Taubergießen, Elz und Ettenbach mit Vogelschutzgebieten

Lages des Natura 2000-Gebiets

Das im Oberrheinisches Tiefland und Rhein-Main-Tiefland gelegene Natura 2000-Gebiet Taubergießen, Elz und Ettenbach gehört größtenteils zum Landkreis Emmendingen und ragt im nördlichen Bereich in den Ortenaukreis hinein.

Insgesamt 14 Gemeinden haben einen Teil des Gebietes in ihrem Verwaltungskreis. Einige Flächen sind sogar im Eigentum der französischen Gemeinde Rhinau. Es umfasst insgesamt eine Fläche von 6.327 Hektar, gebildet aus dem FFH-Gebiet 7712-341 Taubergießen, Elz und Ettenbach und den drei Vogelschutzgebieten 7712-401 Rheinniederung Sasbach-Wittenweier, 7712-402 Elzniederung zwischen Kenzingen und Rust und 7712-403 Johanniterwald.

Der gesamte Bereich gehört gleichzeitig dem Ramsar-Gebiet „Oberrhein/Rhin supérieur“ an. Weite Teile der genannten Natura 2000-Gebiete unterliegen bereits langjährig dem nationalen Schutz als Natur- bzw. Landschaftsschutzgebiet, wie die „Elzwiesen“, die „Rheinniederung Wyhl-Weisweil“ und der „Taubergießen“ sowie als Bann- oder Schonwald.

Übersichtskarte, (pdf)

Ihre Ansprechpartnerin

Dr. Bettina Saier
07822 789-5422
bettina.saier@rpf.bwl.de

Regierungspräsidium Freiburg
Abteilung 5
Referat 56
79083 Freiburg i. Br.

Charakteristik

Seine besondere naturschutzfachliche Bedeutung verdankt das Gebiet vor allem seiner ökologischen Vielseitigkeit. Von typischen Ausschnitten der Rheinauenlandschaft  mit Fließgewässern, Altarmen und Auwäldern bis hin zur Kulturlandschaft der Wässerwiesen, beheimatet das Gebiet unterschiedlichste Lebensraumtypen.

Entlang des Rheins prägen ausgedehnte Wälder das Gebiet. Sie bieten durch ihre einzigartige Ökologie vielen bedrohten Arten wie der Bechsteinfledermaus, dem Mittelspecht und dem Hirschkäfer Lebensraum. Im Rhein und seinen angrenzenden Fließgewässersystemen finden sich eine Vielzahl von Fischarten, wie der erst in jüngerer Zeit wiederangesiedelte Lachs oder das Flussneunauge. Es gibt sogar erste Anzeichen, dass der Lachs wieder im Gebiet laicht. Eine Besonderheit der Rheinauenlandschaft sind unter anderem die „Gießen“, nährstoffarme und klare Quellgewässer.

Im Offenland finden sich große Vorkommen von ökologisch wertvollen Grünlandlebensräumen, insbesondere Mähwiesen sowie orchideenreiche Kalk-Magerrasen. Neben verschiedenen Insekten, wie dem Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling, sind es vor allem die Vögel, die es hier hervorzuheben gilt. So brütet in den Elzwiesen der landesweit vom Aussterben bedrohte Große Brachvogel. Auch der einstmals häufige Kiebitz ist hier noch als Brutvogel vertreten.

Während des Vogelzugs sind die Wässerungsflächen insbesondere für Watvögel von großer Bedeutung. In den feuchten Böden können Watvögel (Limikolen) mit ihren langen Schnäbeln gut nach Insektenlarven und Würmern suchen. Die Vögel sammeln hier Energiereserven für den kräftezehrenden Weiterflug in ihre Brut- oder Überwinterungsgebiete. Daher erfüllen die Wässerungsflächen des Vogelschutzgebiets eine wichtige Funktion im grenzüberschreitenden europaweiten Natura 2000-Netzwerk. Die Elzwiesen sind nicht zuletzt auch als eines der größten zusammenhängenden und noch traditionell bewirtschafteten Wiesenwässerungsgebiete hervorzuheben.

Eindrücke aus dem Natura 2000-Gebiet