Prim-Albvorland

Lage des Natura 2000-Gebiets

​Das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH 7818-431) umfasst ein 1297 Hektar großes Areal und hat Anteile an den Landkreisen Rottweil, Tuttlingen und Zollernalbkreis. Naturräumlich ist das Gebiet dem Schwäbischen Keuper-Liasland zuzuordnen.

Übersichtskarte, (pdf)

Charakteristik

Kennzeichnend für das Gebiet ist eine reich strukturierte Landschaft geprägt durch ausgedehnte Bestände blumenbunter Mähwiesen, kleinflächigen Kalkmagerrasen in unterschiedlichen Verbuschungsstadien sowie Talsysteme mit Auwäldern und Schilfbeständen.

Eine Besonderheit sind die Kalktuffquellen mit ihren speziellen Moosarten und hochspezialisierten Wirbellosen-Fauna, die ganzjährig auf eine gleichmäßig temperierte Quellschüttung angewiesen sind.

Die verzweigten Gewässersysteme weisen Vorkommen von Groppe, Steinkrebs, und der Kleinen Flussmuschel auf. In feuchten Senken fühlt sich die Gelbauchunke wohl. Natürliche nährstoffreiche Seen stellen wichtige Rastplätze für durchreisende Zugvögel dar.

Im Offenland finden sich ausgedehnte Magere Flachland-Mähwiesen. An deren Blütenpracht erfreut sich eine Vielzahl von Bienen und weiteren Insekten. Die Bestände sind außergewöhnlich reich an Orchideen. An feuchteren Standorten sind Pfeifengraswiesen und Hochstaudenfluren anzutreffen. Sie zählen zu den artenreichsten Grünlandgesellschaften Mitteleuropas und sind von großer Bedeutung für den Artenschutz. Seltene Wiesenbrüter wie das Braunkehlchen zählen zu den Nutznießern dieser extensiv genutzten Flächen.

Wacholderheiden und Kalkmagerrasen sind Zeugen einer ehemals weitverbreiteten Weidewirtschaft und haben somit auch kulturhistorisch eine hohe Bedeutung. Sie können jedoch nur bestehen bleiben, wenn sie regelmäßig von Schafen beweidet werden. Diese verhindern weitgehend die natürliche Sukzession und sorgen durch ihren selektiven Verbiss für einen Lebensraum mit vielen bedrohten Tier- und Pflanzenarten. An besonderen Pflanzenarten finden sich hier Deutscher Enzian, Fransen-Enzian und Silberdistel.

In lichten, trockenen Kalk-Buchenwäldern kommt noch die wohl attraktivste einheimische Orchideenart vor - der Frauenschuh. Die Blühfähigkeit wird erst etwa 15 Jahre nach der Keimung erreicht.

 

Unser Ziel

Mit dem Managementplan soll die Artenvielfalt im „Prim-Albvorland“ für kommende Generationen gesichert werden.

Konkrete Maßnahmen können der Endfassung des Managementplans entnommen werden.

Eindrücke aus dem Natura 2000-Gebiet