspartner aus dem Bereich der Didaktik der französischen Sprache und Literatur dabei.
     
    Hinweis an die Redaktionen:
    Für Fragen zu dieser Pressemitteilung steht Ihnen Herr Dr. Stefan Meißner, Pressereferent für Schule und Bildung, unter Tel. 07071/757-2137 zur Verfügung.
     
    Anlage
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