Pressemitteilung

Bauarbeiten zur Revitalisierung der Riß in Biberach starten

Blick auf den Rißkanal in Biberach

Rißkanal in Biberach

Anfang Juni 2022 beginnen die Bauarbeiten des Regierungspräsidiums Tübingen zur Revitalisierung der Riß in Biberach. Dabei wird die Riß je 400 Meter ober- und unterhalb der Haberhäuslestraße aus ihrem bisher begradigten, mit Steinen befestigten Flusslauf befreit. Das Gewässer wird naturnah umgestaltet und ihm mehr Raum für seine natürliche, eigendynamische Entwicklung gegeben. Baubedingt müssen einzelne Fuß- und Radwege tageweise gesperrt werden. Es erfolgt eine enge Abstimmung des Regierungspräsidiums mit der Stadt Biberach und den ausführenden Firmen, um die Einschränkungen und Auswirkungen für die Bevölkerung möglichst gering zu halten. Bereits im Februar 2022 wurden auf der Rißinsel Bäume gerodet. Danach fanden während der Fischlaichzeit planmäßig keine Arbeiten statt, um den Fischnachwuchs nicht durch Wassertrübung zu gefährden. Sämtliche Fische werden jetzt geborgen und im Oberlauf der Riß ausgesetzt.

Die gesamte Revitalisierungsmaßnahme ist darauf ausgerichtet, dass zukünftig eine größere Artenvielfalt rund um die Riß entstehen kann. Dies gilt sowohl für Tiere und Pflanzen im Wasser als auch an Land. Der Eisvogel und die Wasseramsel werden hier künftig öfter zu sehen sein. Möglich ist auch, dass der Biber die neuen Gewässerstrukturen als Lebensstätte annimmt. Mit der Maßnahme leistet das Land Baden-Württemberg einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Deren Ziel ist es, einen guten ökologischen Zustand der Gewässer zu erreichen und zu erhalten. Gleichzeitig wird die Riß durch flachere Uferböschungen und Beobachtungplätze entlang des Ufers besser erlebbar gemacht.

Parallel setzt die Stadt Biberach Maßnahmen im Bereich der Rißinsel um. Dabei wird nördlich der Haberhäuslestraße das Gelände etwas abgesenkt und damit ein Retentionsraum von rund 3.000 Quadratmetern geschaffen, der bei Hochwasser geflutet wird. Gleichzeitig wird die Haberhäuslebrücke saniert und die Gewässersohle so umgestaltet, dass die Brücke bei Hochwasser nicht mehr eingestaut wird. Zwischen Haberhäuslestraße und der Wehranlage wird ein drei Meter breiter Radweg gebaut. Außerdem soll ein neuer Fußweg, der bis zur Ulmer Straße führt, die revitalisierte Riß aus der Nähe erlebbar machen und für eine räumliche Trennung von Radfahrern und Spaziergängern sorgen.

Insgesamt werden bei den Baumaßnahmen zirka 15.000 Kubikmeter Boden bewegt. Der Boden wird in kleinen Teilen vor Ort wieder eingebaut und zu großen Teilen beim Bau des nahe gelegenen Hochwasserschutzdamms im Wolfental wiederverwendet. Die Erd- und Wasserbauarbeiten erfolgen am und im Gewässer und sollen im September 2022 abgeschlossen sein. Daran schließen sich die Wegebauarbeiten für den Fußweg an. Im Spätherbst folgen noch umfangreiche Pflanzarbeiten, die den Verlust gerodeter Gehölze kompensieren. Ein Vorschlag zur angepassten Gestaltung der Freizeitanlage und des Spielplatzes auf der Rißinsel wird in den nächsten Monaten mit Nutzergruppen und Nachbarn diskutiert. Die Realisierung ist für das Frühjahr 2023 vorgesehen. Biberachs Baubürgermeister Christian Kuhlmann zeigt sich sehr erfreut über die Maßnahme: „Jetzt ist es soweit, der Grünzug Riß und die Rißinsel in Birkendorf erfahren eine durchgreifende ökologische und gestalterische Aufwertung. Zugleich wird der intensiv genutzte Rad- und Fußweg den heutigen Anforderungen gemäß gestaltet. Mit der in 2023 abgeschlossenen Umgestaltung des Spiel- und Freizeitbereiches wird Biberach auch in diesem Bereich erheblich aufgewertet. Mein Dank gilt hier dem Land, das mit der Renaturierung einen entscheidenden Impuls dazu gibt.“

Einen grafischen Überblick über das Gesamtprojekt bietet die beigefügte Maßnahmenskizze. Weitere Informationen gibt es auch auf der Projektseite. Das Regierungspräsidium und die Stadt Biberach informieren über den Baufortschritt mit weiteren Mitteilungen und Baustellenspaziergängen.

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