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  • Abteilung 5
    19.01.2016
    Landschaftspflege im Naturschutzgebiet Gnagen
    Maßnahmen sollen die Lebensbedingungen für seltene Tierarten verbessern.

    ​Die Naturschutzbehörden planen umfangreiche Maßnahmen zur Wiederherstellung und Verbesserung der Lebensbedingungen für bedrohte Pflanzen- und Tierarten im Naturschutzgebiet Gnagen bei Geislingen (Zollernalbkreis). Diese Maßnahmen werden das gewohnte Erscheinungsbild des Naturschutzgebiets verändern. 

     

    Das Naturschutzgebiet „Gnagen“ ist ein Kleinod des Naturschutzes in der Nähe der Wohn- und Gewerbesiedlungen von Geislingen. Obwohl nur 8,8, ha groß, ist es für den Naturhaushalt und die Pflanzen- und Tierwelt von großer Bedeutung. Dies belegen Untersuchungen des Gutachterbüros INA Südwest aus dem Jahr 2015, die im Auftrag des Regierungspräsidiums Tübingen durchgeführt wurden. Untersucht wurden die Vegetation sowie Libellen, Tagfalter, Heuschrecken, Amphibien und Vögel.

     
    Bei den Untersuchungen zeigte sich, dass das Naturschutzgebiet zunehmend verbuscht. Es bietet daher Amphibien und Libellen zu wenig geeignete Lebensräume. Arten wie die Gelbbauchunke oder der Südliche Blaupfeil, eine Libellenart, finden im Gebiet nicht die kleinen wassergefüllten Mulden, die sie für ihre Fortpflanzung benötigen. Typische Feuchtgebietsbewohner wie der Grasfrosch oder der Randring-Perlmutterfalter kommen nur in wenigen Exemplaren vor. Zudem sind durch die Verbuschung auch Vorkommen anderer gefährdeter Arten bedroht, beispielsweise die Bekassine oder der Kiebitz, die auf ihrem winterlichen Durchzug ein offenes übersichtliches Gelände brauchen.
     
    Es sind daher verschiedene Maßnahmen notwendig, um die Lebensbedingungen für diese seltenen Arten zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Vor allem müssen Gebüsche entfernt und Mulden für flache Kleingewässer entstehen. Auf Anregung der Gutachter werden auch ungewöhnliche Methoden erprobt: So sollen Gehölze nicht nur auf den Stock gesetzt, sondern mitsamt Wurzelwerk herausgerissen werden. Dies sorgt zum einen für eine nachhaltige Entbuschung. Zum anderen entstehen, wenn sich die Löcher und Mulden mit Regenwasser füllen, neue Kleingewässer für Libellen und Amphibien, ohne dass sie eigens angelegt werden müssen.  
     
    Die geplanten Maßnahmen wirken sich nicht negativ für andere seltene Pflanzen und Tiere im Naturschutzgebiet Gnagen aus. In den Gehölzen und Gebüschen leben nur relativ wenige Vogelarten, und diese können auf andere Lebensräume im Gebiet ausweichen.
     
    Am Dienstag, 12. Januar 2016, fand eine Informationsbegehung statt. Dabei erläuterte Dr. Florian Wagner vom Gutachterbüro INA Südwest die geplanten Maßnahmen. Zahlreiche Interessierte wie Bewirtschafter, Grundstücksbesitzer und Anwohner nutzten die Möglichkeit, sich vor Ort zu informieren.
    Die ersten Maßnahmen werden bereits in den nächsten Tagen und Wochen umgesetzt. Insgesamt wird sich die Durchführung der Maßnahmen im Naturschutzgebiet aber über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren erstrecken.
    Es wird spannend sein, zu beobachten, wie sich das Landschaftsbild im Zuge der Maßnahmen entwickelt. Mit rücksichtsvollem Verhalten kann die Bevölkerung beitragen, die heimische Pflanzen- und Tierwelt in diesem Naturschutz-Kleinod zu erhalten.
     Gelbbauchunke
    Hintergrundinformation:
    Das Naturschutzgebiet Gnagen liegt innerhalb des Naherholungsgebiets von Geislingen. Es wird von vielen Spaziergängern besucht.
    Für die fachliche Betreuung des Naturschutzgebiets Gnagen ist das Regierungspräsidium Tübingen zuständig. Das Landratsamt Zollernalbkreis beauftragt auf der Grundlage der Fachgutachten und in Absprache mit dem Regierungspräsidium örtliche Landwirte mit der Durchführung von Maßnahmen.

    Bildunterschriften:
    Bild 1: Dr. Florian Wagner und zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger bei der Begehung am 12. Januar im Naturschutzgebiet Gnagen; Fotografie: Metz, Regierungspräsidium Tübingen.
    Bild 2: Die Gelbbauchunke ist eine der Arten, für die im Naturschutzgebiet Gnagen kleine wassergefüllte Mulden entstehen sollen; Fotografie: Regierungspräsidium Tübingen

    Hinweis für die Redaktionen:
    Für Fragen zu dieser Pressemitteilung steht Ihnen Herr Dr. Daniel Hahn, Pressereferent, Tel.: 07071/757-3078, gerne zur Verfügung.
Symbolbild, Bacho Foto - Fotolia 

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