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  • Abteilung 5
    24.06.2016
    Natura 2000 gemeinsam umsetzen
    Einladung zur öffentlichen Auftaktveranstaltung zum Managementplan für das FFH-Gebiet 8220-342 „Überlinger See und Bodenseeuferlandschaft“ und das Vogelschutzgebiet 8220-404 „Überlinger See des Bodensees“ am 28. Juni 2016 in Bodman-Ludwigshafen
    Das Regierungspräsidium Tübingen informiert in einer öffentlichen Veranstaltung über den Natura 2000-Managementplan für das FFH-Gebiet „Überlinger See und Bodenseeuferlandschaft“ und das Vogel¬schutzgebiet „Überlinger See des Bodensees“ und lädt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, insbesondere Landnutzer und Eigentümer, dazu ein. Von der Planung berührte Behörden, Kommunen und Verbände sind ebenfalls eingeladen. Die Veranstaltung findet statt
     
     
    am Dienstag, 28. Juni 2016, von 16:00 bis 18:30 Uhr
    Treffpunkt um 16:00 Uhr ist der Parkplatz bei der Sportgaststätte TSV Bodman
    (In Neustückern 8, 78351 Bodman-Ludwigshafen).
     
     
    Die für diese Gebiete zuständigen Ansprechpartner im Regierungspräsidium Tübingen geben einen Überblick über das Verfahren zur Erstellung der Natura 2000-Managementpläne sowie über die für das europäische Schutzgebietsnetz wertvollen Lebensraumtypen und Arten in den Gebieten. Hierzu findet ein Rundgang im Naturschutzgebiet Stockacher Aachmündung statt. Je nach Wetterlage ist regenfeste Kleidung notwendig. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
     
    Zum Verfahren der Managementplanerstellung:

    Die Bearbeitung des Managementplanes erfolgt im Auftrag des Regierungspräsidiums Tübingen und hat im März 2016 begonnen. Zunächst werden die Vorkommen der europäisch bedeutenden Lebensraumtypen sowie Tier- und Pflanzenarten erfasst und in einer Bestandskarte dargestellt. Auf dieser Grundlage werden die aus Sicht von Natura 2000 anzustrebenden Ziele aufgezeigt und Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen empfohlen.
     
    Die Informationsveranstaltung ist der Auftakt zu dem begleitenden Beteiligungsverfahren, in dem alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind, sich in die Planung einzubringen. Voraussichtlich im Sommer 2017 wird ein örtlicher Beirat gebildet, mit dem der Entwurf der Ziel- und Maßnahmenplanung abgestimmt wird. Dieser setzt sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern von Kommunen, anerkannten Naturschutzverbänden, privaten Waldeigentümern, landwirtschaftlichen Berufsvertretungen, Sportverbänden, der unteren Naturschutzbehörde, der Forst- und Landwirtschaftsverwaltung, der Landwirtschaftsverwaltung, der Wasserwirtschaftsverwaltung und ggf. weiteren, davon berührten Behörden und Verbänden. Im nächsten Schritt wird der Planentwurf öffentlich ausgelegt und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger haben dann die die Möglichkeit, dazu eine Stellungnahme abzugeben. Anfang 2018 soll der Managementplan fertig gestellt werden.
     
    Zum FFH-Gebiet „Überlinger See und Bodenseeuferlandschaft“ und Vogelschutzgebiet „Überlinger See des Bodensees“:
    Das FFH-Gebiet „Überlinger See und Bodenseeuferlandschaft“ reicht am nördlichen Ufer des Überlinger Bodensees von Meersburg bis Bodman-Ludwigshafen. Es hat eine Fläche von 3.781 ha und überschneidet sich in weiten Teilen mit dem Vogelschutzgebiet „Überlinger See des Bodensees“ (2.556 ha).
     
