Schutter und Unditz

Lage des Natura 2000-Gebiets

​Der Managementplan „Untere Schutter und Unditz“ umfasst das gleichnamige FFH-Gebiet sowie die Vogelschutzgebiete „Kinzig- Schutter- Niederung“ und „Gottswald“. Zwölf Gemeinden des Ortenaukreises haben Anteil am ca. 5.473 Hektar großen Bearbeitungsgebiet, das größtenteils im Naturraum „Offenburger Rheinebene“ liegt.

Nur ein 37 Hektar großes, mit dem Naturschutzgebiet (NSG) „Talebuckel“ identisches Teilgebiet gehört zum Naturraum „Ortenau- Bühler Vorberge“. Dieser ehemalige Militärübungsplatz wurde wegen seiner hohen Anzahl an naturschutzfachlich wertvollen Kleinststandorten und dem Vorkommen seltener Wildbienen-, Schmetterlings-, Amphibien und Libellenarten unter Schutz gestellt.

Übersichtskarte, (pdf, 761 KB)

Ihre Ansprechpartner

Dr. Sabine Harms
0761 208-4130
sabine.harms@rpf.bwl.de

Oliver Schmidle
0761 208-4427
oliver.schmidle@rpf.bwl.de

Regierungspräsidium Freiburg
Abteilung 5
Referat 56
79083 Freiburg i. Br.

Charakteristik

Außer im Bereich der beiden isoliert liegenden Teilgebiete Naturschutzgebiet Talebuckel und Kammbachsenke (zwischen Griesheim und Windschläg) deckt die Kernzone des Bearbeitungsgebiets die Gewässersysteme von Schutter und Unditz ab. Ausgedehntes Grünland einerseits und das zusammenhängende Waldgebiet des Gottswalds andererseits prägen diese Niederung. Große Teile des FFH- Gebietes sind deckungsgleich mit den beiden Vogelschutzgebieten.

Früher prägten hohe Grundwasserstände das von Schutter und Unditz gespeiste Gebiet. Versumpfungen, Riedlandschaften, Feuchtwälder und Talvermoorungen waren die Folge. Heute ist der feuchte Charakter nur noch stellenweise erkennbar, wie z.B. in feuchten, im Frühjahr teilweise überstauten Wiesen in den Naturschutzgebieten Waldmatten und Unterwassermatten. Feucht- und Nasswiesen haben einen naturschutzfachlich sehr hohen Wert. Zum Teil sind sie als Pfeifengraswiesen ausgebildet und gehören damit zu den FFH- Lebensraumtypen. Teilweise beherbergen sie neben wertvollen Pflanzen wie Orchideen auch seltene Tierarten wie den Großen Feuerfalter, der dort seine Wirtspflanzen findet. Große Besonderheiten im Gebiet sind der Kleefarn, der hier seinen einzigen Standort weit und breit besitzt, und die seltene Salzbunge, die nur in schützenswerten amphibischen Gesellschaften vorkommt.

Einen großen Anteil des FFH- Grünlands stellen die landesweit ebenso stark bedrohten, meist etwas trockeneren Mageren Flachland- Mähwiesen dar. Ihr Blütenreichtum erfreut nicht nur das Auge jedes Naturliebhabers, sondern bietet auch unter anderem vielen Insektenarten Lebensraum, wie z.B. dem Wiesenknopf-Ameisenbläuling.

Große Abschnitte von Schutter und Unditz und einzelner Seitengräben sowie der Kinzig zwischen Kehl und Willstätt sind als naturnahe Fließgewässer mit der charakteristischen Unterwasservegetation selbst FFH- Lebensraumtyp. In den Gewässern kommen außerdem seltene Arten wie Bitterling (Fische), Kleine Flussmuschel (Weichtiere), Helm- Azurjungfer und Grüne Keiljungfer (Libellen) vor.

Die weitläufigen offenen Flächen der Kinzig- Schutter- Niederung sind auch für Zugvögel und Wintergäste so wichtig, dass sie als national bedeutsames Rastgebiet eingestuft wurde. Im Sommer sind extensiv bewirtschaftete Wiesen und Riedgebiete die Heimat selten gewordener Vögel. Überregional bedeutsam ist das Brutvorkommens des Großen Brachvogels. Aber auch einzelne Paare von Kiebitz, Weißstorch, Wachtel, Wachtelkönig, und Rohrweihe haben hier ihre Brutstätten oder Nahrungsgründe. Auch in den nahen Wäldern brütende Vogelarten wie Schwarzmilan, Rotmilan, Wespenbussard und Hohltaube finden ihre Nahrung im Offenland.

In den Wäldern kommen FFH- Lebensraumtypen wie Sternmieren- Eichen-Hainbuchenwälder sowie Auenwälder mit Erle und Esche vor, die oft auch nur als bachbegleitender Gehölzstreifen ausgebildet sind. Ein typischer Bewohner des Waldes ist der Mittelspecht, der im Gottswald eines seiner bedeutendsten Dichtezentren in Baden-Württemberg hat. Neben diversen anderen Fledermausarten wurden in den Wäldern des Bearbeitungsgebiets auch Großes Mausohr, Bechsteinund Wimperfledermaus nachgewiesen.

Eindrücke aus dem Natura 2000-Gebiet