Zwei Bagger bei Dammarbeiten an der Acher

Verbesserung des Hochwasserschutzes an der Acher

In zwei Bauabschnitten soll der Hochwasserschutz entlang der Acher zwischen Bahnbrücke und Acherknie bei Gamshurst auf ein 100-jährliches Hochwasser angepasst werden.

Die Bauarbeiten wurden nach dem offiziellen Spatenstich am 27. Oktober 2021 aufgenommen. Seitdem wurden die vorbereitenden Arbeiten zur Herstellung der Baustraßen und Zwischenlagerflächen umgesetzt. Im weiteren Jahresverlauf 2022 werden sich die Bautätigkeiten voraussichtlich auf den Bereich zwischen Baumarkt Globus und Reitclub Achern konzentrieren. Dort soll der Gewässerquerschnitt der Acher vergrößert werden, indem das Profil um ca. 5 Meter auf die linke Seite in Fließrichtung aufgeweitet und die Flusssohle vertieft wird. Ökologische Strukturverbesserungen flankieren die Arbeiten im Gewässer.

Kontakt

Projektleitung
Sven Nendzynski
Dienstsitz Offenburg
sven.nendzynski@rpf.bwl.de

 

Zahlen und Fakten

Baubeginn: November 2021
Geplante Fertigstellung: Ende 2024
Kosten: ca. 17 Mio  Euro

Termine

Aktuell sind keine Termine geplant. Wir informieren Sie unter anderem an dieser Stelle über aktuelle Termine wie Informationsveranstaltungen und Öffentlichkeitsbeteiligungen.

Informationen zum Projekt

Ausgangslage

Wie Voruntersuchungen nachgewiesen haben, entspricht der Schutzgrad der Acherdämme im Bereich zwischen der Bahnbrücke und dem Acherknie bei Gamshurst lediglich einem ca. 20-jährlichen Hochwasserabfluss. Höhere Wasserstände führen in der Folge zu Überflutungen von nahe gelegenen Gewerbe- und Siedlungsflächen. Auch wichtige Straßenverbindungen wie der Autobahnzubringer L87 sind davon betroffen. Darüber hinaus konnte aufgezeigt werden, dass die kanalartig ausgebaute Acher den guten ökologischen Zustand, wie ihn die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) fordert, nicht erreicht. Zwei große Abstürze im Planungsgebiet verhindern eine Durchwanderbarkeit für wassergebundene Lebewesen. Zudem fehlen abwechslungsreiche Ufer- und Sohlstrukturen. Für den Ausbau des oben genannten Flussabschnitts ist der Landesbetrieb Gewässer beim RP Freiburg zuständig, da die Acher ab der Bahnbrücke ein Gewässer erster Ordnung ist.

Impressionen vor Baubeginn im Frühjahr 2020; Luftaufnahmen aus einer Höhe von 30 Metern jeweils flussabwärts und flussaufwärts

Ziel der Maßnahme

Ziel ist es den Hochwasserschutzgrad an der Acher auf ein 100-jährliches Ereignis auszubauen und gleichzeitig eine Verbesserung des aquatischen Lebensraums auf der gesamten Länge der Maßnahme zu erreichen.

Geplante Maßnahmen

Zur Erhöhung der Hochwassersicherheit an der Acher kommen unter anderem Dammerhöhungen und – rückverlegungen sowie Profilaufweitungen und Sohlvertiefungen zum Einsatz. Die Gesamtmaßnahme ist in zwei verschiedene Abschnitte unterteilt. Im ersten Abschnitt von der Bahnbrücke bis zum Reitclub Achern ist eine in Fließrichtung linksseitige Profilaufweitung mit gleichzeitiger Sohlvertiefung geplant. Im zweiten Abschnitt vom Reitclub Achern bis zum Acherknie bei Gamshurst wird ein neuer Damm entlang der Landesstraße L87 errichtet, um die Überschwemmungsbereiche auf nicht besiedelte Gebiete zu verlagern.

Gleichzeitig mit den Maßnahmen des Hochwasserschutzes wird eine Verbesserung des ökologischen Gewässerlebensraumes angestrebt. Hierfür sollen im oberen Ausbauabschnitt die Abstürze in durchwanderbare Rampen umgestaltet, die vorhandenen Sohlpflasterungen zugunsten eines natürlichen Sohlsubstrates ersetzt und flache Bermen für Kraut- und Röhrichtbewuchs angelegt werden. Strömungslenkende Buhnen, der Einbau von Totholz und zahlreiche Fischunterstände ergänzen die ökologischen Strukturverbesserungen im unteren Abschnitt.