Südliche Baaralb

Lage des Natura 2000-Gebiets

Der Großteil des rund 1365 Hektar großen FFH Gebietes (FFH 8117-341) „Südliche Baaralb“ liegt im Landkreis Schwarzwald-Baar-Kreis, ein kleiner Teil befindet sich zudem in den beiden Landkreisen Tuttlingen und Konstanz.

Folgende vier Gemeinden haben Anteil am FFH-Gebiet: Hüfingen, Blumberg, Engen und Geisingen.

Übersichtskarte, (pdf, 549 KB)

Kontakt

Joshua Petelka
0761 208-4147
joshua.petelka@rpf.bwl.de

Joachim Genser
0761 208-4227
joachim.genser@rpf.bwl.de

Regierungspräsidium Freiburg
Abteilung 5
Referat 56
79083 Freiburg i. Br.

Charakteristik

​Das Gebiet liegt in den Naturräumen Baaralb und Oberes Donautal, Hegaualb und Randen. Der Landschaftscharakter dieses Schutzgebietes wird vor allem durch das Tal der Aitrach und seine Nebentäler geprägt.

Im FFH-Gebiet „Südliche Baaralb“ (FFH 8117-341) befinden sich die beiden Naturschutzgebiete „Hondinger Zisiberg“ und „Zollhausried“. Gleichzeitig wird ein Teil des Gebietes auch durch das Vogelschutzgebiet „Wutach und Baaralb“ (FFH 8116-441) überlagert.

Im Offenland kommen in bedeutender Ausdehnung die Lebensraumtypen Magere Flachland-Mähwiesen und Kalk-Trockenrasen vor. Im Umfeld des Aitrachtals und seiner Seitentäler sind zahlreiche Wiesen und hochwertige Magerrasen mit seltenen Arten, wie z.B. Kleine Spinnen-Ragwurz (Ophrys araneola) zu finden. Um das Aitrachtal und am Randen gibt es außerdem ausgedehnte Buchenwaldgebiete mit Waldmeister-Buchenwald, am Randen stellenweise auch mit offenen Bereichen, auf denen lichte Kiefernwäldchen und Grasgesellschaften wachsen. Diese Bereiche werden als Reliktstandorte bezeichnet, da die Pflanzengesellschaften dort seit der Eiszeit überdauert haben. Auf diesen Sonderstandorten kommen auch seltene Insekten wie das Bergkronwicken-Widderchen (Zygaena fausta), eine gefährdete Nachtfalterart, vor. Dieses Widderchen bevorzugt als Lebensraum südexponierte, fels- und schuttreiche Wald-Magerasen-Komplexe und ist auf das Vorkommen seiner Nahrungspflanze, der Berg-Kronwicke (Coronilla coronata), angewiesen.

Das FFH-Gebiet und vor allem das 76,4 Hektar große Naturschutzgebiet „Zollhausried“ spielen zudem eine zentrale Rolle für den Lebensraumtypen kalkreiche, nährstoffarme Stillgewässer mit Armleuchteralgen. Im Verlandungsbereich der Stillgewässer haben sich die stark gefährdeten Lebensraumtypen, die Übergangs- und Schwingrasenmoore und kalkreichen Niedermoore gebildet.

Die „Südliche Baaralb“ beherbergt neben den zahlreichen Lebensraumtypen auch viele nach FFH-Richtlinie geschützte Arten wie Gelbbauchunke (Bombina variegata) und Grünes Gabelzahnmoos (Dicranum viride). Das Moos profitiert von extensiv bewirtschafteten, buchendominierten Wäldern, in denen es genügend Buchen gibt, die mehr als 120 Jahre alt sind. Solche Bäume werden von dem Moos bevorzugt besiedelt.

Die Flussabschnitte der Aitrach mit einer abwechslungsreichen Gewässersohle mit  Sand, Kies und Steinen stellen geeignete Lebensräume für die Groppe (Cottus gobio) dar. Die Aitrachaue und das „Zollhausried“ werden außerdem vom Biber (Castor fiber) besiedelt. Im Naturschutzgebiet „Zollhausried“ sind außerdem auch der Kammmolch (Triturus cristatus) und das Firnisglänzende Sichelmoos (Drepanocladus vernicosus) zu finden.
Vereinzelt kommen im Schutzgebiet auch Fledermäuse vor. Das Gebiet wird zeitweise als Jagdhabitat vom Großen Mausohr (Myotis myotis) und der Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii) genutzt.

Eindrücke aus dem Natura 2000-Gebiet