    Das FFH-Gebiet zeichnet sich durch ein äußerst vielseitiges Mosaik verschiedener Lebensräume aus. Von Bedeutung für Natura 2000 sind die Gewässerbereiche mit Armleuchteralgen (Kalkreiches, nährstoffarmes Stillgewässer) die Uferbereiche mit Vorkommen von Bodensee-Vergissmeinnicht, die steilen Uferhänge bei Sipplingen mit Kalk-Magerrasen und Mageren Flachland-Mähwiesen sowie die nach der FFH-Richtlinie geschützte Waldgesellschaften in den hier einmündenden tiefen Tobeln und Schluchten. Das Bodenseegebiet spielt durch seine zentrale geografische Lage eine große Rolle als Brut- und Rastgebiet für viele europäische Vogelarten. Allein das Vogelschutzgebiet „Überlinger See“ beherbergt 25 Vogelarten der Vogelschutzrichtlinie. Zudem ist der Überlinger See ein Rast- und Überwinterungsgebiet von internationalem Rang.
     
    Hintergrundinformationen zu Natura 2000:
    Natura 2000 ist ein europaweites Schutzgebietsnetz zur Sicherung der biologischen Vielfalt in Europa. Es umfasst europaweit bedeutende Vorkommen gefährdeter Arten und Lebensräume. Rechtliche Grundlagen sind die Vogelschutzrichtlinie von 1979 und die Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie von 1992 (Fauna = Tiere, Flora = Pflanzen, Habitat = Lebensraum).
     
    Für jedes Natura 2000-Gebiet wird in Baden-Württemberg ein Managementplan erstellt. Auf der Grundlage einer aktuellen Erhebung und Bewertung der Arten- und Lebensraumvorkommen des Gebiets formuliert der Managementplan die Ziele, die anzustreben sind, um die Arten und Lebensräume hier langfristig zu erhalten und empfiehlt hierzu geeignete Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen.
     
    Das Besondere an Natura 2000: Lokale Behörden, Landnutzer, Eigentümer und Bevölkerung werden in jeder Phase von der Planerstellung bis zur Umsetzung eingebunden. Zu Beginn jeder Planerstellung findet eine Informationsveranstaltung statt, die in die ökologische Bedeutung der Gebiete sowie in das Natura 2000-Verfahren einführt. Alle betroffenen und interessierten Bürgerinnen und Bürger können sich im Rahmen der Informationsveranstaltung sowie später durch Stellungnahmen zum Planentwurf in das Verfahren einbringen. Für die Planerstellung wird ein Beirat einberufen, demVertreterinnen und Vertreter der im Gebiet tätigen Institutionen, Fachverbände und Behörden angehören. Die Ziele und Maßnahmenempfehlungen des Planentwurfs werden mit diesem Beirat abgestimmt.
     
    Bei der Umsetzung sind Eigner und Landbewirtschafter als Partner gefragt. Sie sollen ihre Flächen weiterhin wirtschaftlich nutzen können. Dazu stehen verschiedene Fördermöglichkeiten zur Verfügung wie beispielsweise das „Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl“ des Landes Baden-Württemberg (FAKT), die „Landschaftspflegerichtlinie 2015“ des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, „Nachhaltige Waldwirtschaft“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie die „Umweltzulage Wald“.
     
     
    Näheres zum FFH-Gebiet „Überlinger See und Bodenseeuferlandschaft“ und Vogelschutzgebiet „Überlinger See des Bodensees“ entnehmen Sie bitte der Anlage.
     
    Hinweis für die Redaktionen:
    Für Fragen zu dieser Pressemitteilung steht Ihnen Herr Dr. Daniel Hahn, Pressereferent, Tel.: 07071/757-3078, gerne zur Verfügung.
     
    Treffpunkt Infoveranstaltung (In Neustückern 8, 78351 Bodman-Ludwigshafen).
     
    Parkplätze stehen an der Sportgaststätte zur Verfügung. Weitere Parkplätze stehen an der Ecke K 6101/Kaiserpfalzstraße (von Norden kommend über Kreisel, danach erste Straße links; gegenüber Schloßkellerei Bodman) zur Verfügung (5 min Fußweg).
     
    Anlage:
Symbolbild, Bacho Foto - Fotolia 

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