Pressemitteilung

Baubeginn Uferneugestaltung Naturschutzgebiet Lichternsee

Eine Flussschwalbe sitzt auf einem Naturschutzgebiet-Schild

Flussschwalbe

In der kommenden Woche beginnen die Bauarbeiten für die Uferneugestaltung am Lichternsee. Sie sind Teil eines von dem Regierungspräsidium Tübingen in Kooperation mit der Stadt Ulm geplanten Projekts, das umfangreiche Pflege- und Biotopgestaltungsmaßnahmen im Naturschutzgebiet Lichternsee südwestlich von Ulm vorsieht.

Das Naturschutzgebiet Lichternsee ist als Rückzugsraum für Flora und Fauna im Industrie- und Siedlungsraum Ulm von großer ökologischer Bedeutung. Es ist insbesondere Lebensraum für viele bedrohte Vogelarten und ein wichtiger Rast- und Überwinterungsplatz für Zugvögel. Ziel des Projekts ist es, durch Entwicklung ökologisch hochwertiger Gewässer- und Grünlandlebensräume diese Funktionen aufzuwerten und nachhaltig zu sichern. Dies wird in der Naturschutzgebietsverordnung „Lichternsee“ vom 16. Dezember 2014 und im Managementplan des Fauna-Flora-Habitat-Gebiets 7625-341 „Donau zwischen Munderkingen und Ulm und nördliche Iller“ so auch vorgeschlagen.

Das 17 Hektar große Projektgebiet umfasst ausschließlich stadteigene Grundstücke. Kern des Projekts ist eine umfangreiche Uferneugestaltung am südwestlichen Ufer des Lichternsees. Nach zwei Jahren Planungszeit mit intensiver Öffentlichkeitsbeteiligung – insbesondere von Naturschutzverbänden und Fischerei – werden nun, im Winterhalbjahr 2021/2022, die Bauarbeiten zur Uferneugestaltung vorgenommen. Durch das Rückverlegen und das Abflachen einzelner Uferabschnitte, werden neue Flachwasserbereiche geschaffen. Hier können sich für Vögel, Amphibien, Fische und Insekten wichtige Lebensräume entwickeln. Eine neue Kiesinsel wird angelegt und dauerhaft gehölzfrei gehalten als optimales Bruthabitat für besonders seltene Arten wie die Flussseeschwalbe, den Flussregenpfeifer und den Kiebitz.

Die Vereinbarkeit von Naturschutz und Erholung war für das stadtnahe Naturschutzgebiet von Anfang an eine wichtige Zielsetzung. Um dies auch weiter zu gewährleisten, wird der Uferweg in dem neugestalteten Abschnitt verlegt, so dass hier geschützte Zonen für die scheuen Brut- und Zugvögel entstehen. Für die Besucherinnen und Besucher ist eine Beobachtungsplattform mit Informationstafeln vorgesehen, die das ungestörte Beobachten der Natur ermöglicht. Teile der an die Ufer angrenzenden Bereiche sollen mit Eseln extensiv beweidet und so der Uferbereich insgesamt aufgewertet werden. Die in der Schutzgebiets-Verordnung ausgewiesenen Liege- und Badezonen bleiben erhalten.

Mit der Ausführung der Baumaßnahmen zur Uferneugestaltung ist die Fa. Max Wild GmbH beauftragt. Sie wird die Arbeiten kommende Woche. Während der Bauzeit, voraussichtlich bis April 2022, ist ein Begehen des Uferwegs nicht möglich. Die Besucher werden durch örtliche Beschilderungen umgeleitet.

Die Kosten des Projekts in Höhe von 430.000 Euro finanziert die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg aus Ersatzgeldzahlungen zur ICE Neubaustrecke, Planungsabschnitt 2.4; Dornstadt – Ulm. Das Referat „Naturschutz und Landschaftspflege“ des Regierungspräsidiums Tübingen trägt die Gesamtverantwortung für das Projekt.

Hintergrundinformation:

Die Verordnung und Würdigung des Naturschutzgebiets „Lichternsee“ sind online unter einsehbar.

Hinweis für die Redaktionen:
Für Fragen zu dieser Pressemitteilung steht Ihnen Frau Katrin Rochner, Pressesprecherin, Telefon: 07071/757-3131, gerne zur Verfügung.

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Dirk Abel
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Naomi Krimmel
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